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Grimma Grimmaer Gesangsgruppe feiert Gründung vor 45 Jahren
Region Grimma Grimmaer Gesangsgruppe feiert Gründung vor 45 Jahren
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15:06 30.07.2019
Regelmäßiges Proben sichert den Erfolg – und Ekkehard Schmidt gibt dabei den Takt vor. Quelle: Roger Dietze/LVZ-Archiv
Grimma

In der Begegnungsstätte der Volkssolidarität am Pulverturm in Grimma wird jeden Dienstag fleißig geübt. Die Frauen der Gesangsgruppe Grimma proben für das nächste Konzert am 22. September im Saal des Grimmaer Rathauses. Die jährlichen Konzerte im Frühling und Herbst haben Tradition und erfreuen jedes Mal zahlreiche Zuhörer. Doch dieses Mal wird es eine besondere Veranstaltung, denn der Chor feiert sein 45-jähriges Bestehen – natürlich mit einem gesanglichen Rückblick.

Gemischter Chor wurde von Grimmaer VEB unterstützt

Entstanden ist die Gesangsgruppe 1974 als gemischter Chor im volkseigenen Betrieb Chemieanlagenbaukombinat Leipzig-Grimma (CLG). „Noch heute singen von damals Ilse Bittner, Rita Streubel und Brigitte Lohß mit“, sagt Dirigent Ekkehard Schmidt. Allen sind die Auftritte im Rahmen der Betriebsfestspiele im Speisesaal – der heutigen Edeka-Kaufhalle – noch in guter Erinnerung. Ebenso wie die Mitwirkung bei der Radio-DDR-Sendung „Das müsste doch zu machen sein“. „Die Sänger und Musikanten gewannen damals den Liedwettbewerb gegen die Mitstreiter aus dem Colditzer Porzellanwerk“, so Schmidt.

Sechsstimmiges Scherzlied „Klingende Speisekarte“

Mehr noch als Sängerwettstreite aber prägte die Vereinigung von Stimmen den Chor. So bereicherte fortan das Zusammenwirken mit dem Männerchor Köhra das Repertoire, angefangen von Mozarts „Ave verum“ bis hin zum sechsstimmigen Scherzlied „Klingende Speisekarte“. Natürlich sang der Chor damals auch Arbeiterkampflieder. „Die waren der DDR-Zeit geschuldet“, erklärt Schmidt. Der Proben- und Auftrittsfleiß, zum Beispiel zur Festveranstaltung zum Tag des Chemiearbeiters in Grimma oder im CLG-Partnerbetrieb im tschechischen Brno, fand Anerkennung mit der Verleihung des Titels ,Hervorragendes Volkskunstkollektiv', erinnert sich der Chorleiter. „Erwähnenswert ist, dass die Choristen für die Probenzeit freigestellt wurden, auch die finanzielle Absicherung hinsichtlich Chorleiterhonorar und Notenmaterial war seitens des Betriebes gewährleistet.“

Grimma, Rathaussaal: Das traditionelle Frühlingskonzert 2015 unter dem Motto „Flieder für Grimma“ bestritten Seniorenchor Grimma, Gesangsgruppe Grimma und Männerchor Köhra unter der Leitung von Ekkehard Schmidt gemeinsam. Quelle: Andreas Röse/LVZ-Archiv

Nach der Wende blieben die Männerstimmen aus

Umso problematischer wurde die Zeit nach der Wende. „Die Männerstimmen blieben aus Gründen des Arbeitsortswechsels weg“, erzählt Schmidt. Und so formierten sich die Frauen zur GGG-Gesangsgruppe Grimma. „Dankenswerterweise durften wir in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität, damals noch an der Grimmaer Großmühle, proben.“

Sängertreffen mit Gotthilf Fischer

Hochs und Tiefs sollten sich in den Jahren darauf abwechseln. Zur 800-Jahr-Feier von Grimma im Jahr 2000 organisierte die Gesangsgruppe das unvergessene Sängertreffen, bei dem 18 Chöre gemeinsam mit Gotthilf Fischer sangen. Ein weiterer Höhepunkt war 2001 der Besuch des gemischten Chores „Crescendo“ aus Grimmas französischer Partnerstadt Bron zum Konzert in der Klosterkirche. Dann, 2002, kam das Hochwasser – „aber auch viel Solidarität mit uns Grimmaer Sängern“, so Schmidt. Beim Gegenbesuch in Bron erlebten die Grimmaer echte deutsch-französische Freundschaft. Gastchöre aus Neusäß/Bayern, Emden und von Fulda und Werra vereinten sich mit ihnen. Ein E-Piano und eine E-Gitarre wurden aus Spendengeldern angeschafft, dafür konzertierte die Gesangsgruppe in Runkel an der Lahn und im ostfriesischen Visquard.

Eigene Kompositionen wie das Brückenlied von Grimma

Die Gesangsgruppe blättert übrigens nicht nur in einschlägigen Notenbüchern. Für die Programme entstanden auch einige Kompositionen, zum Beispiel das Frühlingslied, getextet von dem Grimmaer Siegfried Michael, das Schornsteinfeger-Lied aus der Feder der Sängerin Manuela Trapp oder Ekkehard Schmidts Lied zum Jubiläum der Pöppelmannbrücke. „Das ihm Rahmen der Feierlichkeiten zum 300. Brückenjubiläum stattgefundene Konzert mit dem Frauenchor Wurzen und dem Männerchor Colditz war beispielhaft“, freut sich Schmidt noch immer über die gelungene Veranstaltung im Mai diesen Jahres.

Man darf also gespannt sein, was die Frauen aus Grimma, Groß- und Kleinbardau, Nerchau und Ammelshain zusammen mit ihrem Dirigenten aus Trebsen am 22. September auf die Bühne bringen.

Von Ines Alekowa

Seit über 40 Jahren ist sie Buchhändlerin, kennt alle Höhen und Tiefen: Die Grimmaerin Marlies Uhde ist für den Deutschen Buchhandlungspreis 2019 nominiert. Schon jetzt ist ihrem Laden „Bücherwurm“ ein Preisgeld von 7000 Euro sicher.

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