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Grimma Grimmaer Kartoffelkäfer knattern mit hunderten Bikern durchs Muldental
Region Grimma Grimmaer Kartoffelkäfer knattern mit hunderten Bikern durchs Muldental
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00:21 21.09.2017
Der Helm mit den gelben Streifen gilt als Trophäe. Quelle: Foto: René Beuckert
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Grimma

Wenn die „Kartoffelkäferbande“ ein Treffen organisiert, dann kommen die Motorradfans aus allen Teilen der Republik. So folgten auch jüngst über 500 Anhänger dem Ruf und nahmen das Gelände am Münchteich in ihren Besitz. Sie parkten Wohnwagen und bauten Zelte auf, um sich auf die Bikerspiele vorzubereiten. Doch bevor die Teilnehmer beim kuriosen Wettstreit Können und Geschicklichkeit unter Beweis stellten, fand eine Ausfahrt durch das Muldental statt, an der sich etwa 360 Fahrzeuge beteiligten. Bei einem so großen Verkehrsaufkommen dauerte es schon mehrere Minuten, bis der Konvoi an den wartenden Autos in den Nebenstraßen vorbeigezogen war und die Straße wieder frei gab.

1994 gründete sich die „Kartoffelkäferbande“ als Verein, die Geschichte reicht jedoch bis 1958 zurück. Klaus Köhler erzählt gern die Geschichte der ursprünglich kleinen Gruppe von Motorradfreunden, die seinerzeit gemeinsam viel unternahmen. „Oft sind wir zu den Motorradrennen gefahren. Einmal begegneten wir dort einem schwedischen Rennfahrer, der einen mit gelben Ringen bemalten schwarzen Sturzhelm trug. Diese Farbgebung haben wir nachgeahmt und des Aussehens wegen die Kartoffelkäferbande gebildet. Nach der Wende ist der Motorradverein mit diesem Namen entstanden“, so Köhler.

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Soziales Engagement gehört zum Vereinsleben

Für Heinz Ehrlich ist der Zusammenhalt wichtig, den sie damals gelebt haben. „Da konnte sich einer auf den anderen verlassen. Dass dieses Ideal immer noch von den Motorradfreunden gelebt wird, betrachten wir als eine Bereicherung“, stellt Ehrlich fest. Gern schwelgen die alten „Kartoffelkäfer“ in Erinnerungen, denken an die Zeit zurück, in denen noch illegale Rennen zwischen Grimma und Trebsen ohne Auspuff gefahren worden sind. Doch das sei längst alles Geschichte.

Die Motorradfreunde um Tilo Urban veranstalten nicht nur Treffen oder unternehmen gemeinsame Ausfahrten, vielmehr engagieren sie sich auch sozial, wie Ines Urban, genannt Biene, zu berichten weiß. „Wir gestalten beispielsweise mit Kinderheimkindern ein Wochenende oder sind in Kindergärten aktiv, initiieren Spenden und bringen uns beim Triathlon unterstützend mit ein“, hebt Ines Urban hervor.

Für einen Biker nahm das Treffen ein unglückliches Ende. Kurz nach seiner Abfahrt stürzte er bei einem Unfall so schwer, dass er mit Verletzungen ins Krankenhaus kam.

Von René Beuckert