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Grimma Grimmaer Museum zeigt Holzkunst aus Sachsen und Polen
Region Grimma Grimmaer Museum zeigt Holzkunst aus Sachsen und Polen
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09:04 15.08.2019
Am 18. August eröffnet das Kreismuseum Grimma um 15 Uhr seine neue Ausstellung „Holzkunst aus Sachsen und Polen“. Derzeit sind Museumsmitarbeiterin Sybille Kerntke und ihr Kollege Jens Müller mit dem Aufbau der Ausstellung gut beschäftigt. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Holzkunst aus Sachsen und Polen“ heißt die neue Sonderausstellung im Kreismuseum Grimma, die am 18. August um 15 Uhr eröffnet wird. Gezeigt werden Arbeiten von ausgewählten „Männelmachern“ aus dem Erzgebirge sowie von Robert Letz aus Rosenthal-Bielatal, Peter und Martina Abicht-Lehmann aus Hausdorf, Ekkehard Körber aus Sermuth, Anja Werner aus Plauen, Klaus Wiechmann aus Dresden und Pjotr Jagielski aus dem Riesengebirge.

Jede Figur individuell entstanden

„Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich nicht um Serienprodukte, sondern um Unikate“, betont Museumschefin Marita Pesenecker. Jede Figur sei individuell per Hand geschnitzt oder mittels Drechselbank gefertigt worden. Die liebevolle Bemalung mit leuchtenden Farben sei ein Markenzeichen aller Künstler. Laut Pesenecker arbeiten einige auch mit Blattgold, um den festlichen Charakter ihrer Figuren noch zu betonen. „Bei den traditionellen Figuren ist stets der Anspruch zu erkennen, dass Vorgaben variiert werden. Die Künstler finden hier ihre ganz eigene Formensprache.“

Jens Müller beim Aufbau der Ausstellung. Quelle: Thomas Kube

Martina und Peter Lehmann etwa beschäftigen sich seit 30 Jahren mit der Bearbeitung von Holz und entwickelten dabei ihre eigenen Spielsachen, Figuren und vor allem Engel. Es gibt Wandengel, Standengel, Engel auf Eisenständern und fliegende Hausbeschützer. Ekkehard Körber stellt dickwandige Schalen aus Mooreiche und historischem Eichenbauholz her. Dabei legt er besonderes Augenmerk auf den Kontrast zwischen strenger Form und sauberer Verarbeitung sowie den groben Spuren des alten Holzes.

Holz in verschiedener Form als Material

Die Künstlerin Anja Werner spaltet Holz und legt in diesem Material Gestalten frei, deren Individualität durch ihre weitere Bearbeitung zur vollen Entfaltung kommen. In farbenfrohen Ornamenten bemalt, immer unter Rücksichtnahme auf die Struktur des Holzes, stellt jede ihrer Holzgestalten ein Unikat dar. Klaus Wiechmann verwendet zum Beispiel Balken und Bretter, die woanders ausgedient haben, oder Bäume, die aufgrund von Wurmbefall gefällt werden mussten. Durch die sorgfältige Bearbeitung gibt er Kerben, Holzstrukturen und Wurmlöchern einen besonderen Ausdruck.

Jagielski-Figuren schmücken Grimmaer Haus

Piotr Jagielski, Absolvent der Kunstgewerbeschule in Jelenia Góra, ist ein auf Holzschnitzerei spezialisierter Künstler, der sich seit kurzem auch mit Malerei beschäftigt. Seine langjährige Freundschaft mit dem bildenden Künstler Dariusz Miliński führte zu einer siebenjährigen Zusammenarbeit in der Künstlergruppe „Pławna 9“. Übrigens sitzen seit anderthalb Jahren vier Skulpturen von Pjotr Jagielski auf den Fensterbrettern des Hauses Paul-Gerhardt-Straße 32 in Grimma. Mit unterschiedlichen Utensilien in der Hand zeigen die Figuren, was alles im Erdgeschoss des zum Museum gehörigen Gebäudes stattfindet.

Das Depotgebäude vom Kreismuseum Grimma in der Paul-Gerhardt-Straße. Quelle: Thomas Kube

„Die erzgebirgische Holzkunst ist ein weltweit einmaliges Handwerk“, weiß Museuschefin Pesenecker. Nicht nur die vielen Motive und Figuren seien einzigartig, auch die traditionellen Techniken würden seit vielen Jahrzehnten von Generation zu Generation weitergegeben und verfeinert. Aufwändige Handarbeit mische sich dabei mit moderner Technik. „Meist werden die Figuren in kleinen Familienbetrieben gefertigt, die seit Generationen in der erzgebirgischen Holzkunst tätig sind.“

Die meisten Künstler verkaufen ihre Objekte

Die meisten Künstler der Sonderausstellung in Grimma bieten ihre Objekte zum Verkauf an, so dass Besucher am Ende der Ausstellung am 17. November ihr Lieblingsstück mit nach Hause tragen können. Es kann die Vorfreude auf das dann nahe Weihnachtsfest vergrößern oder als einmaliges Geschenk unterm Weihnachtsbaum liegen.

Kreismuseum Grimma, Paul-Gerhardt-Straße 43, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

Von LVZ

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