Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Grimmaer feilen an der Idee einer Hochzeitsstadt
Region Grimma Grimmaer feilen an der Idee einer Hochzeitsstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:55 02.09.2019
Bei der ersten Führung „Hinter den Kulissen“ in Grimma wurde auch die Drogerie Dornig angesteuert. Am 6. September öffnen nun drei andere Innenstadt-Firmen ihre Türen. Quelle: Thomas Kube
Grimma

In Grimma geht am 6. September die zweite Führung „Hinter den Kulissen“ über die Bühne, und am 21. September lockt nach der erfolgreichen Premiere im Mai erneut ein Blumen- und Pflanzenmarkt an den Fuß des Rathauses – dieses Mal unter herbstlichen Vorzeichen. Beide Veranstaltungen gehen zurück auf Ideen der AG Altstadtbelebung, die unter dem Dach der Initiative „Altstadt ImPuls“ agiert.

Nach der öffentlichen Präsentation im März informierten der Unternehmer Michael Schneider, ein Mitinitiator der Initiative, und Grimmas Altstadtförderer Frank Schütz jetzt über weitere Ergebnisse des Bündnisses. Das schmiedet wie berichtet in vier klein besetzten Arbeitsgruppen (AG), die sich einmal monatlich treffen, Ideen zur Belebung der Stadt.

Burger-Lounge zum 2. Blumen- und Pflanzenmarkt

Dieses Mal lassen sich die Marktfleischerei Keller, das Kreativhaus Ziegler und Muldental TV hinter die Kulissen schauen. Die Führung beginnt am Freitag um 18 Uhr auf dem Markt und startet in drei Gruppen zu je 20 Personen. Die Tickets sind also begrenzt und vorab in der Touristinformation erhältlich. Der zweite Blumen- und Pflanzenmarkt findet am 21. September von 8 bis 12 Uhr statt und bietet auch einen neuen Akzent: Vor der Rathausgalerie wird es eine Lounge mit Burger-Spezialitäten geben, verspricht Marktmeister Schütz.

Die erste Sonderstadtführung "Hinter die Kulissen" führte die Teilnehmer unter anderem zu Orthopädieschumacher Christoph Mätzold in die Weberstraße. Quelle: Thomas Kube

Die AG Zukunftsmanagement vertieft sich derzeit in die Idee einer „Hochzeitsstadt Grimma“. Auslöser war laut Schneider das Titelbild eines Leipziger Hochzeitsplaners im Internet. Das zeigt nämlich ausgerechnet Grimma. „Wir brauchen keine anderen, die Grimma vermarkten, und wir haben alles selbst“, so der 62-Jährige und zählt auf: Brautmoden, Tortenträumerei, Blumen-, Foto- und Textilläden, außergewöhnliche Stätten für die Hochzeitsfeier, vier standesamtliche Traustätten. Und so knobeln die AG-Leute an einem Geschäftsmodell, dass die Stadt bereichert und Geld einspielt.

Beteiligung am Programm „Ab durch die Mitte“

Die Initiatoren machen sich dabei auch Gedanken, wie das Vorhaben mit Geld angekurbelt werden kann. Dazu erarbeiten sie derzeit einen Antrag, um sich an der Ausschreibung für die nächste „Ab-in-die-Mitte“-Runde beteiligen zu können. Mit dem Fördergeld sollen lokale Akteure der „Hochzeitsstadt“ unterstützt werden. Der AG schwebt vor, dass jemand in einer Art Business-Modell das Projekt in die Hand nimmt.

Schneider: „In Grimma ist das Glas halb voll“

Schneider betont, dass bei der Belebung der Stadt frische Ideen gefragt sind, mit denen sich Geld verdienen lässt. „Alles andere macht keinen Sinn.“ In Grimma sei das Glas halb voll, „denn wir haben noch einen funktionierenden innerstädtischen Handel“. Es brauche aber neue Lösungsansätze, erklärt er und nennt das Stichwort Internet. Schon jetzt gebe es in der Stadt „interessante Ansätze“ zur Verbindung des herkömmlichen Handels mit dem Internet-Geschäft. Schneider hebt auch hervor, dass es der Initiative wichtig sei, in Grimma eine Kultur der Kommunikation und des Miteinander zu entwickeln, um die „Aufgaben der Gegenwart“ in der Stadt bewältigen zu können.

Mit diesen Bannern wurde im Grimma dafür geworben, im Ort einzukaufen. Quelle: Frank Prenzel

Blog der Stadt Grimma vorübergehend eingestellt

Die AG Touristik/Marketing möchte die Dachmarke „Lokalpatriot“ weiter entwickeln – ein Schwerpunkt ihrer Arbeit. So liegt der Fokus darauf, die Marke auf ökologischen Einkaufstaschen, die es dann in den Altstadtläden gibt, und bei Sport-Werbung einzusetzen. „Noch fehlt es uns am Geld für die Umsetzung“, sagt Schütz. „Wir sind auf Sponsorensuche.“

Mit der Marke „Lokalpatriot“ wolle man das Bewusstsein der Einwohner für das in der Stadt vorhandene Potenzial schärfen, erklärt der 48-Jährige. Allerdings musste der im Frühjahr angelaufene Instagram-Blog, in dem Innenstadt-Händler beworben wurden, erst mal wieder vom Netz. „Die Rechtsaufsicht hat uns empfohlen, nicht als Stadt die Seite zu betreiben“, erläutert Schütz. Man sei nun auf der Suche nach einer Agentur für diese „zeitgemäße Geschichte“.

Bei der AG Verkehr/Infrastruktur sind Schütz zufolge der öffentliche Nahverkehr und die innerstädtischen Parkplätze das zentrale Thema.

Von Frank Prenzel

Es ging auch in den Wahlkreisen des Landkreises Leipzig bei der Landtagswahl mitunter sehr knapp zu. Im Grimmaer Wahlkreis 25 lagen zwischen AfD und CDU nur 0,4 Prozent. In Borna verpasste Linken-Abgeordneter Enrico Stange den Wiedereinzug.

02.09.2019

Beim ersten Blaulichttag in Grimma nehmen 70 Nachwuchshelfer der Feuerwehr und Wasserwacht sowie vom DRK und THW organisationsübergreifend an einer Ausbildungsübung teil. An neun Stationen quer durch den Stadtwald wird ihr theoretisches Wissen und Können in praktischen Übungen abgerufen.

01.09.2019

Viele Bands mit unterschiedlichen Musikrichtungen begeisterten beim Crossover-Festival am Wochenende ihr Publikum im Dorf der Jugend in Grimma. Doch es ging nicht nur um Musik.

01.09.2019