Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Grimmas Flut-Pergola ist nahezu fertiggestellt
Region Grimma Grimmas Flut-Pergola ist nahezu fertiggestellt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:00 27.06.2018
Grimmas Hochwasserschutz-Mauer. Die Arbeiten an der Pergola zwischen Gymnasium St. Augustin und Klosterkirche gehen dem Ende zu. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

An der aufwendigen Grimmaer Flutschutzanlage wird dieser Tage ein besonderes Teilstück fertiggestellt: die sogenannte Pergola. Zwischen Gymnasium St. Augustin und Klosterkirche reihen sich seit diesem Monat fünf Tore aneinander, gesäumt von Säulen und überspannt von Betonbalken. „Das Bauwerk soll an den ehemaligen Kreuzgang des Klosters erinnern“, erläutert Projektleiter Thomas Zechendorf.

Ein letztes Teilstück der Grimmaer Flutschutzmauer wird dieser Tage fertig.

Seit vergangenem Herbst baut die Chemnitzer Firma Gunter Hüttner und Co. GmbH Bauunternehmung an der Pergola, die später noch mit einem Metallgitter versehen wird. Die Gymnasiasten gelangen hier künftig vom Schulgelände durch die offenen Tore direkt ans Ufer der Mulde. Allein dieser Abschnitt des künftigen Hochwasser-Schutzwalls kostet rund 800 000 Euro. Laut Oberbürgermeister Matthias Berger funktioniert die Pergola seit voriger Woche – und könnte damit ein Hochwasser abhalten. Nun fehlt nur noch der Lückenschluss an der Pöppelmannbrücke. Denn seit Anfang Juni ist auch das Gymnasium für eine Flut komplett gewappnet. Die Wände sind dicht, die Löcher geschlossen. Zuletzt waren noch zwei stählerne Fluchttüren einzusetzen.

Jeder Abschnitt besonders gestaltet

Für Zechendorf, der bei der Landestalsperrenverwaltung im Betrieb Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster arbeitet und seit 2010 für Grimmas Anlage den Hut auf hat, ist die Pergola ein Teilstück wie andere auch. „Jeder Abschnitt hat eine besondere Gestaltung“, sagt der 43-Jährige über die rund zwei Kilometer Flutschutz, an denen seit 2007 gearbeitet wird.

An der fast fertigen Pergola donnert seit Mai ein Laster nach dem anderen vorbei. Seitdem läuft der Rückbau der am Ufer verlaufenden Baustraße. Für den ersten Abschnitt, der vom Bootshaus bis zum Kreismuseum reicht, hatte die Oehme Bau GmbH aus Niederwiesa den Zuschlag erhalten. Das 2009 errichtete Asphaltband für die tonnenschweren Baufahrzeuge ragte mit Hilfe von Wasserbausteinen bis in den Fluss hinein. Jetzt muss alles wieder raus, das Ufer wird renaturiert. Zurückbleibt ein sandgeschlemmter Fußweg, der sich entlang der Mulde schlängeln wird und künftig zum Spazieren einladen soll.

Baustraße am Schloss verschwindet wieder

Der Auftrag für den zweiten Rückbau-Abschnitt soll laut Zechendorf Anfang Juli vergeben werden. Dann verschwindet die Baustraße bis in Höhe des Schlosses. Allein die Beseitigung der Piste in diesen zwei Bereichen kostet rund 1,15 Millionen Euro. Etwa 15 000 Kubikmeter an Massen werden ausgehoben – darunter auch Schlamm – und zunächst vor Ort zwischengelagert. „Da ging das Muldewasser drüber, es ist belastetes Material“, erläutert Zechendorf. Deshalb müsse es zunächst untersucht werden, ehe es deponiert oder wieder verwendet werden kann.

📺 Das #ZDF begleitete die diesjährige Hochwasserschutzübung. Daraus entstand unter anderem ein Beitrag für das Wissensmagazin #3Sat:nano. Den Beitrag finden Sie hier 👇

Gepostet von Stadt Grimma am Dienstag, 12. Juni 2018

Die Baustraße, deren Errichtung seinerzeit eine Million Euro verschlungen hatte, hat ihren Dienst zuverlässig getan. Nicht mal das Hochwasser von 2013 habe ihr geschadet, weiß Zechendorf zu berichten. In den zehn Jahren habe sie allen Unbilden standgehalten, freut er sich über die Qualitätsarbeit.

Die zweite derzeit große Baustelle an der Schutzmauer befindet sich am Volkshausplatz. „Das Schöpfwerk für den Thostgrundbach wächst jetzt auch oberirdisch“, verdeutlich Projektsteuer Zechendorf. Alle fünf Pumpen seien eingebaut und könnten später bis zu 2,5 Kubikmeter Wasser je Sekunde bewältigen. Das 3,5 Millionen Euro teure Schöpfwerk dient dazu, im Ernstfall das Wasser des unter der Erde verlaufenden Baches in die Mulde zu pumpen und somit einen Rückstau hinter der Mauer zu verhindern. „Wir liegen ein paar Wochen zurück, aber nicht gravierend“, so Zechendorf.

Begehbare Wand an Pöppelmannbrücke ist letztes Teilstück

Mit der Fertigstellung – einschließlich Leittechnik und Netzersatzanlage – sei im Herbst zu rechnen. Mitte Juli will die Talsperrenverwaltung den Zuschlag für den finalen Abschnitt erteilen – für die sogenannte begehbare Wand an der Pöppelmannbrücke. Hier sind noch einmal 1,9 Millionen Euro zu verbauen. „Wer diesen Auftrag erhält, baut Grimma fertig“, sagt Zechendorf. Die Schutzmauer sei dann von der Brücke her auf etwa 35 Meter zu begehen und füge sich mit rotem Porphyr in das Ensemble ein. Hier ist dann auch das letzte Fluttor zu errichten, das mit 4,50 Metern sogar das höchste wird. Das Tor gehört ebenso zum letzten großen Auftrag wie der Rückbau der verbleibenden 100 Meter der Baustraße. Im ersten Halbjahr 2019 soll Grimmas Anlage dann vollendet sein – und die Stadt vor einem Hochwasser schützen, das, statistisch gesehen, alle 100 Jahre auftreten kann.

Von Frank Prenzel

Im Asylstreit sprechen sich die ehemalige Bundes- und Landtagsabgeordnete Angelika Pfeiffer und Sachsens Ex-Justizminister Manfred Kolbe (beide CDU) für den Kurs von CSU-Chef Seehofer aus. Die Altvorderen der Landkreis-CDU fordern eine Zurückweisung bereits abgelehnter Asylbewerber an der Grenze sowie konsequentere Abschiebungen.

26.06.2018

Kritik an Termin und Umleitung der Baustelle an der Bundesstraße 107 hat CDU-Stadtrat Steffen Slowik geübt. Die Ausweichstrecke sei für den starken Verkehr, auch von Brummis, nicht geeignet.

26.06.2018

Mit Beginn des Schuljahres 2018/2019 geht der Landkreis Leipzig neue Wege bei der Präventionsarbeit an Schulen. Mit Polizei und Schulamt soll Gesundheitsförderung und Prävention abgestimmt erfolgen – der Grundstein wurde am Mittwoch gelegt.

26.06.2018