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Grimma Grimmas Frauenkirche zeigt Labyrinthe
Region Grimma Grimmas Frauenkirche zeigt Labyrinthe
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17:08 14.06.2019
Schulpfarrerin Bettine Reichelt ist Spritus Rector einer Labyrinth-Ausstellung in der Frauenkirche Grimma, die am 15. Juni eröffnet wird. Die 51-Jährige hat sich intensiv mit Labyrinthen beschäftigt, die auch ein Symbol der Einkehr und der Auferstehung sind. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Es ist nicht übertrieben: Bettine Reichelt gleicht einem wandelnden Labyrinth-Lexikon. Seit etwa 20 Jahren ist die Schulpfarrerin im Kirchenbezirk Leipziger Land der Faszination von Labyrinthen erlegen und hat sogar zwei Bücher zum Thema geschrieben. Reichelt ist auch Spiritus Rector einer kleinen Ausstellung, die am Sonnabend um 14.30 Uhr in der Grimmaer Frauenkirche eröffnet wird. Sie nennt sich „Im Labyrinth des Lebens – Begegnung mit einem alten Menschheitssymbol“.

Auf zehn Tafeln werden dem Betrachter 15 verschiedene Labyrinthe vor Augen geführt. Die Fotos stammen vom Würzburger Labyrinth-Experten Erwin Reißmann, zu dem Reichelt seit Jahren Kontakt hält. Die Motive sind gewürzt mit einer kleinen Abhandlung zur Geschichte des Labyrinths und mit lyrischen Texten aus der Feder von Bettine Reichelt. Außerdem gibt es zur Eröffnung ein temporäres Labyrinth, das die Besucher begehen können. Dazu wurden Streifen auf den Kirchenboden geklebt.

Einziges Labyrinth im Landkreis in Erdmannshain

Zwar gibt es in Deutschland tausende Labyrinthe, dennoch sind sie in und um Leipzig selten. Im Landkreis befindet sich das einzige Labyrinth an der Erdmannshainer Kirche – für Reichelt neben dem im Leipziger Küchenholz aber auch eines der schönsten. Und was ist mit dem Irrweg im Freizeitpark Belantis oder dem sommerlichen Maisterlabyrinth bei Frohburg? „Das sind Irrgärten“, klärt die 51-Jährige auf. Irrgärten seien in der Renaissance beim Bau von Lustgärten aufgekommen. In ihnen müsse man sich den Weg suchen, währen das Labyrinth nur einen Weg habe. „Die Mitte ist das Ende des Weges und der Anfang des Rückweges. Man geht den gleichen Weg mit neuer Perspektive“, beschreibt Reichelt das Besondere.

Symbol der Einkehr und Auferstehung

Das Labyrinth sei älter als die Christenheit und in fast allen Kulturen anzutreffen, weiß die Schulpfarrerin zu erzählen. Es sei ein Symbol des Pilgerns, der inneren Einkehr, der Konzentration und auch der Auferstehung, erklärt sie den geistlichen Bezug. Es öffne einen Raum für die Meditation. „Man findet Ruhe und kann sich selbst entdecken“, bewundert die 51-Jährige. Grimma liegt am Lutherweg – eine Ausstellung mit einem Pilgersymbol passt für Reichelt deshalb sehr gut in die Frauenkirche. Viele Labyrinthe kann man unter die Füße nehmen, manche mit dem Finger „begehen“ und andere mit den Augen verfolgen. So vollziehe man innerlich den Pilgerweg, sagt Reichelt, im klassischen Sinn sei es der Weg nach Jerusalem.

Schulpfarrerin Bettine Reichelt ist Spritus Rector einer Labyrinth-Ausstellung in der Frauenkirche Grimma, die am 15. Juni eröffnet wird. Zu sehen ist auch das berühmte Fingerlabyrinth im englischen Watts Chapel. Quelle: Frank Prenzel

Reichelt, seit November auch Vertretungspfarrerin in Pomßen, ist seit 2013 die Schulpfarrerin im Kirchenbezirk. Zuvor verdiente sich die studierte Theologin viele Jahre als freie Autorin und Lektorin ihre Brötchen und schreibt heute noch Krimis. Beim Thema Labyrinth verschmelzen ihr Hobby und Beruf. Reichelt hat sich belesen, verschlang zum Beispiel das um 1965 erschienene Hauptwerk von Hermann Kern und die Bücher des Österreichers Gernot Candolini, zu dem sie ebenfalls Kontakt hält. Die Labyrinth-Szene sei vernetzt, erzählt sie. Es finden sogar alle zwei Jahre Labyrinth-Kongresse in Europa statt, an denen sie teilzunehmen versucht.

Leipzigerin hat Bücher zum Thema geschrieben

Die Leipzigerin hat mit „Im Labyrinth des Lebens“ und „Suche dich selbst, finde Gott“ zwei Bücher zum Thema geschrieben, in denen sie die spirituelle Seite in den Vordergrund rückt. Im vorigen Jahr gab sie gemeinsam mit Reißmann auch einen Labyrinth-Kalender heraus und will dieses Projekt fortführen.

Schulpfarrerin Bettine Reichelt ist Spritus Rector einer Labyrinth-Ausstellung in der Frauenkirche Grimma, die am 15. Juni eröffnet wird. Zu sehen ist auch dieses Labyrinth. Quelle: Frank Prenzel

Das bekannteste und in ihren Augen wertvollste Labyrinth befindet sich übrigens in der Kirche des französischen Chartres. „Es wurde von Anfang an in den Bau integriert, vereinigt Kreuz und Kreis in perfekter Form und hat eine ausgefeilte Zahlensymbolik“, schwärmt Reichelt. Im mitteldeutschen Raum befindet sich das älteste Labyrinth in Steigra bei Naumburg. Beide sind indes nicht in der Grimmaer Frauenkirche zu sehen, dafür das Labyrinth des Kölner Doms, das Weinlabyrinth von Bad Wiesenbronn, das Labyrinth der Wandlung im österreichischen Hofkirchen und auch ein temporäres Schneelabyrinth unterhalb der Zugspitze.

Von Frank Prenzel

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