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Grimma Konzert der Frösche inspiriert Haubitzer zu Party
Region Grimma Konzert der Frösche inspiriert Haubitzer zu Party
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09:54 13.06.2019
Im kleinen Grimmaer Ortsteil Haubitz geht am 15. Juni das 20. Froschquakenfest über die Bühne. Darum kümmert sich das vielköpfige Team des Froschquaken-Vereins Haubitz. Quelle: Frank Prenzel
Grimma/Haubitz

Wenn die Frösche im Dorfteich quaken, wird im kleinen Grimmaer Ortsteil Haubitz groß gefeiert. Dieses Mal steht für die Dorfparty mit dem weit und breit einzigartigen Namen ein Jubiläum ins Haus. Groß und Klein dürfen sich auf das 20. Froschquakenfest freuen. Es beginnt am 15. Juni um 15 Uhr in und an der Vereinsscheune neben dem Rittergut. Der Eintritt ist frei.

Im kleinen Grimmaer Ortsteil Haubitz geht am 15. Juni das 20. Froschquakenfest über die Bühne. An der Staatsstraße kündet ein Schild von der Party. Quelle: Frank Prenzel

Genau genommen ist die Zahl der Froschquakenfeste größer. „Es entstand spontan“, erinnert sich Gottfried Hantschmann an die Zeit der Mittachtziger-Jahre. Bei einem Plausch am Dorfteich wurde seinerzeit die Idee zu einer eigenen Dorffete geboren, und weil sich am Ufer gerade die Kröten lautstark bemerkbar machten, kam der Name Froschquakenfest ins Spiel – und entwickelte sich zu einem Markenzeichen. „Wir haben von allen aus dem Dorf, die teilnehmen wollten, zwei Mark eingesammelt. Dafür gab’s ’ne Bockwurst und ’n Bier“, weiß der 79-Jährige von der Premiere zu erzählen. Bänke brachten sich die Dörfler da noch selber mit.

Neustart vor 20 Jahren mit starkem Team

Es war jedes Jahr eine schöne Sause, für die aber irgendwann nach dem Mauerfall die Puste ausging. Eine bunt zusammengewürfelte, engagierte Truppe aus dem Dorf griff schließlich vor 20 Jahren die zu DDR-Zeiten begründete Tradition auf – und begann von vorn zu zählen. Zwei Handvoll Leute gehörten anfangs zum Froschquaken-Team, inzwischen sind es 31 Frauen und Männer aus dem 120-Seelen-Dorf, die sich einbringen. Vor einem reichlichen Jahr mauserten sich die Fest-Macher zum Haubitzer Froschquaken-Verein, an dessen Spitze Mike Engel (51) als erster und Christian Hammer (34) als zweiter Vorsitzender stehen.

Zeit für Vereinsgründung war reif

Die Zeit für die Vereinsgründung war reif, wie das Führungsduo berichtet. So sei bei einer Geldgabe oder Förderung immer die Frage nach einer Spendenquittung gekommen. Auch gegenüber Behörden wie dem Finanzamt und in Versicherungsfragen sei als Verein ein einfacheres Agieren. Hinzu kommt, dass sich die Froschquaker um die Scheune am Rittergut kümmern und mit dem Oktoberfest mittlerweile ein zweites Event im Dorf auf die Beine stellen.

Truppe kümmert sich um die Scheune

Vor sechs Jahren nahm die Truppe die lange Zeit leer stehende Scheune unter ihre Fittiche. „Wir haben sie zunächst entkernt und instand gesetzt“, berichtet Engel, und sie so vor dem weiteren Verfall bewahrt. Seitdem kann sie mit ihrer Bühne für die Veranstaltungen genutzt werden, und wenn wie beim Oktoberfest die Biertischgarnituren eng gestellt sind, passen 140 Besucher hinein. Zum Subbotnik in diesem Frühjahr haben die Vereinsmitglieder in Eigenleistung das Dach mit Blech neu eingedeckt, in Kürze soll das Gebäude noch einen eigenen Stromanschluss bekommen. Um alles auf rechtlich sichere Füße zu stellen, wird der Froschquaken-Verein die Scheune von der Stadt Grimma pachten. „Die Unterzeichnung des Vertrages steht unmittelbar bevor“, informiert Hammer.

Buntes Programm beim Jubiläumsfest

Der Verein hat sich in die Satzung geschrieben, das kulturelle Leben im Dorf zu fördern und den Zusammenhalt weiter zu stärken. Dabei ist der schon hoch, wie von allen Seiten immer wieder beteuert wird. Die Menschen fühlen sich wohl hier – und haben mit der „Krümelburg“ sogar einen eigenen Kindergarten vor der Nase.

Das Plakat zum 20. Haubitzer Froschquakenfest, das am 15. Juni im Grimmaer Ortsteil über die Bühne geht. Quelle: privat

Die Kita-Steppkes treten auch beim Jubiläumsfest am Sonnabend auf. Gegen 15.30 Uhr geben sie eine Kostprobe ihres Könnens, und eine halbe Stunde später tritt die Schülerband der Oberschule Böhlen auf. Seit Wiedergeburt des Festes ist Steffi Matthes mit ihrer Theatertruppe ein Garant für gute Unterhaltung. Dieses Mal wird „Steffis Theater“ bei zwei Aufführungen am Abend das Beste aus den Stücken der vergangenen Jahre aufleben lassen. Gegen 21.30 Uhr kurbelt beziehungsweise trommelt das GreenStyle DrumCorps vom Spielmannszug Mutzschen die Stimmung weiter an, lustige Einlagen sind geplant, und der Bad Lausicker DJ Maik vom Disco-Team 74 sorgt für einen Hit nach dem anderen. Am Nachmittag finden die Kinder auf der großen Wiese mehrere Angebote.

Die Froschquaker stemmen Programm und Bewirtung der ringsum beliebten Party aus eigener Kraft. Die auftretenden Laienkünstler wohnen meist um die Ecke. Klein, aber fein – das ist das Geheimnis des Haubitzer Festes rund um die grünen Hüpfer.

Von Frank Prenzel

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