Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma „Hey, hey, hey – nur der RB“: Ist das die neue Hymne für RB Leipzig?
Region Grimma „Hey, hey, hey – nur der RB“: Ist das die neue Hymne für RB Leipzig?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:50 14.11.2019
Der Grimmaer Rocksänger Mario Naumann (57) hat ein RB-Fanlied komponiert und eingespielt. Seine CD gibt es zu kaufen. Quelle: privat
Grimma

Natürlich hat Fußball-Bundesligist RB Leipzig eine eigene Fan-Hymne. „RB Leipzig – Stolz des Ostens“ heißt sie, stammt von Frank Dreibrodt und wird vor jedem Heimspiel der Rasenballer angestimmt. Beim Fan-Voting 2016 schaffte es der bullenstarke Song aus über 20 eingesandten Vorschlägen in die Endauswahl. Im Finale der besten Fünf setzte sich der „Stolz des Ostens“ schließlich mit über 40 Prozent der Stimmen durch.

„Unser Stolz des Ostens heißt RB, RB, Rasenball olé!“ Auch Mario Naumann stimmt alle zwei Wochen aus tiefstem Herzen und in höchsten Tönen mit ein. Er findet die Hymne toll und will ihr um Gottes Willen nicht den Rang ablaufen: „Alles soll so bleiben, wie es ist. Aber vielleicht kann nach einem Heimsieg ja auch mal mein Lied gespielt werden. Einfach nur so. Ich würde mich jedenfalls riesig darüber freuen.“

Demo-Version nicht gut genug

Der 57-jährige Rocker lässt nicht locker. Vor Jahren unternahm er bereits den ersten Versuch, schickte sein Fanlied fristgemäß zur Abstimmung ein: „Damals schaffte der Song nicht den Sprung unter die besten Fünf. Vielleicht lag es auch daran, dass ich nur eine Demo-Version eingereicht hatte. Ich dachte, es ging nur um eine Hörprobe – nicht aber um eine fertig produzierte Nummer.“

Der Grimmaer Rocksänger Mario Naumann covert mit der Band Steam internationale Rocksongs. Quelle: privat

Der Ur-Grimmaer und RB-Fan der ersten Stunde scheute dreieinhalb Jahre später weder Geld noch Mühe und holte all das nach. Gemeinsam mit Jens Legler, dem aktuellen Gitarristen von Karussell, spielte er im Geraer Studio von Jens Moeller, selbst Musiker mit eigenem Label, sein Lied von damals ein. Diesmal eben professionell. Spur für Spur. Erst Grundsound mit Keyboards und Bass. Dann Gesang mit Chor. Und schließlich die Gitarre.

Als Leichtathlet früher selbst auf Titeljagd

Das Resultat kann sich hören lassen! Naumann alias Mr. Steam will’s wissen: „Rot-weißes Fell und stark wie ein Stier, hey Bundesliga, hier sind wir. Egal, welches Spiel und gegen wen, wir woll’n den Sieg und ganz oben steh’n.“ Und immer wieder: „Hey, hey, wir stehen auf RB!“ Aber auch: „’Ne Bullenherde kämpft, bis es kracht – in der Arena haben wir die Macht.“ Übrigens: Als Leichtathlet beim SC DHfK ging er einst selber im weiten Rund des Zentralstadions auf Titeljagd.

Gemastert und final gemixt ist die CD im Grimmaer Fanshop Rosenberg zu haben. Die Radio Version ist 3 Minuten 21 lang, der Trailer Cut 43 Sekunden kurz, als Zugabe gibt’s „Auf geht’s Leipziger Jungs“. Auch im Internet stehe der Song zum Download bereit. Naumann weiß: Fanlieder sollten nicht nur ins Ohr gehen, sondern möglichst gleich in Fleisch und Blut übergehen. So gesehen ist die Nummer brauchbar und auch noch nach fünf Bier machbar.

Musiker mit Leib und Seele

Naumann, im wahren Leben Rettungssanitäter, ist Musiker mit Leib und Seele. Im letzten Jahr der DDR machte er in der Bezirksmusikschule seine „Pappe“, wie er die staatlich-anerkannte Spielerlaubnis nennt. Nach „Black Jack“ gründete er 1997 Steam, zu deutsch: Dampf. Er, der Hans Dampf in allen Gassen, ist Frontmann, Michael Wolter spielt die Gitarre, Donald Dimitrov (Bass), Holger Kraft sitzt am Schlagzeug, Special Guest ist Tibor Molnar.

Die Rockband covert Titel von Deep Purple, ZZ Top oder Pink Floyd – und ist noch zu haben, zumindest für Feste und Partys, lacht Frontmann Naumann. Der Versuch, ein Fanlied zu machen, sei jedoch sein eigenes Ding, das habe nichts mit den Kollegen zu tun. Daher auch der kleine, aber feine Unterschied: Mr. Steam statt Steam. Vier Strophen hat der Song – mit Solo, Riff, Chor und Refrain.

Begegnung mit RB-Trainer Nagelsmann

„Und läuft’s mal nicht so, wie wir woll’n, flügellahm und auf dem letzten Stoll’n – dann sind wir Fans der zwölfte Mann, wir singen im Chor und feuern euch an – mit Hey, hey, hey nur der RB!“

Das Feedback sei bislang eher dürftig. Er sei nicht größenwahnsinnig, wolle der RB-Hymne keinerlei Konkurrenz machen, sagt Naumann. „Aber vielleicht kann mein Lied doch gespielt werden – nicht vorm Spiel, klar, aber hinterher. Nur ein einziges Mal, bitte, bitte.“

Beim Training von RB war dem früheren 2000-Meter-Hindernisläufer Naumann kein Weg zu weit. Mit seiner CD zwischen den Hörnern scharrte er kurz mit den Hufen, arbeitete sich bis zum Oberbullen vor, sah ihm kurz in die Augen und fragte artig an, ob er nicht ein kleines Motivationsständchen gebrauchen könne. Julian Nagelsmann hatte weder Schaum vorm Mund noch wurde das Mitbringsel zum roten Tuch. Er sagte schlicht und ergreifend: Jo.

Von Haig Latchinian

Klein, aber fein: Die Rathausgalerie in Grimma genießt einen guten Ruf und setzt auf prominente Namen. Für die neue Ausstellung ab 16. November hat Kurator Holger Vogt eine Grafikerin an der Hand, die weit über Leipzig bekannt ist.

14.11.2019

Die Macherner Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) wird nicht an ihren Schreibtisch zurückkehren. Landrat Henry Graichen (CDU) versetzt die Rathauschefin nach längerer Krankheit in den Ruhestand.

So ein Durcheinander wie aktuell habe es in den Muldentalkliniken bislang noch nie gegeben, ist sich das Personal an den Krankenhäusern in Wurzen und Grimma einig. Offiziell will jedoch keiner reden, selbst der Betriebsrat bekam einen Maulkorb verordnet.

13.11.2019