Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Höfgen: Abenteuer-Ethik-Camp für Sechstklässler
Region Grimma Höfgen: Abenteuer-Ethik-Camp für Sechstklässler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:05 17.08.2018
Sechstklässler der Oberschule Grimma und des Schulzentrums Großbardau erleben in Höfgen bei den Tagen der ethischen Orientierung einige Abenteuer und bereiten sich über Lagerfeuer auch selbst das Essen zu. Quelle: Frank Prenzel
Grimma/Höfgen

Etwa 100 Sechstklässler aus Grimma sind seit Dienstag mit der Natur auf Du und Du. Sie schlafen in Zelten, kochen sich ihr Essen über einer offenen Feuerstelle, durchstreifen den Wald, schwimmen in Mulde und Thümmlitzsee, bauen Floße... Das alles ist Bestandteil der Tage der ethischen Orientierung, zu denen sich die Schüler der Oberschule Grimma und des Evangelischen Schulzentrums Großbardau in Höfgen zusammen gefunden haben. Mit Abenteuerschule ist die viertägige Zeit wohl besser umschrieben. Am Freitag packen die Mädchen, Jungen und Betreuer nun wieder ihre Sachen und machen Platz für Grimmaer Waldschüler und Dresdner Gymnasiasten, die in der nächsten Woche anrücken.

Outdoor-Projekt für Schüler aus ganz Sachsen

Seit 2006 lockt das Landesjugendpfarramt Fünft- und Sechstklässler zum Schuljahresbeginn zwei Wochen nach Höfgen und kooperiert dabei mit dem Kirchenbezirk Leipziger Land und dem Verband Christlicher Pfadfinder Sachsen. Längst seien die Tage der ethischen Orientierung ein Selbstläufer, sagt Gerd Pettrich (56), der als Jugendwart im Kirchenbezirk tätig ist und das Outdoor-Projekt für Sachsen mit entwickelt hat. Die Grimmaer Schulen würden sich immer wieder anmelden. Mit dem Camp unter freiem Himmel werden mehrere Ziele verfolgt. Wenn die Kinder die Natur erobern, soll ihr Zusammengehörigkeits- und Selbstwertgefühl ebenso wachsen wie ihre Selbstständigkeit. „Uns geht es auch um gegenseitige Wertschätzung und soziale Kompetenzen“, sagt Pettrich.

Menschliche Werte stehen im Mittelpunkt

Der religiöse Gedanke stehe nicht im Vordergrund, so der Camp-Chef. Dennoch spielen christliche Werte eine Rolle. So wird in diesem Jahr die Geschichte des Zollpächters Zachäus aufgegriffen, der über sich hinaus wuchs und Jesus auf Augenhöhe begegnete. Sie wird zum Beispiel in Gruppenübungen nahe gebracht. „Wir wollen mit den Schülern – ebenfalls auf Augenhöhe – über menschliche Werte sprechen“, erklärt der 56-Jährige.

Das Gelände des Freizeit- und Pfadfinderheims neben der Kirche in Höfgen eignet sich ideal für das Camp. Zwei Dutzend weiße Schlafzelte verteilen sich im weitläufigen Garten. Jede der vier Gruppen verfügt zudem über eine schwarze Jurte, in der – wegen der Waldbrandgefahr mit Sondergenehmigung – Flammen in Feuerschalen lodern dürfen. Hier bereiten sich die Sechstklässler, die die Zelte am ersten Tag selbst aufbauten, auch ihr Mittagessen zu. Zu den Höhepunkten gehört der Floßbau am Thümmlitzsee. Aus Reifen, Holzstangen und Stricken haben die Schüler ein schwimmfähiges Floß zu bauen. Wie bei den erlebnispädagogischen Spielen solle so die Gruppendynamik gesteigert werden“, erläutert Pettrich. Spaß und Stolz paaren sich bei der Aufgabe. Neben der Lagerfeuer-Romantik dürfte auch die Nachtwanderung im Juttapark – ohne Taschenlampe – den Elf- und Zwölfjährigen in der Erinnerung bleiben.

Floßbau am Thümmlitzsee kommt gut an

Bei dem über die Landeskirche finanzierten Projekt ist die Evangelische Schule für Sozialwesen Bad Lausick im Boot. Etwa 20 Schüler des dritten Lehrjahrs stehen den Mädchen und Jungen an den vier Tagen als sogenannter Teamer zur Seite. Das sei schon eine Herausforderung und etwas ganz anderes als ein Praktikum im Hort, meint Finja Gebhardt vom Oberkurs 1. Denn man sei rund um die Uhr für die Kinder zuständig. Die 20-jährige Leipzigerin spricht aber von einer schönen Erfahrung. Die nimmt wohl auch der elfjährige Johannes Hesse mit nach Hause. Das Camp sei etwas anderes als ein Ferienlager mit Häusern, meint er. „Mir ist es schon wichtig“, so der Oberschüler weiter, „weil dabei unsere Klasse ein bisschen näher zusammenkommt.“ Besonders aufregend fand der Grimmaer den Floßbau am Thümmlitzsee.

Von Frank Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bänke säumen jetzt den Weg von der Naunhofer Straße in Eicha zum Wald. Aufgesetzt haben sie Einwohner, die auch viele Bäume pflanzten. Als Interessengemeinschaft hegen sie weitere Ziele.

16.08.2018

Ein offenbar alkoholisierter Autofahrer hat Mittwoch in Großbothen bei Grimma einen Schaden von 30.000 Euro verursacht. Die Polizei zog den Führerschein des 29-Jährigen ein.

16.08.2018

In nur neun Monaten entstand an der Melanchthonstraße in Naunhof eine neue Kindertagesstätte. Sie soll Anfang September eingeweiht werden. Die Planungen der Stadt gehen gedanklich aber schon weiter.

16.08.2018