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Grimma Höhere Kosten für Turnhalle Belgershain
Region Grimma Höhere Kosten für Turnhalle Belgershain
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21:04 18.12.2018
Die neue Turnhalle aus der Vogelperspektive in einem Entwurf vom September 2017. Quelle: Strauß-Architekten
Belgershain

Teurer als zunächst gedacht wird die Turnhalle, die Belgershain bauen will. Der Gemeinderat beschloss am Montagabend, Geld für die zusätzlichen Kosten aus dem Haushalt freizugeben. Nach jetzigen Berechnungen verschlingt das Vorhaben nicht mehr 2,5 Millionen Euro, sondern 2 676 331 Euro. Und das ist möglicherweise noch nicht das letzte Wort.

Alle Unterlagen für Turnhalle eingereicht

Im Spätsommer ging der Bauantrag ans Landratsamt, das allerdings zweimal Unterlagen nachforderte. „Begründet wurde das mit Fragen von Bürgern, die geklärt werden müssten“, sagt Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos). Er selbst fuhr schließlich zur Kreisbehörde, um alle Unklarheiten auf kurzem Wege zu beseitigen. Mit dem Erfolg, dass Ende vergangener Woche das Bauordnungsamtes den vollständigen Eingang aller Dokumente bestätigte.

Bearbeitungsfrist läuft

Damit begann später als gedacht die vom Gesetz vorgegebene Dreimonatsfrist zur Bearbeitung des Antrags, wie Christian Strauß vom gleichnamigen Borsdorfer Architekturbüro erläutert. Erst Mitte März rechnet er mit einer Baugenehmigung. „Anfang Juli wollen wir anfangen zu bauen, im August 2020 wäre Fertigstellung“, sagt er.

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Belgershain hofft auf schnelle Genehmigung

Bürgermeister Hagenow, der ursprünglich mit einer Genehmigung in diesem Monat geliebäugelt hatte, mahnt indessen zur Vorsicht. „Wir müssen dann abwägen, ob wir im Sommer noch beginnen oder die eventuell günstigeren Preise im nächsten Winter abwarten“, erklärt er und verweist auf die Erfahrungen in jüngster Zeit, wonach die Preise jeweils im Frühjahr anziehen. „Wenn dann noch mal 300 000 bis 400 000 Euro auf die Gesamtkosten drauf kämen, wäre das für unsere Gemeinde mehr als schmerzlich“, warnt er. Dass das Bauordnungsamt seine dreimonatige Bearbeitungsfrist nicht ausschöpft, hofft deshalb Vize-Bürgermeister Bernd Weisbrich (Freie Wählervereinigung): „Vielleicht werden sie dort ja eher fertig.“

Allgemeine Preissteigerung auf dem Bau

Strauß bestätigt die Tendenz zur Verteuerung. „Wegen der guten Kunjunkturlage sind die Firmen ausgelastet und kalkulieren anders, als wir es gewohnt waren. Außerdem steigen die Materialpreise“, erläutert der Architekt. „Mit jedem Monat, der zusätzlich zwischen Kostenberechnung und Ausschreibung liegt, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass man die veranschlagten Ausgaben nicht hält.“

Die Abgeordnete Roswitha Brunzlaff (Linke) sieht es deshalb als vorteilhaft an, die Ausschreibung schon jetzt vorzubereiten. „Dann kann sie ohne weiteren Zeitverlust sofort rausgehen, sobald die Baugenehmigung eintrifft“, argumentiert sie. Für Hagenow ist damit jedoch ein Risiko verbunden, das er nicht eingeht. „Wenn das Bauordnungsamt irgendwelche Dinge findet, die verändert werden müssen, fangen wir mit den Auschreibungsunterlagen bei Null an“, hält er dagegen. „Schließlich geht es hier nicht darum, nur eine Hundehütte zu bauen.“

Gemeinde deckt höhere Kosten selbst ab

Stillstand herrscht indessen nicht. Nachdem die Genehmigungsplanung abgeschlossen ist, läuft jetzt die Ausführungsplanung an. Der Gemeinderat vergab dafür am Montag die Aufträge an die Fachbüros, die für die Statik, Heizung, Lüftung, Sanitärstrecke, Elektrotechnik und Außenanlagen zuständig sind.

Finanziert wird das Vorhaben zu 50 Prozent über Fördermittel vom Landessportbund Sachsen. Für den Großteil der anderen Hälfte nimmt die Kommune einen Kredit auf. Wegen der schon feststehenden Kostensteigerung ist sie nun aber gezwungen, auch eigene Mittel zu Lasten der Liquidität einzusetzen. Der Gemeinderat billigte 155 000 Euro aus dem Haushalt des kommenden Jahres.

Von Frank Pfeifer

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