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Grimma Identitäre Bewegung hängt Plakat am Gymnasium Grimma
Region Grimma Identitäre Bewegung hängt Plakat am Gymnasium Grimma
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09:34 24.10.2018
Aktivisten der "Identitären Bewegung" (IB) besetzten in der Vergangenheit bereits das  Brandenburger Tor in Berlin. Die Gruppe wendet sich gegen vermeintliche Überfremdung und Islamisierung. Jetzt sind Flyer der IB in Grimma aufgetaucht.
Aktivisten der "Identitären Bewegung" (IB) besetzten in der Vergangenheit bereits das Brandenburger Tor in Berlin. Die Gruppe wendet sich gegen vermeintliche Überfremdung und Islamisierung. Jetzt sind Flyer der IB in Grimma aufgetaucht. Quelle: Paul Zinken/dpa
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Grimma

Eine offenbar von der Identitären Bewegung initiierte Aktion sorgte am Montagmorgen am Grimmaer Gymnasium St. Augustin für Aufsehen. Am Hauptgebäude in der Klosterstraße, das derzeit eingerüstet ist, fand sich ein gelbes Plakat mit der Aufschrift „Linken Lehrern in die Suppe spucken - Identitäre Bewegung jetzt auch an deiner Schule“.

Der Hausmeister habe die Polizei informiert. Im Anschluss sei das Plakat entfernt worden, teilte die Schule mit. Die Botschaft am Gerüst war nicht das einzige Andenken. Außerdem wurden im Umfeld noch 200 Flyer mit ähnlichem Inhalt festgestellt. Diese hätten sich teilweise an Stromkästen und Häuserwänden befunden und wurden nach Erkenntnissen der Polizei vermutlich in der Nacht vom Sonntag zum Montag verteilt.

Staatsschutz ermittelt wegen der Flyer in Grimma

„Das Auftauchen der Flyer in Grimma wird jetzt zur weiteren Bearbeitung an das Dezernat Staatsschutz übergeben“, teilte Uwe Voigt, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, auf Anfrage mit. Derzeit sei noch nicht klar, ob strafrechtlich relevante Tatbestände vorliegen. Darüber habe die Staatsanwaltschaft im weiteren Verlauf zu entscheiden.

Am Gymnasium St. Augustin in Grimma hat die Identitäre Bewegung am Montag ein Banner gegen“linke Lehrer“ gehisst. Der Staatsschutz ermittelt. Quelle: Thomas Kube

Identitäre Bewegung gehört zur extremen Rechten

Die Identitäre Bewegung gilt inzwischen als eigene politische Strömung der extremen Rechten. Bundesländer wie Berlin, Brandenburg, Bremen und Hessen beobachten deren Mitglieder schon seit einigen Jahren. Der sächsische Verfassungsschutz hat seit 2016 ein Auge auf die Identitäre Bewegung (IB) geworfen.

Kritiker werfen deren Vertretern eine aggressive Argumentation gegen alles Fremde vor. Hinzu komme der Kampf gegen ein modernes Familienbild, gegen Frauen- oder Minderheitenrechte. Typisch für die Identitären: Sie setzen zumeist auf öffentlichkeitswirksame Aktionen wie Flashmobs, das Entrollen von Transparenten oder das Stören öffentlicher Veranstaltungen.

Von Simone Prenzel