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Grimma Dreiste Buntmetalldiebe machen wichtige Baustelle stromlos
Region Grimma Dreiste Buntmetalldiebe machen wichtige Baustelle stromlos
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19:53 25.12.2018
Elektriker Ingolf Hedtke findet die gewaltsam entfernete Sicherungshalterung des Stromkastens. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

Wenn die Bauleute am letzten Bauabschnitt der Hochwasserschutzmauer in Grimma zwischen Pöppelmannscher Steinbrücke und Schloss über die Feiertage einen Weihnachtsbaum aufgestellt hätten, würden die Lichter daran über das Fest und Neujahr nicht leuchten können.

Buntmetalldiebe legen wichtige Baustelle lahm

Dreiste Buntmetalldiebe haben das für die komplette Baustelle Strom führende Kabel demontiert und entwendet. Was sich als mutmaßliche Tatzeit zwischen dem vierten Adventswochenende und Heiligabend eingrenzen lasse, ist am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages aufmerksamen Bürgern aufgefallen.

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Nach dem Kabelklau am Stromkasten ist die Baustelle der Hochwasserschutzanlage samt Kran (im Hintergrund) stromlos. Quelle: Frank Schmidt

Sie hatten den demolierten Stromkasten auf der Stadtwaldseite der Brücke entdeckt und der Polizei gemeldet. Zunächst, so erklärte Ingolf Hedtke von der zuständigen Elektroinstallationsfirma, sei die Blechtür des Verteilerkastens oben und unten aufgebogen worden, um durch Aushebeln der Sicherungen die Stromzufuhr gewaltsam zu unterbrechen.

Täter gehen mit brachialer Gewalt vor

Was trotz brachialem Vorgehen darauf schließen lasse, dass der oder die Täter keine Laien gewesen sein konnten, ließ Hedtke aufhorchen. Dann ist das etwa 50 Millimeter starke und fünfadrige Kabel an mehreren Stellen durchtrennt worden. „Dem Anschein nach eher unprofessionell mit einer Säge“, stellte der Elektriker fest.

Gleichwohl keine Laien am Werk gewesen sein konnten, haben der oder die Täter deutlich erkennbar das starke fünfadrige Kabel an mehreren Stellen eher unprofessionell durchtrennt. Quelle: Frank Schmidt

Bis auf das Kabel der etwa vier Meter hohe Überquerung des Spazierweges auf der Stadtwaldseite konnten so reichlich 200 Meter Kabel entfernt werden, welches mit Kabelbinder an der Außenseite des südlichen Brückengeländers befestigt war. Außerdem vermisst Hedtke bei einer Inspektion vor Ort den Baustromkasten am Fuß des Baukranes. Möglicherweise ist auch der zum Diebesgut geworden, was aber noch genauer zu prüfen sei.

„Das macht man nicht mal so nebenbei“

Unklar ist, wie das Kabel auf gesamter Länge der Brücke unbemerkt demontiert und abtransportiert werden konnte. „Das macht man nicht mal so nebenbei, die Aktion ist offenbar gut vorbereitet gewesen“, war sich Hedtke sicher. Denn es handelte sich um ein relativ dickes und damit schweres Starkstromkabel, das vieradrig für eine Leistung von 63 Ampere ausgelegt ist. Glück im Unglück sei, dass es „nur“ Alukabel war und kein Kupferkabel, sagte Hedtke. „Aber das werden die Diebe beim Abisolieren merken, denn die haben sich ganz sicher mehr erhofft“.

Elektriker Ingolf Hedtke ist fassungslos über die Dreistigkeit, mit der oder die Täter die Baustelle hinter ihm durch Kabelklau stromlos gemacht haben. Quelle: Frank Schmidt

Dennoch beziffere sich der Stehlschaden auf etwa 5 000 Euro. Die Folgeschäden seien indes noch nicht absehbar, weil damit die zwischen den Jahren nur ruhende Baustelle absolut stromlos ist. Damit sei auch kein Frostschutz für Wasserleitungen in den Baucontainern gewährleistet, macht Hedtke darauf aufmerksam. Deshalb informiert er sofort telefonisch einen der Verantwortlichen der bauausführenden Firma Hüttner, der sich um die Sache kümmern wollte. Die Polizei ermittelt nun, um den Dieben auf die Spur zu kommen.

Von Frank Schmidt

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