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Grimma Stadt Trebsen: Kita, Hort und Krippe werden teurer
Region Grimma Stadt Trebsen: Kita, Hort und Krippe werden teurer
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11:33 01.02.2017
Elternbeiträge in Trebsen steigen zum 1. April 2017.   Quelle: Frank Schmidt
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Trebsen

 In seiner jüngsten Sitzung hat der Stadtrat eine Erhöhung der Elternbeiträge zum 1. April beschlossen. „Die Gründe dafür sind vor allem die Personalkosten durch den veränderten Betreuungsschlüssel“, erklärte Bürgermeister Stefan Müller (CDU) am Montagabend in der Sitzung.

Seit 2013 hat die Kommune die Elternbeiträge nicht mehr erhöht, nun gebe es aber keine andere Möglichkeit. „Bisher konnten wir eine Erhöhung durch eine großzügige Planung und Einsparungen in den Kindertagesstätten selber umgehen, aber das ist nun nicht mehr möglich“, sagte auch Romy Sperling, Hauptamtsleiterin der Stadt.

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Konkret bedeutet das: Der Beitrag für die Betreuung für sechs Stunden im Hort erhöht sich um 3,87 Euro auf rund 64 Euro im Monat und für Kinder im Kindergarten, bei einer neunstündigen Betreuung, steigen die Beiträge durch eine Erhöhung von 6,70 Euro auf rund 110 Euro. Am kräftigsten ziehen die Beiträge für Krippenplätze an. Der monatliche Beitrag steigt auf rund 180 Euro. „Die Erhöhung liegt hier bei 16,37 Euro für neun Stunden Betreuung“, so Sperling.

Auch steigende Betriebskosten zwangen die Kommune zu diesem Schritt. „Auch wenn die Beiträge nun steigen, liegen wir immer noch unter dem Durchschnitt des Landkreises.“ Dieser liegt zum 1. Januar 2018 bei 65 Euro für Horte, 112 Euro für Kindergärten und 187 Euro für Krippen.

Ziel sei es, die Beiträge in den kommenden Jahren regelmäßig zu prüfen, um allzu hohe Preissteigerungen zu vermeiden und Eltern nicht unnötig zu belasten.

„Unser Träger, die Volkssolidarität macht deutlich, dass eben mehr Personal nötig ist und das entsprechend kostet. Die Alternative wäre, keine Kinder mehr aufzunehmen“, sagt Stadtkämmerer Martin Sittauer. Aus den Reihen der Stadträte gab es keine Gegenstimmen. Auch wenn die Erhöhung für die Krippe im zweistelligen Bereich liege, würden die anderen Summen keine großen Lücken in das Budget der Eltern reißen.

„Wenn wir den Stand und die Qualität der Einrichtungen halten wollen, müssen auch die Eltern an den Kosten beteiligt werden, führte Sittauer aus. Außerdem sei zu bedenken, dass überall Fachkräfte gesucht würden. „Wenn die Volkssolidarität keine entsprechenden Löhne zahlen könnte, suchen sich die Erzieher am Ende einen Arbeitgeber, der besser zahlt“, sagte Sperling. „Mit dem derzeitigen Geld kommen wir wirklich nicht hin. Die Landeszuschüsse steigen nicht, deswegen ist es nötig, dass wir die Elternbeiträge anpassen“, äußerte sich Stadträtin Silke Starke, Leiterin der Kita Vogelnest in Trebsen in der anschließenden Diskussionsrunde.

Bereits in den Jahren 2015 und 2016 waren die Kosten durch die Veränderung des Betreuungsschlüssels und steigende Betriebskosten gestiegen. Diese hatte die Kommune allerdings nicht auf die Elternbeiträge umgeschlagen, sondern komplett selbst getragen. Seit September 2016 müssen zwölf Kinder von einem Betreuer beaufsichtigt werden. Zuvor waren es 13 Kinder. Für Krippen senkt sich der Betreuungsschlüssel ab dem 1. September 2017 von sechs auf fünf Kinder je Erzieher im Jahr 2018.

Von Tatjana Kulpa

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