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Grimma Klingaer schlemmen nach Noten
Region Grimma Klingaer schlemmen nach Noten
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05:00 22.02.2010
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Parthenstein/Klinga

Doch beim traditionellen Schlachtfest des Klingaer Volkschores dominierten am Freitagabend keine langen Reden, sondern Musik, Spaß, Geselligkeit – und natürlich der Gesang.

So verwunderte es auch nicht, dass Dirigent Dietrich Wiesemann seinen Chor gleich zu Beginn zu einer Sonderprobe einlud, bevor sich die Sängerinnen und Sänger mit ihren Partnern ganz der zünftigen Schlachtetafel hingeben konnten. Von „Mein kleiner grüner Kaktus“ über „Ja, wir wollen so gerne einen heben“ bis zur „Bierpolka“ war die Stimmung schnell angeheizt, die breite Palette der ausgeschenkten „Stimm-Öle“ leistete das Übrige. Ihren sichtlichen Spaß hatte die musikalische Gemeinschaft zudem bei „Magic Fox“ alias Ralf Beyer, der die Runde mit einer bunten Palette an Zauberkunststücken verblüffte, und Horst Bauer, der als „Erna - die Putzfrau mit Sti(e)l“ den Lachmuskeln kaum eine Pause gönnte. Sich selbst auf die Schippe nahmen die Chormitglieder mit ihrem geliebt-gefürchteten Geschenkebasar unter dem Motto „Was ich nicht mehr brauche“, bei dem erneut von alten Brillen, Bierkrügen und frivolen Flaschenöffnern bis hin zu Sammeltassen vieles (Un-)Brauchbare den Besitzer wechselte.

„Diese Truppe ist unübertrefflich“, zeigte sich Dirigent Dietrich Wiesemann überglücklich. „Der Chor ist das Beste, was mir passieren konnte, seit ich in Parthenstein gelandet bin.“ Dieses Lob konnte Chor-Chef Volker Michael klar zurückgeben: „Als Chorvorstand kannst du machen, was du willst. Der Chor steht und fällt mit seinem musikalischen Leiter.“ Und der Volkschor Klinga steht ganz sicher: Die derzeit 32 Sängerinnen und Sänger haben allein 90 Lieder in ihrem Frühlingsrepertoire, weitere 50 Titel in ihrer Weihnachtsliedermappe. „Unser Anspruch ist es, für jedes unserer beiden Klingaer Konzerte stets zwei neue Lieder einzustudieren“, so Volker Michael. Dafür proben die Chormitglieder jede Woche zwei Stunden. Doch das wird keinesfalls als Last empfunden: Die Freude an der Geselligkeit und dem gemeinsamen Singen sorgt für eine attraktive Gemeinschaft. Sie lockte auch jüngere Stimmen, wie Heike Däbritz und ihren Mann Dirk an, die als Neu-Klingaer seit wenigen Jahren die Reihen der Tenöre und Bässe verstärken. „Wenn man auf dem Dorf lebt, braucht man Anschluss“, wussten die beiden zu berichten. „Und die Gemeinschaft des Volkschores hat uns einfach fasziniert.“ Öffentlich hörbar werden die Sängerinnen und Sängern schon am 9. Mai wieder sein - bei ihrem Frühlingskonzert in der Klingaer Dorfkirche.

Ralf Saupe