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Grimma Kohle-Hilfen: Wasserstoffzug nach Grimma könnte profitieren
Region Grimma Kohle-Hilfen: Wasserstoffzug nach Grimma könnte profitieren
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14:44 09.04.2019
Der weltweit erste Wasserstoffzug absolvierte Anfang Februar eine Premierenfahrt von Leipzig nach Grimma. Quelle: Thomas Kube
Landkreis Leipzig

Von vielen als Hirngespinst abgetan, könnte der Einsatz von Wasserstoffzügen auf der Strecke Leipzig-Grimma möglicherweise doch in absehbarer Zeit Realität werden. „Ich freue mich sehr, dass ein entsprechender alternativer Antrieb eventuell auf den Weg gebracht werden kann“, erklärte Landrat Henry Graichen (CDU) am Freitag.

Regelbetrieb mit Brennstoffzellentechnik ab 2025 möglich

Er bezog sich dabei auf das bekanntgewordene Sofortprogramm zum Kohleausstieg, auf das sich Bund und Kohleländer geeinigt haben. Wie berichtet, soll auf der nicht elektrifizierten Strecke bereits ab 2022 der schrittweise Einsatz von Triebfahrzeugen mit Brennstoffzellentechnologie erfolgen. Ein Regelbetrieb wäre ab 2025 möglich. Bis dahin ist der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) noch an bestehende Verträge mit Transdev gebunden.

Premierenfahrt des Coradia iLint führte bereits nach Grimma

„Bis dahin muss die erforderliche Tankinfrastruktur geplant und errichtet werden“, heißt es in der Projektliste des Freistaates Sachsen. Weiterhin seien die Grundlagen für eine effektive Betriebsführung und Instandhaltung zu schaffen. Erklärtes Ziel ist die Durchfahrt der Züge durch den Leipziger City-Tunnel und damit der Anschluss von Grimma und weiterer Muldentaler Kommunen ans mitteldeutsche S-Bahn-Netz. Der ZVNL hatte erst vor wenigen Wochen eine viel beachtete Premierenfahrt des Coradia iLint zwischen Leipzig und Grimma organisiert. Der Zug des französischen Bahntechnik-Konzern Alstom nutzt die Brennstoffzellentechnologie und wird mit Wasserstoff betankt.

„Die Struktur-Millionen des Bundes müssen effektiv und nachhaltig eingesetzt werden“, äußerte sich auch Grimmas Stadtchef Matthias Berger (parteilos). Der Einsatz emissionsfreier Technik auf der Strecke Leipzig-Grimma sei nicht nur von ökologischer Bedeutung. Für Grimma ginge damit der seit langem bestehende Wunsch nach einer besseren Anbindung an das Oberzentrum Leipzig in Erfüllung. „Für uns ist das Thema Wasserstoff von genereller Natur. Wir planen auf diesem Gebiet einiges“, verwies der OBM auf das erst kürzlich unterzeichnete Memorandum of Understanding, mit dem fünf Partner ihre Absicht für ein Wasserstoffkompetenzzentrum an der Mulde untermauerten. Nach Bergers Meinung müsse man sich auf wichtige Projekte fokussieren: „Sachsen-Anhalt will mit den Geldern zum Beispiel auch den Naumburger Dom reinigen – das, fürchte ich, wird niemandem helfen.“

🍀 Wasserstoff-Zentrum Grimma? 🧪 Landkreis Leipzig, Stadt Grimma, VNG- Verbundnetz Gas AG, FAUN Viatec GmbH und...

Gepostet von Stadt Grimma am Freitag, 22. März 2019

In der Liste der Sofortmaßnahmen taucht die Bahnstrecke Leipzig-Grimma dafür gleich zweimal auf. Laut Staatskanzlei soll eine Machbarkeitsstudie auch die Elektrifizierung der Strecke untersuchen. Für Henry Graichen ist das kein Widerspruch: „Es macht Sinn, sich beide Optionen offenzuhalten. Sollte sich der Einsatz von Wasserstoff nicht realisieren lassen, muss die Strecke elektrifiziert werden, was im Übrigen auch weniger kosten würde.“

Lösungen auch auf der Bahnstrecke Leipzig-Zeitz-Gera

Innovative Lösungen will Sachsen auch auf einer weiteren Bahnstrecke – der Verbindung Leipzig-Zeitz-Gera – befördern. Auch hier soll die Brennstoffzellentechnologie zum Zuge kommen. Die Neuausschreibung der Verbindung für alternative Antriebe wird für Ende 2024 angeregt. Auch diese Maßnahme soll mit Geldern aus dem Sofortprogramm flankiert werden. Ebenso wie die Elektrifizierung der Strecke Geithain-Chemnitz.

Biogas-Projekt in Thallwitz auf der Liste

Letztlich hat es auch ein Projekt aus Thallwitz ganz nach vorn geschafft. Die dortige Firma Ökotech Anlagenbau ist an einem Forschungsprojekt zur Abspaltung von CO2 aus Biogas beteiligt. Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Dresden wird nach alternativen Wegen gesucht, Abfallprodukte aus Biogasanlagen zu verwerten. Als mögliche Einsatzgebiete sind die Kosmetikindustrie und der Maschinenbau im Gespräch. „Gerade ein solches Projekt verdient Unterstützung, weil es auf unternehmerische Initiative zurückgeht“, lobt Graichen. Es sei ein gutes Beispiel, dass sich die Wirtschaft der Aufgabe des Strukturwandels stellt und eigene Impulse setzt.

Von Simone Prenzel

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