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Grimma Kraft für Verschönerung ist am Ende – Verein zieht Schlussstrich
Region Grimma Kraft für Verschönerung ist am Ende – Verein zieht Schlussstrich
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13:42 29.05.2019
Dieter Lachmann war mit seinem Gespann gern dabei, wenn auf dem Weinberg gefeiert wurde. Quelle: Jens Paul Taubert/LVZ-Archiv
Bad Lausick

Einen Aussichtsturm errichteten die Mitglieder des (zweiten) Bad Lausicker Verschönerungsvereins – anders als die Mitstreiter des 1878 gegründeten ersten Gremiums dieses Namens – nicht. Doch es gelang ihnen, seit der Wiedergründung 1993 den Weinberg südlich des Kurparks in eine attraktive Anlage zu verwandeln. Die Weinberg-Feste zogen über Jahre die Besucher an. Die Zahl der Aktiven indes sank, der Altersdurchschnitt stieg. Nach mehrjähriger Überlegung zogen die Mitglieder jetzt die Reißleine: Sie lösen den Verein (ein zweites Mal) auf.

Am Ende reicht die Kraft nicht mehr

„Zuletzt kamen zu unserem monatlichen Arbeitseinsatz nur noch fünf, sechs Mitglieder. Da lässt sich so viel nicht mehr stemmen“, sagt Josef Eisenmann, von 1990 bis 2015 Bürgermeister der Kurstadt. Darin, dass er 1993 zu den Initiatoren der Wiederbelebung der seit Ende des Krieges ruhenden Vereinsarbeit gehörte, gleicht er seinem Amtsvorgänger Eduard Fabian. Mehr als vier Jahrzehnte war er Ende des 19. Jahrhunderts im Amt, Mitbegründer des Vereins, und er gehört zu jenen, die den damals niederliegenden Kurbetrieb zu neuer Blüte verhalfen. Er trug maßgeblich dazu bei, dass Bad Lausick 2021 das Jubiläum 200 Jahre Kur feiern kann.

Chamonix lässt grüßen

Damals, vor 140 Jahren, seien es wie heute Menschen verschiedener Herkunft gewesen, die sich gemeinsam einsetzen wollten für ein attraktives Lebensumfeld, für eine Stadt mit Ausstrahlung – und einfach zupackten, sagt Eisenmann. Das Schamoniental, das der Steingrundbach nördlich der Medianklinik durchfließt, wurde durch den Verschönerungsverein zu einem Teil des Kurparks gemacht, in dem Kurgäste wie Einheimische gleichermaßen gern flanierten. Ein Denkstein inmitten von Grün und der Hugo-Bockwitz-Brunnen erinnern daran - und der Begriff Schamoniental an den augenzwinkernden Überschwang dieser Aufbruchsjahre, denn er nimmt Bezug auf den mondänen Ski-Ort Chamonix in den Alpen – sächsisch ausgesprochen. Besagter Turm aber musste 1921 aufgrund von Baufälligkeit abgerissen werden. Außerdem wurden Bäume gepflanzt, Wege angelegt, der Geldberg eingebunden.

Verein investierte 20 000 Euro

Der Verschönerungsverein der zweiten Generation konzentrierte sich auf ein Areal, auf dem im Mittelalter Reben standen, das aber kaum Spaziergänger reizte. „Als Kind bin ich hier Schlitten gefahren“, erinnert sich Josef Eisenmann. Nach der Wende habe die Kommune dank Fördermitteln des Landes den Weinberg aufgewertet und ins öffentliche Bewusstsein der Stadt zurück gebracht. Eine Pergola und Wegeeinfassungen entstanden. Am Verschönerungsverein, der in den ersten Jahren 130 Mitglieder zählte - darunter fördernde aus der regionalen Wirtschaft - war es, das Angeschobene in schweißtreibender Arbeit zu vollenden. Rund 20 000 Euro habe man in dem guten Vierteljahrhundert investiert, habe den Hauptweg komplett gepflastert, habe zwei zusätzliche Leuchten aufgestellt, die Pergola instand gehalten, so der letzte Vorsitzende und nun Liquidator. Die Arbeitsstunden habe man nicht gezählt, denn: „Die waren ja der Inhalt unseres Vereins.“

Weinberg wurde zum Schmuckstück

Das Geld, das der Verein investierte, spielte er mit seinen Weinberg-Festen ein, die jeweils über ein ganzes Wochenende gingen. Als auf das von 2013 kein weiteres folgte, deutete sich bereits an, dass die Kraft nachlässt. „Wir diskutieren seit 2017 offen darüber, ob es nicht besser wäre, einen Schlussstrich zu ziehen“, so Eisenmann. Auf einer außerordentlichen Versammlung im Frühjahr hätten das die am Ende 31 Mitglieder (Altersdurchschnitt 67 plus) schließlich beschlossen. Schweren Herzens, denn: „Bürgerschaftliches Engagement wird immer gebraucht. Da ist es gut, das zu bündeln.“ Das Aus sei schade, der Einsatz aber keinesfalls vergeblich gewesen. Der Weinberg sei ein Schmuckstück, dass die Kommune jetzt wie das Umfeld des nahen Schwanenteiches in den Kurpark integrieren will – und so dafür sorgt, dass die Entwicklung hier nicht stehen bleibt. Und falls nach der Vereins-Abwicklung noch ein paar Euro übrig sind, sollten die für das Pflanzen eines Baumes auf dem Weinberg verwendet werden.

Von Ekkehard Schulreich

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