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Grimma Kritik am Namen fürs neue Grimmaer Sportzentrum
Region Grimma Kritik am Namen fürs neue Grimmaer Sportzentrum
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17:12 21.05.2019
Das neue Sportzentrum in Grimma nimmt immer mehr Gestalt an. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Nach der Internet-Abstimmung hat nun der Grimmaer Stadtrat das letzte Wort und soll am Donnerstag den Namen des neuen Sportzentrums an der Lausicker Straße beschließen. Die Bezeichnung „Husaren-Sportpark Grimma“, die beim Online-Voting mit 37 Prozent der insgesamt 713 Stimmen den Sieg davon trug und in der Beschlussvorlage steht, stößt aber ausgerechnet bei Sportfreunden und im Fußballverein nicht nur auf Gegenliebe.

Einer, dem der Name richtig gegen den Strich geht, ist der Ehrenpräsident des FC Grimma, Egon Pape. Und er weiß anhand erhaltener Anrufe, Mails und Whatsapp-Nachrichten, dass er mit seiner Meinung nicht alleine steht.

Pape, der sich für den Neubau der Fußballplätze an einer Hochwasser sicheren Stelle stark gemacht hat und sozusagen einer der Väter des neues Stadions ist, schmerzt die Bezeichnung. „Husaren haben nichts mit dem Sport und dem Sportverein zu tun“, ärgert sich der 67-Jährige. „Das waren Krieger, die kann man mit Sport nicht zusammen bringen.“ Und schon gar nicht mit einem Familienverein, meint der Ehrenpräsident.

Soll das Sportzentrum Husaren-Sportpark heißen?

Das neue Sportzentrum in Grimma soll künftig den Titel „Husaren-Sportpark“ tragen. Der FC Grimma ist gar nicht glücklich mit dieser Wahl. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

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Weggefährten haben ähnliche Meinung

Pape, der sich nach einem Schlaganfall ins Leben zurück kämpft, fühlt sich von Weggefährten bestärkt. Der Trend bei der Namensgebung für Sportstätten sei leider völlig außer Betracht gelassen worden, schrieb ihm einer und sprach von Einmischung in sportliche Belange: „Schade für den Fußballsport in Grimma.“

Was Husaren mit dem Grimmaer Fußball zu tun haben, sei nur schwer zu verstehen, notierte ein anderer. Und als der FC Grimma am Sonntag mit einem 4:0-Sieg über Neusalza-Spremberg Meisterschaft und Oberliga-Aufstieg perfekt machte, sprach ein Fan Pape an und fragte: „Wollt ihr in den Krieg ziehen?“ Den langjährigen Vereinschef hat das aufgeschreckt.

Das neue Sportzentrum in Grimma nimmt immer mehr Gestalt an. Quelle: Thomas Kube

Der Ehrenpräsident plädiert für „Sportzentrum Grimma“, ein Vorschlag, den auch der Vorstand des FC Grimma unterbreitet und favorisiert hat. „Da ist beides drin, Sportzentrum und Grimma, das passt“, sagt Pape. Ihn ärgere, das der Name am Verein vorbei festgelegt wird. Beim Online-Voting kam „Sportzentrum Grimma“ mit 21 Prozent auf den zweiten Platz.

Der Name der neuen Sportstätte in Grimma steht. Auf der Homepage der Stadt konnte bis zum 23. April aus fünf Vorschlägen...

Gepostet von Muldental TV GmbH am Donnerstag, 25. April 2019

Verein fürchtet ausbleibende Vermarktung

Der FC Grimma, der auf dem neuen Sportareal rund 150.000 Euro in die Flutlichtanlage und einen dritten Platz investiert, fürchtet aber auch wirtschaftliche Nachteile durch die Bezeichnung „Husaren-Sportpark“. Einen finanzkräftigen Sponsor, der den Namen nach den Beispielen der Allianz-Arena oder des Signal-Iduna-Parks kaufen würde, dürfte sie eher abschrecken. Auch aus Gründen der Vermarktung hatte der Verein den Wunsch nach einem neutralen Namen geäußert – den Informationen zufolge vor der entscheidenden Sitzung des Beirates für Kultur, Jugend und Sport, in der aus rund 50 Vorschlägen die fünf Namen für die Online-Abstimmung festgeklopft wurden. Dabei hat schon die (zunächst) reduzierte Zuschauerkapazität das Finanzkonzept des Vereins über den Haufen geworfen.

Grimmas OB: „Der Souverän hat gesprochen“

Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) kennt die Bedenken des Vereins, sieht aber keinen Anlass, in die Namensfindung neu einzugreifen. „Der Souverän hat gesprochen“, verweist der 51-Jährige auf die „demokratische Abstimmung“. Schon im vorigen Jahr hatte sich die Stadt dafür entschieden, die Bevölkerung um Vorschläge zu bitten und ein Online-Voting durchzuführen. Der Verein sei entsprechend einbezogen worden. Das Ergebnis jetzt in Frage zu stellen, wäre nicht zu vermitteln, betont Berger, der nach eigenen Worten über den Ausgang der Abstimmung selbst überrascht war.

Das Areal sei einst für die Husaren gebaut worden, das könne man auch würdigen, findet der Rathauschef mit Blick auf ein wesentliches Stück Grimmaer Historie. Der künftige Name beziehe sich auf die gesamte Anlage einschließlich der avisierten Stadthalle, die einmal neben den drei Plätzen entstehen soll, und des sogenannten grünen Fingers, erklärt Berger. Wenn es die Fußballer wünschen, könne der Hauptplatz, auf dem der FC seine Spiele austrägt, extra benannt und entsprechend vermarktet werden. „Das wäre eine vernünftige Lösung“, sagt Berger, der damit offenbar einem Vorstoß der Vereinsführung folgt.

Von Frank Prenzel

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