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Grimma Kritik an Naunhofer SeeYou-Festival
Region Grimma Kritik an Naunhofer SeeYou-Festival
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08:11 27.06.2019
Schon eine kleine Tradition: 2015 hatte das SeeYou-Festival am Naunhofer Moritzsee Premiere. Quelle: Alexander Prautzsch
Naunhof

Einmal mehr wird es an diesem Wochenende am Naunhofer Moritzsee laut. Das SeeYou-Festival beginnt am Freitagabend, wenn sich die Alt-Rocker von Smokie an dem Naturkleinod nahe der Autobahn 14 die Ehre geben. Am Tag darauf gibt’s ab dem Nachmittag bis zum Sonntagmorgen Musik auf die Ohren. Nicht zur Freude aller.

Heinze: Konzerte am falschen Ort

Zu denen, die der Doppel-Veranstaltung mit gemischten Gefühlen entgegenblicken, gehören Helge Heinze und mit ihr die übrigen Mitstreiter des Grünen Tisches, bei dem es sich um eine im Zusammenhang mit vermehrten Baumfällungen im Winter 2016/’17 formierte Interessengemeinschaft Naunhofer Bürger handelt. „Ich habe gar keine Probleme mit Smokie, finde die Band ganz im Gegenteil toll. Aber das Konzert wie auch das ganze SeeYou-Festival finden am falschen Ort statt“, so die Naturfreundin.

Gibt am Freitag ein Konzert am Naunhofer Moritzsee: Die britische Pop-Band Smokie. Quelle: Archiv

Am falschen Ort deshalb, weil das Biotop, das sich in den vergangenen Jahren an dem stehenden Gewässer trotz der Frequentierung durch nicht wenige Badegäste hat entwickeln können, arg in Mitleidenschaft gezogen werde. „Die Seevögel wirken an den Tagen nach dem Festival infolge des Lärms und der Menschenmassen verstört“, will Heinze beobachtet haben.

Kritik an Bürgermeister Zocher

Schockierend für sie sei, dass Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) einerseits besorgte und empörte Bürger vertröste und ein Ende derartiger Veranstaltungen in Aussicht stelle, während die Termine für das nächste Jahr bereits in Sack und Tüten gebracht worden seien. „Der Großteil derjenigen, die sich an den Veranstaltungen am Moritzsee stören, schimpfen im stillen Kämmerlein“, so Heinze.

Veranstalter bittet um Verständnis

Derweil bittet der Veranstalter des SeeYou-Festivals, Marcel Schröder von der Firma Rotring Event, in einer Pressemitteilung um Verständnis dafür, dass es in den Nachtstunden von Sonnabend auf Sonntag etwas lauter als gewohnt werden wird, man allerdings um die Einhaltung der aktuellen Richtwerte der Lärmschutzrichtlinien bemüht sei. So werde bereits beim Aufbau der Anlagen auf die Ausrichtung der Boxen geachtet, damit der Schall nicht in direkter Linie auf Wohnbebauungen trifft. Keinen Einfluss habe sein Unternehmen allerdings auf das Wetter und die damit einhergehenden Windverhältnisse, die mitverantwortlich für die Verteilung der Geräuschkulisse seien.

Ordnungsamt nimmt Beschwerden entgegen

Im Falle von Beschwerden, so Schröder, habe das Ordnungsamt der Stadt Naunhof „jederzeit ein offenes Ohr“. Der Behörde zufolge ist bislang nach Lage der Dinge noch niemand juristisch gegen das SeeYou-Festival vorgegangen. „Wir haben diesbezüglich zumindest keine Kenntnis“, so Ordnungsamtsleiter Daniel Brcak. „Mit Beschwerden bei einer Musikgroßveranstaltung ist aber immer zu rechnen.“

Sicherheitskonzept erstellt

Am 11. Juli 2015 hatte das SeeYou-Festival Premiere, damals strömten rund 8000 Besucher zum Moritzsee. Mit so einem Ansturm hatte der Veranstalter nicht gerechnet, zum Teil ging es in der Nacht etwas chaotisch zu, weil unter anderem Fahrzeuge wild abgestellt wurden. In der Folge forderte Stadtrat Marcus Blankenburg von der Unabhängigen Wählervereinigung, ein Sicherheitskonzept zu erstellen, was dann auch geschah.

Beschwerden über eine Lärmbelastung gab es von Anfang an. Vor allem vergangenes Jahr häuften sie sich, als der Wind die Schallwellen in Richtung Beucha trieb, so dass sich dort Einwohner um den Schlaf gebracht fühlten. Aus Naunhof hingegen meldeten sich Bürger zu Wort, die in der Open-Air-Sause eine Aufwertung ihrer Stadt sehen.

Aus Sicht der Kommune wurden alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten. Die KulturWerkStadt möchte auch Jugendlichen Angebote unterbreiten und bittet die Menschen um Verständnis für den Krach an einem Wochenende im Jahr.

Von Roger Dietze und Frank Pfeifer

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