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Grimma 1300 Röthaer Haushalte testen für ein Jahr die Biotonne
Region Grimma 1300 Röthaer Haushalte testen für ein Jahr die Biotonne
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Biomüll wird im Landkreis Leipzig bald getrennt gesammelt. Quelle: dpa
Landkreis Leipzig/Rötha

Die Region gehört zu den Bummelletzten beim Thema Biomüll. Während in den meisten anderen Regionen Deutschlands Bioabfälle seit Jahren getrennt vom Hausmüll entsorgt werden, wandert im Landkreis Leipzig vieles noch in eine Tonne. Damit soll ab 2020 Schluss sein: „Ab diesem Zeitpunkt werden wir flächendeckend die Biotonne einführen“, erklärt Jens Meissner, Geschäftsführer der Kommunalentsorgung Landkreis Leipzig GmbH (Kell). Damit werde den Vorgaben entsprochen, die sich aus dem seit 2015 geltenden Kreislaufwirtschaftsgesetz ergeben.

Maulwurf Biolino ist Maskottchen der Kampagne

Um Erfahrungen zu sammeln, wird die Biotonne ab September ein Jahr in der Stadt Rötha getestet. Zu den umfangreichen Vorbereitungen, die die Kell getroffen hat, gehören ein Informationsschreiben an alle Röthaer Grundstückseigentümer, die Gestaltung einer Projektseite im Internet und natürlich die Schaffung sämtlicher materieller Voraussetzungen. Auch ein kleiner Maulwurf geht an den Start und soll für mehr Umweltbewusstsein werben: Biolino soll das freundliche Gesicht der Informationskampagne werden.

Ansicht der Deponie Cröbern. Quelle: André Kempner

Um ein System mit möglichst großer Akzeptanz zu installieren, war der Landkreis auf der Suche nach einer Kommune, die das Abfallaufkommen repräsentativ abbildet. „Dieses Testgebiet haben wir in der Stadt Rötha gefunden“, erläutert der Geschäftsführer der Kell. Die 6000-Einwohner-Stadt stelle mit ihren Ortsteilen Espenhain, Mölbis, Pötzschau und Oelzschau einen Querschnitt der Bebauung im Landkreis dar. „Es finden sich sowohl städtische als auch ländliche Strukturen“, begründet Jens Meissner die Auswahl des Testkandidaten. Als Vorteil galt auch die Nähe zur Deponie Cröbern. Denn hier sollen künftig sämtliche Bioabfälle aus dem Landkreis und der Stadt Leipzig verwertet werden.

Ein Drittel der Röthaer kompostiert selbst

Seit Mai wurden die Röthaer über die Modalitäten aufgeklärt. Ein Informationsschreiben sei an alle Grundstückseigentümer gegangen. So wurden die Nutzer auch über die Möglichkeit informiert, sich vom Anschlusszwang befreien zu lassen. „Von diesem Weg haben rund 700 Eigentümer Gebrauch gemacht“, so der Kell-Geschäftsführer. Was im Umkehrschluss heißt, dass sich etwa zwei Drittel der Röthaer am Tonnen-Test beteiligen. „Mit diesem Ergebnis“, erklärt Jens Meissner, „sind wir sehr zufrieden.“ Denn damit könne ein großes Reservoir an Erfahrungen gesammelt werden. Wer auf eine Biotonne verzichtet, braucht dafür ein ausreichend großes Grundstück: „Pro Person, die zum Haushalt gehört, müssen 50 Quadratmeter Gartenland inclusive Rasen vorhanden sein.“ Dann geht der Entsorgungsträger davon aus, dass die anfallenden Bioabfälle auf dem eigenen Grundstück kompostiert werden können. Eine „Kompost-Polizei“ werde es allerdings nicht geben. „Wir werden uns Stichproben und Plausibilitätsprüfungen vorbehalten, wenn es Zweifel gibt.“ Aber es werde nicht scharenweise in die Gärten ausgeschwärmt und nach Komposthaufen gefahndet, versichert Meissner.

Nach Test soll Biotonne auf 70 000 Grundstücken stehen

Wichtiges Anliegen bei der Einführung der Biotonne sei für die Verantwortlichen die Akzeptanz des Systems. Deshalb kommt es der Kell jetzt vor allem darauf an, die Tonne das ganze Jahr über zu testen, bevor sie für etwa 70 000 Grundstücke kreisweit Realität wird. „Wir wollen deshalb in Rötha Erfahrungen aus allen Jahreszeiten sammeln.“ Als problematisch gelten vor allem Frostperioden, wenn der feuchte Abfall festfrieren kann, und heiße Tage, an denen die Tonnen ein gewisses Eigenleben entwickeln. Gegen üble Gerüche sollen bereits während des Modellversuchs spezielle Abdeckungen zum Einsatz kommen „150 Tonnen statten wir dafür mit einem Biofilterdeckel aus“, informiert Kell-Pressesprecherin Sandra Kriehme. Diese verfügen über eine Kokosmatte, die feucht gehalten werden muss, um Gerüche zu minimieren. „Sollte sich das bewähren, kann die Tonne mit Biofilterdeckel ab 2020 gegen eine Zusatzgebühr bestellt werden.“

Was in die Tonne gehört, darüber werden die Röthaer nicht nur auf der Internetseite, sondern auch bei einer Info-Aktion am 16. August auf dem Röthaer Markt informiert. Auch Piktogramme auf den Behältern geben Tipps. „Was auf jeden Fall nicht in die Tonne darf“, betont Meissner, „sind Glas oder Plastik. Auch Kunststoffbeutel, selbst wenn sie biologisch abbaubar sind, haben in der Biotonne nichts verloren.“ Dies sei vor allem wichtig mit Blick auf die Verwertung. „Kleinste Plastikschnipsel würden in der Umwelt landen, denn aus dem Bioabfall soll schließlich Kompost für hiesige Felder werden.“

Von Simone Prenzel

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