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Grimma Landrat setzt Macherner Bürgermeisterin endgültig ab
Region Grimma Landrat setzt Macherner Bürgermeisterin endgültig ab
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Bürgermeisterin Doreen Lieder wird in den Ruhestand versetzt. Quelle: Thomas Kube
Machern

Paukenschlag in Machern: Die dauererkrankte Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) wird in den Ruhestand versetzt. Diese Entscheidung gab die Kreisbehörde am Mittwoch offiziell bekannt.

Doreen Lieder ist seit Mai vorigen Jahres nicht mehr im Dienst. Immer wieder war in den vergangenen Monaten spekuliert worden, wie es um die Ortschefin steht. Wenige hielten eine Rückkehr, deutlich mehr ein vorzeitiges Ende ihrer Amtszeit für möglich. Mit der Entscheidung von Landrat Henry Graichen (CDU) hat die 6700-Einwohner-Kommune nun Gewissheit: Die Macherner Bürgermeisterin wird nicht an ihren Schreibtisch zurückkehren.

Amtsarzt überprüft Lieders Gesundheitszustand

Die Kreisbehörde hatte sich bereits im Vorjahr veranlasst gesehen, auf die Erkrankung zu reagieren. Die Rathauschefin erhielt die Aufforderung, sich einer amtsärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Diese diente dem Zweck, ihre Dienstfähigkeit als Bürgermeisterin festzustellen. „Die bereits länger anhaltende Arbeitsunfähigkeit war Grund für das Landratsamt, eine amtsärztliche Untersuchung zu veranlassen, um seiner Fürsorgepflicht und beamtenrechtlicher Verantwortung gegenüber der Bürgermeisterin nachzukommen“, teilte Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes, nunmehr mit. Im Ergebnis dessen werde Doreen Lieder zum Jahresende in den Ruhestand versetzt.

Graichen erklärte auf Nachfrage, es seien gesundheitliche Gründe, die einer Wiederaufnahme der Bürgermeistertätigkeit entgegenstehen. Er danke der Bürgermeisterin für ihr Engagement und wünsche ihr für die Zukunft alles Gute, so der Chef der Kreisbehörde.

Mit Lieders Amtsantritt waren große Hoffnungen verbunden

Die Juristin war im Februar 2013 mit großer Mehrheit für eine Amtszeit von sieben Jahren gewählt worden. Mit ihrem Amtsantritt hatten die Bürger große Hoffnungen verbunden. Der frische Wind, den man sich von der entschlossen w

Im Jahr 2013 wurde Doreen Lieder in ihr Amt eingeführt. Quelle: Andreas Röse

irkenden parteilosen CDU-Kandidaten erhofft hatte, wirbelte einiges durcheinander – bewirkte aber wenig. Im Mai 2014 sah sich der damalige Landrat Gerhard Gey (CDU) gezwungen, Lieder die Führung ihrer Amtsgeschäfte zu verbieten. Ein Beauftragter wurde eingesetzt, um die Verwaltung zu führen. Ähnlich am Boden lag die Gemeinde 2018, so dass auch Geys Nachfolger Henry Graichen zur Entsendung eines Beauftragten keine Alternative sah.

Amts-Ende sorgt kaum für Aufregung

Die reguläre Amtszeit der Bürgermeisterin wäre am 25. April 2020 ohnehin beendet gewesen. Deshalb sorgt die Nachricht von ihrem Ausscheiden in Machern auch nicht für sonderlich große Aufregung. „Für uns ändert sich dadurch im Grunde genommen nichts. Wir halten die Verwaltung schon lange ohne Frau Lieder am Laufen“, erklärte Karsten Frosch, ehrenamtlicher Vize-Bürgermeister. „Jetzt haben wir allerdings die definitive Sicherheit, dass Frau Lieder nicht ins Amt zurückkehrt.“ Frosch sei vom Landrat persönlich über die Entscheidung informiert worden, berichtete er. Der Bescheid lag bis Mittwoch allerdings noch nicht schriftlich im Rathaus vor. „Erst wenn dies der Fall ist, werde ich auch die Gemeinderäte informieren“, so der Gerichshainer.

Juristin ab Januar 2020 wieder beim Freistaat unter Vertrag

Lieder war bis zu ihrem Amtsantritt Beamtin im Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB), das dem Sächsischen Finanzministerium untersteht. „Zum 1.1. 2020 wird Frau Lieder wieder in den Dienst des Freistaates eintreten“, offenbarte Graichen gegenüber LVZ. Diese Mitteilung habe er vom Finanzministerium erhalten. Dass die 46-Jährige Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Landkreises einlegt, hält Graichen deshalb „für mehr als unwahrscheinlich“. Gelegenheit dazu hätte sie theoretisch innerhalb der nächsten vier Wochen.

Am Zeitpunkt der Bürgermeisterwahl in Machern ändert die neue Lage nichts. Es bleibt beim Wahltermin 23. Februar 2020. Kandidaten müssen bis spätestens 19. Dezember 2019 aus der Deckung kommen.

Von Simone Prenzel

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