Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Leipziger Straße soll saniert werden
Region Grimma Leipziger Straße soll saniert werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 13.08.2018
Als unerträglich empfinden Anwohner der Leipziger Straße den Lastwagenverkehr auf der maroden Fahrbahn. Reinhild und Horst Melcher, Gisela Grzona, Kerstin Strauß, Bernd Grzona und Brigitte Rühle (v.l.n.r.) protestieren. Quelle: Thomas Kube
Naunhof

In ihrer Lebensqualität sehen sich Anwohner der Leipziger Straße in Naunhof zunehmend beeinträchtigt. Sie fordern die Sanierung der maroden Fahrbahn, eine Entlastung vom Schwerlastverkehr und eine Alternative zur jetzigen Ortsdurchfahrt im Zuge der kontrovers diskutierten Verlängerung der Nordstraße. Das Landesstraßenbauamt macht ihnen nun Hoffnungen fürs nächste Jahr.

Leipziger Straße nervt

„Vier Uhr früh fängt es an zu scheppern“, schildert Reinhild Melcher (72). Fast nebenan wohnt Gisela Grzona (64), die fortfährt: „Mein Bett und das Geschirr im Schrank vibrieren, wenn die Laster hier durchdonnern.“ Ihr Mann Bernd (70) verweist auf Risse in Fliesen und Wänden seines Hausflurs. „Seit die Staatsstraße in Pomßen gesperrt ist, kommen hier noch mehr Lastwagen vorbei“, berichtet Kerstin Strauß (57). Die Anwohner haben die Nase voll.

Anwohner fordern seit langem Sanierung

„Schon zweimal brachten wir unseren Unmut in Unterschriftensammlungen zum Ausdruck“, rekapituliert Melcher. Sie und ihre Mitstreiter drängen seit 2007 auf eine Sanierung von der Leipziger Straße über die Bahnhof- bis zur Großsteinberger Straße als Bestandteil der Staatsstraße 46 und, solange dies noch nicht geschehen ist, auf ein Nachtfahrverbot für alle Lastwagen – ausgenommen Rettungsfahrzeuge und Zulieferer. Außerdem sollten Laster ihrer Meinung nach generell nicht schneller als 30 Kilometer pro Stunde fahren dürfen. 2013 versprach ihnen das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) schriftlich, mit der Fertigstellung des ersten Teils der Osttangente werde die S 46 im Innenstadtbereich herabgestuft, damit sie die Stadt Naunhof in Stand setzen kann.

Engpass in Leipziger Straße

Eingeweiht wurde die Osttangente vor einem Jahr als Straße des 9. November. Doch eine Umwidmung oder gar Sanierung der Leipziger Straße erfolgte noch nicht. „Lediglich von unserem Haus bis zur Wiesenstraße wurde eine 300 Meter lange 30er-Zone eingerichtet, an die sich kaum jemand hält“, kritisiert Brigitte Rühle (69). Und dann gibt’s da noch die kleine Parkzone vom Engel-Gesundheitszentrum bis zur Pizzeria, in der Autos bis zu einer Stunde stehen dürfen. „Manche nutzen sie als Dauerparkplätze. Das hält den Verkehr zusätzlich auf“, kritisiert Kerstin Strauß.

Vorschlag für neue Umgehung

Für Horst Melcher wäre es die einfachste Lösung, eine Straße von Großsteinberg zwischen Lindhardt und Köhra hindurch zum Autobahnzubringer in Höhe des Abzweigs nach Fuchshain zu bauen. Auch die Kommune selbst, so Sprecherin Anja Lohn, hatte sich Anfang der 1990er-Jahre für eine Umgehung ausgesprochen. „Weil dies vom Freistaat Sachsen mit zu hohen Kosten abgelehnt wurde, verständigte sich der Stadtrat 2003 auf ein eigenes Verkehrskonzept als Kompromiss“, teilte sie mit.

Geheime Gespräche

An diesem, so Lohn, habe sich nichts geändert. Zwei Teile wurden umgesetzt: der Bau der Ladestraße und der Straße des 9. November. Nun geht es um eine Verlängerung der Nordstraße, damit die Innenstadt ohne ein Kreuzen der Bahnlinie von Großsteinberg zum Autobahnzubringer durchquert werden kann. Hieß es noch jüngst, im Herbst solle der Stadtrat hinter verschlossener Tür über Varianten der Trassenführung beraten, bestätigte Lohn nun Informationen der LVZ, dass es zu dieser Beratung bereits am 28. Juni gekommen ist. „Eine offizielle Vorstellung wird es in öffentlicher Sitzung geben. Ein Termin hierfür kann derzeit noch nicht genannt werden“, ließ sie wissen. Wie die Varianten aussehen, dazu gibt auch das Lasuv keine Auskunft. Die Planungen, so Sprecherin Isabel Siebert, erfolgen unter der Regie der Stadt Naunhof.

Kontroverse Diskussion um Nordstraße

Reinhild Melcher hält die Verlängerung der Nordstraße von der Großsteinberger zur Wurzener Straße für erstrebenswert. „Nur so kann Verkehr bei uns herausgebracht werden“, kalkuliert sie. „Dann wird das Problem der Belastung nur auf die Anwohner der Nordstraße verlagert“, kontert Heiko Guter, Inhaber des Alten Kranwerks. Er und Wolf-Rüdiger Raschke vom Hotel Rosengarten äußerten jüngst Existenzängste, falls das Vorhaben umgesetzt wird. Unternehmer vom Rewe-Gewerbepark fürchten, wie berichtet, für diesen Fall Umsatzeinbußen.

Leipziger Straße wird herabgestuft

Auch wenn in diesem Bereich also noch nicht alle Diskussionen abgeschlossen sind, zeichnet sich für die S 46 eine Verbesserung der Situation ab. Den innerörtlichen Bereich, so Siebert, will das Lasuv zum 1. Januar kommenden Jahres zur Kreisstraße abstufen; die Vereinbarung zwischen Freistaat und Landkreis liege vor. In Abhängigkeit von der Erlangung des Baurechts und der Bereitstellung von staatlichen Subventionen wolle der Landkreis die Achse von 2019 bis 2023 in mehreren Abschnitten ausbauen und danach der Kommune übertragen.

Neue Umgehung ausgeschlossen

Erst dann und auch nur unter der Voraussetzung, dass die Nordstraße verlängert wird, kann laut Siebert ein dauerhaftes Tempolimit und Nachtfahrverbot für Lastwagen in der Leipziger und Bahnhofstraße geprüft werden. Der Grund: Es entfällt die überörtliche Bedeutung für die Achse. Einer Ortsumgehung von Großsteinberg in Richtung Fuchshain erteilt die Lasuv-Sprecherin eine Absage. Mit Blick auf die vorhandenen Staatsstraßen und die Nordstraßenverlängerung, aus der sich eine leistungsfähige Ost-West-Achse ergebe, seien keine weiteren Neubauten erforderlich.

Von Frank Pfeifer

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Voraussichtlich im November soll der neue Rewe am Volkshausplatz in Grimma eröffnen. Die Arbeiten auf der Baustelle kommen gut voran. Einen offiziellen Fertigstellungstermin gibt es noch nicht.

10.08.2018

Der Einzug in die neue Dienstwohnung ist noch nicht abgeschlossen, und das Büro wird noch umgebaut. Dennoch ist der neue Superintendent Jochen Kinder bereits an seinem neune Wirkungsort Borna, wo er am 9. September offiziell in sein Amt eingeführt wird.

09.08.2018

Daten, die sich gut merken lassen, sind bei Heiratswilligen sehr beliebt. Auch der 18. August 2018 steht für die Trauung hoch im Kurs. In Grimma wollen sich acht Paare das Ja-Wort geben.

09.08.2018