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Grimma Lokalpatrioten schmieden Ideen für Grimma
Region Grimma Lokalpatrioten schmieden Ideen für Grimma
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15:12 13.03.2019
Seit 13. März hängen Banner über zwei Einfallstraßen in Grimma - hier die Leipziger Straße –, mit denen für den Einkauf im Ort geworben wird. Sie sind eine Idee der Initiative „Altstadt ImPuls“. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Seit Mittwoch flattern über zwei Einfallsstraßen zum Grimmaer Zentrum blaue Banner im Wind: „Lokal – erste Wahl. Fahr nicht fort, kauf im Ort“ steht dort in großen Lettern – und die Grimmaer werden ermuntert, sich auch beim Einkauf als Lokalpatriot zu erweisen. Die Banner sind eine Idee der InitiativeAltstadt ImPuls“, die am Abend zuvor im Rathaussaal ihre Ergebnisse und Visionen erstmals öffentlich präsentierte. Um die 60 Interessenten nahmen auf den Stühlen Platz.

Ideensammlung aus vier Arbeitsgruppen

„Wir wollen keine Schlagzeilen, sondern Ergebnisse produzieren“, sagte zur Einstimmung der Grimmaer Geschäftsmann Michael Schneider und begründete damit, warum die Initiative, die als Interessenvereinigung „Altstadt beleben“ bekannt wurde, bislang eher im Stillen tätig war. Und der 62-Jährige erzählte eine Episode, die sich 14 000 Kilometer entfernt zutrug, an der Südspitze Argentiniens. Dort traf er in einem Café auf ein Leipziger Paar. Als man ins Gespräch kam, sagte die Frau: „Sie kommen aus Grimma? Da geh’ ich oft einkaufen.“ Zuletzt sei sie kurz vor Weihnachten an der Mulde gewesen und habe alles bekommen, berichtete Schneider. Und als die Messestädterin die Geschäfte in Grimma aufzählte, habe er sich gefragt, ob ein Grimmaer das genauso kann...

Michael Schneider findet einführende Worte. Quelle: Thomas Kube

Wie bildete sich die Initiative heraus? Schneider sowie die Grimmaer Unternehmer Christoph Mätzold, Christian Schneider und Stefan Tröger schlossen sich vor zweieinhalb Jahren zu einem Impulsteam zusammen. Ausgangspunkt war ein Zeitungsbericht, dass Grimma nach einer demografischen Erhebung bis 2020 rund 1500 Menschen verliere. Die Vier wollten das nicht als Gegeben hinnehmen, steckten „die Köpfe zusammen“ und fanden mit ihrer Intention, etwas für Grimma zu tun, offene Ohren und Unterstützung bei der Stadtverwaltung. Vor etwa einem Jahr konstituierten sich schließlich fünf Projektgruppen, in denen je vier bis sieben Leute aus Impulsteam, Gewerbeverein und Stadtverwaltung Nägel mit Köpfen machen. „Grimma hat eine hohe Lebensqualität, hat aber auch Herausforderungen zu stemmen“, fasste Schneider zusammen. „Dafür brauchen wir kluge, frische Ideen und Netzwerke.“ Dann führten vier Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse und Ideen vor Augen.

Während der Vorstellung der Ergebnisse und Ideen. Quelle: Thomas Kube

Von neuer Führung bis ersten Blumen- und Pflanzmarkt

AG Altstadtbelebung/Märkte/Feste: Grimmas Altstadt-Koordinator Frank Schütz ging auf die neue Führung „Hinter den Kulissen“ ebenso ein wie auf den ersten Blumen- und Pflanzenmarkt am 20. April und die zweite Auflage des Streetfood-Festivals im August, das im vorigen Jahr 10.000 Leute anzog und nun erweitert wird. Nach Fertigstellung der Hochwasserschutz-Anlage werde der Frischemarkt bis zur Mulde gezogen, zwischen Klosterkirche und Gymnasium solle es künftig Konzerte, Sommerkabarett und Open-Air-Kino geben.

30 kostenpflichtige Parkplätze am Marktplatz

AG Verkehr/Infrastruktur: Stadtrat und Gewerbevereinsmitglied Johannes Heine informierte zunächst über den Vorschlag, am Markt für Autos 30 kostenpflichtige Stellplätze zu schaffen. „Dann wäre immer ein Parkplatz zu finden.“ Denn die freien Zwei-Stunden-Plätze würden nicht selten missbraucht, in dem die Autofahrer den ganzen Tag über an der Parkuhr drehen. Zudem könnten Bewohner-Parkplätze tagsüber als Kurzzeit-Stellflächen ausgewiesen werden. So könne in Grimma die Situation verbessert werden. Heine sprach über Ideen zu Begrüßungsschildern und LED-Werbetafeln, über die Toilette am Volksplatz, die Ende März wieder öffnen soll, über den zwingend zu schaffenden Fußweg vom neuen Rewe zur Innenstadt und das neue Wegeleitsystem, für das Aldi sechs Stelen sponsert. Am Herzen liegt der AG, den Stadtverkehr auch durch die Lange Straße zu lenken.

Zeitweilige Anmietung leerer Läden zu Stadtfesten

AG Zukunftsmanagement für Handel/Gewerbe: Ein erster Aspekt sei die Leerstandsanalyse gewesen, erläuterte Grimmas Wirtschaftsförderer Jörg Böttger. Die AG habe dazu einen Fragebogen entwickelt und an 93 Grundstückseigentümer der Innenstadt versandt. Der Rücklauf: ein knappes Drittel. Sieben Hausbesitzer mit leeren Läden hätten um Kontakt gebeten und würden Mietvergünstigungen einräumen. Michael Schneider führte einige Visionen vor Augen, um die leeren Läden der City mit Leben zu füllen. Etwa ein Start-Up-Wettbewerb, Starthilfe für Neugründungen, temporäre Laden-Anmietung zu Stadtfesten. Es gehe darum, junge Leute mit neuen Ideen nach Grimma zu locken. „Denn wo der Computer steht, ist oftmals egal.“

Frischer Internetauftritt mit einigen Finessen

AG Marketin/Tourismus: Grimmas Öffentlichkeitsmann Sebastian Bachran sprach über das Patriot-Banner, die neue Imagebroschüre und Grimmas neuen Internet-Aufritt mit solchen Finessen wie Leerstandsanzeiger und Branchenverzeichnis. Er erwähnte das angedachte A-4-Blatt „Lieblingsläden“ und holte dann Grimma-Botschafterin Josefin Kebellus nach vorn, mit deren Hilfe am 12. März der Instagram-Blog „Einkaufen in Grimma“ startete. „Wir möchte damit ein junges Publikum erreichen.“

Mit Ivonne Müller wurde abschließend eine Vertreterin der Parallel-Initiative „Wir in Grimma ans Mikro gebeten. Sie informierte über die Ergebnisse der Altstadt-Befragung, bei der die Teilnehmer der Ordnung und Sauberkeit schlechte Noten gaben und etliche Anregungen niederschrieben (die LVZ berichtete). „Wir hätten uns gefreut, in der AG dabei zu sein, machen aber auch so weiter“, sagte Müller. Als städtischer Vertreter nimmt Frank Schütz an den „Wir-in-Grimma“-Debatten teil.

Von Frank Prenzel

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