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Grimma MRB weiter in der Kritik: Graichen drängt auf Vertragskündigung
Region Grimma MRB weiter in der Kritik: Graichen drängt auf Vertragskündigung
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17:42 17.08.2018
Die Zugausfälle der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) auf der Linie RB 110 haben weitreichende Konsequenzen. Quelle: Frank Schmidt
Landkreis Leipzig/Grimma

Die Kritik an der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) ebbt nicht ab: Die Zugausfälle auf der Strecke Leipzig-Grimma-Döbeln führen inzwischen fast täglich zu massiven Beschwerden. Auch für Landrat Henry Graichen (CDU) ist der Zustand nicht länger hinnehmbar. „Sowohl bei der Stadt Grimma, dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig, aber auch in unserer Behörde machen sich Bahnreisende über die massiven Verspätungen Luft“, berichtet der Kreischef. Nachdem Gespräche mit dem Bahnunternehmen offenbar auch nicht zu Verbesserungen führten, plädiert Graichen für das letzte mögliche Mittel: „Der Vertrag mit der Mitteldeutschen Regiobahn muss aus meiner Sicht gekündigt werden.“ Zu dieser einschneidenden Maßnahme gebe es aus seiner Sicht keine Alternative.

Auch ZVNL-Chef Oliver Mietzsch hatte bereits deutlich gemacht, dass er die Zeit von Konsequenzen für gekommen hält. „Bevor die eigentliche Kündigung ausgesprochen werden kann, ist ein mehrstufiger Prozess aus Abmahnungen nötig“, verdeutlichte Mietzsch am Freitag gegenüber LVZ. „Der Verkehrsvertrag stellt diese Möglichkeit jedoch unter bestimmte Voraussetzungen, deren Vorliegen gegebenenfalls Gegenstand eines Rechtsstreites werden könnte.“ Schließlich sei nicht zu erwarten, so der Geschäftsführer des ZVNL, dass sich das Unternehmen vorzeitig auf eine Auflösung des bis Dezember 2025 laufenden Vertrages einlasse. Mietzsch berichtet weiter, dass erste Schritte in diesem Prozess bereits eingeleitet wurden. So seien dem Unternehmen konkrete Fristen zur vertragskonformen Leistungserbringung gesetzt worden. „Davon hängen somit auch die weiteren Schritte ab, über die insbesondere im Falle einer Kündigung nur die Verbandsversammlungen der beiden beteiligten Aufgabenträger entscheiden können.“

Ausfallquote hat sich verfünffacht

Die Missstände auf der Linie 110 sind derweil mit Händen zu greifen. Landrat Henry Graichen hat sich für seine Kritik mit Zahlen gerüstet, die auf die Verlässlichkeit der MRB kein gutes Licht werfen. Demnach habe sich die Zahl der ausgefallenen Zugkilometer im ersten Halbjahr 2018 gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Jahres 2017 sage und schreibe verfünffacht – von 5000 auf mittlerweile 25 000 Kilometer. Dies sei einfach nicht hinnehmbar. „Wenn die vereinbarte Leistung nicht erbracht wird, muss der Vertrag ganz einfach gekündigt werden.“

Lehrer kommen zu spät zum Unterricht

Zumal der Notverkehr per Bus inzwischen dazu führt, dass massiv Sand ins öffentliche Getriebe gerät. So leiden nicht nur Pendler unter den Einschränkungen, auch auf Bildungseinrichtungen in Grimma bleiben die Probleme der MRB nicht ohne Folgen. Mehrere Pädagogen der Oberschule Grimma waren in dieser Woche von Zugausfällen betroffen. „Etliche unserer Kollegen kommen aus Leipzig“, schildert Oberschulleiter Steffen Kretschmar. Diese seien in der Regel auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Sowohl am Montag, Dienstag als auch Mittwoch musste Unterricht ausfallen, weil Lehrer auf Grund der ÖPNV-Probleme nicht pünktlich vor ihrer Klasse standen. „Das“, wandte sich Kretschmar mit einem Protestbrief an den Grimmaer OBM Matthias Berger, „ist auf gar keinen Fall hinnehmbar.“ Auch der Grimmaer Schulleiter verlangt, dass die politisch Verantwortlichen endlich vertragsrechtliche Schritte prüfen.

MRB kündigt weitere Zugausfälle an

Für kommende Woche kündigt die MRB unterdessen weiter Betrieb auf Sparflamme an. Trotz großer Anstrengungen sei es nicht gelungen, den erhöhten Krankenstand zu kompensieren, hieß es aus der MRB-Zentrale in Chemnitz. Demnach werde es auf der Strecke Leipzig-Grimma-Döbeln vom 20. bis 24. August auf Grund kurzfristiger Krankmeldungen weiter einen Sonderfahrplan geben müssen. „Die fehlenden Personale“, so MRB-Sprecher Thomas Kleinrensing, „konnten leider nicht durch Leih-Triebfahrzeugführer ersetzt werden.“ Betroffen seien die zur halben Stunde verkehrenden Verbindungen auf der Strecke Leipzig- Grimma, die durch Busse ersetzt werden. Bedingt durch den Schienenersatzverkehr könne es zu längeren Fahrzeiten kommen, entschuldigt sich das Unternehmen. Die zur vollen Stunde verkehrenden Verbindungen Leipzig - Grimma - Döbeln würden nach Fahrplan bedient. Am Wochenende 18. und 19. August würden die Züge im Regelbetrieb verkehren.

Von Simone Prenzel

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