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Grimma Ministerpräsident Michael Kretschmer bei Bürgergespräch in Colditz
Region Grimma Ministerpräsident Michael Kretschmer bei Bürgergespräch in Colditz
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14:07 28.07.2019
Das Podium: Bürgermeister Robert Zillmann, Pfarrerin Angela Lau, Ministerpräsident Michael Kretschmer und Pfarrer Stephan Bickhardt (v.l.). Quelle: Bert Endruszeit
Colditz

Wie wollen wir künftig im ländlichen Raum jenseits der Großstädte leben? Diese Frage war am Freitagabend das bestimmende Thema beim Bürgergespräch in der überfüllten katholischen Kirche in Colditz. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) stellte sich den Fragen der Einwohner, moderiert vom evangelischen Pfarrer Stephan Bickhardt.

„Wenn sich jemand abgehangen fühlt, dann muss er wieder angehangen werden“, so Kretschmer mit Blick auf das Lebensgefühl auf dem Land. Man dürfe nicht vergessen, dass die Hälfte der Sachsen auf dem Land lebt. „Wirtschaft und Politik sollten nicht festlegen, wo die Leute wohnen sollen.“

Unzureichende Verkehrsanbindung nervt

Gleich mehrere Colditzer sprachen die unzureichende Verkehrsanbindung ihrer Stadt an. „Ich kenne viele junge Leute, die sofort von Leipzig nach Colditz ziehen würden“, sagte ein junger Mann. „Doch die arbeiten ja in Leipzig, aber ohne Auto ist es sehr schwer, die fehlende Eisenbahnverbindung nach Leipzig ist eine große Hürde.“

Pendeln sei für Colditzer ein Problem, bestätigte eine Frau. Und wer mit dem Bus nach Grimma fährt, müsse dort eine unfreiwillige und zeitraubende Stadtrundfahrt machen, weil der Bus zum Stadtbus wurde.

Michael Kretschmer: Rufbusse als Alternative

Bus fahren auf dem Land hänge immer auch von der Nutzung ab, so Kretschmer. „Wenn pro Tag nur 15 oder 20 Leute mitfahren, dann ist das wirtschaftlich nicht tragbar.“ Eine Alternative sei hier beispielsweise die Einrichtung von Rufbussen. „So etwas ist schneller zu erreichen als eine Eisenbahnlinie.“

Die katholische Kirche in Colditz war gut gefüllt. Quelle: Bert Endruszeit

 Der Colditzer Bürgermeister Robert Zillmann (parteilos) erinnerte an die bereits in Angriff genommene Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Muldentalbahn. „Doch wir wissen schon jetzt, dass die Bahn immer ein Zuschussgeschäft bleiben wird.“

Das Projekt „Muldental in Fahrt“ funktioniere nicht optimal, Anschlüsse seien oft nicht erreichbar, so die mehrfach geäußerte Kritik. Dazu hatte der Ministerpräsident einen ganz praktischen Vorschlag. „Organisieren sie eine Runde mit Landrat und Vertretern der Verkehrsverbünde, vielleicht sogar wieder hier in der Kirche.“

Qualität bei der Kinderbetreuung

Auf Forderungen nach kostenloser Kinderbetreuung reagierte Kretschmer mit einem Gegenvorschlag. „Machen wir doch einen Wettbewerb um die kinderfreundlichste Kommune. Die besten zehn Konzepte werden dann gefördert.“ Er wolle einfach erst mal mehr Qualität bei der Kinderbetreuung haben.

Gefragt nach einer möglichen Wiederherstellung des Colditzer Schlossgartens betonte Kretschmer, dass er hier nichts versprechen könne. „Es muss mit einem vernünftigen Aufwand machbar sein.“ Und es sollten dann später auch genug Leute zu den dortigen Konzerten gehen. Das sah auch Stadtchef Zillmann so: „Unsere kulturellen Angebote werden leider noch zu wenig von den Colditzern genutzt.“

Von Bert Endruszeit

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