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Grimma Nach Deutscher Meisterschaft: Threnaer Klaus Dietze veranstaltet nun auch Poker-EM
Region Grimma Nach Deutscher Meisterschaft: Threnaer Klaus Dietze veranstaltet nun auch Poker-EM
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17:38 24.01.2017
Klaus Dietze bei einer Meisterschaft in Leipzig Quelle: Christian Modla.
Threna/Rozvadov

Er ist zwar längst stolzer Großvater von Lilly, doch mit über 70 wurde der in Würde ergraute Klaus Dietze sogar noch mal Papa. Sein „Baby“, die Poker-Europameisterschaft in Tschechien, hat im nunmehr dritten Jahr laufen gelernt, sein „Kind“ geht einer großen Zukunft entgegen.

Organisierte der Threnaer zwischen Weihnachten und Neujahr bereits zum siebten Mal in Leipzigs Nobelherberge „The Westin“ die Deutschen Pokermeisterschaften mit 1000 Teilnehmern, so brachte er bei den European Poker Sport Championships in Rozvadov nun fast dreimal so viele Spieler an die Tische.

Der tschechische Grenzort Rozvadov mit dem größten Poker-Casino Europas gilt schon jetzt als Klein-Las Vegas. Der dortige russische Casino-Inhaber Leon Tsoukernik erlebte das Leipziger Turnier und war bass erstaunt. Er fragte sich, wie es Klaus Dietze gelingt, in Sachsen für einen derartigen Hype zu sorgen, obwohl es um nicht viel mehr als die Ehre geht. Der Muldentaler konterte: „Zehn bis 20 Prozent der Spieler wollen beim Turnier Geld verdienen, das ist richtig. Für den weitaus größeren Teil aber ist Pokern eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung, ein Sport.“ Mit vergleichsweise volkstümlichen Startgebühren von 50 Euro spricht Dietze in Leipzig den Rechtsanwalt oder Medizinprofessor genauso an wie den Studenten oder Hartz-IV-Empfänger. „Andernorts werden Teilnahmegebühren von 5000 Euro bis 10 000 Dollar aufgerufen, das kann sich der Normalverbraucher nicht leisten. Wir geben den Hobbyspielern die Chance, für einen Bruchteil der Summe ein großes, professionelles Event erleben zu können.“ Das überzeugte den Inhaber des King’s in Rozvadov, fortan richtet er die EM in seinem Casino gemeinsam mit Dietze aus. Die besten Neun des Leipziger Turniers spielen in Tschechien den Deutschen Meister aus, weitere 60 qualifizieren sich für die EM, sind zudem von der Startgebühr befreit.

Tausendsassa Dietze, der einstige Elektriker, Wasserballer, Straßenbahnfahrer, langjährige Politökonom und spätere Fußball-Manager des VfB Leipzig, der mehr als nur einen Herzinfarkt hatte, kann sich nicht vorstellen, die Rente zu Hause untätig abzusitzen: „Erst wenn ich spüre, gebraucht zu werden, fühle ich mich kerngesund. Gerade beim Pokern bin ich mit Leuten zusammen, die oft 40 Jahre jünger sind, da hat Altersstarrsinn kaum eine Chance.“

Mike Stenz, der ähnliche Turniere in Süddeutschland veranstaltet, kann vor der Leistung des nimmermüden Sachsen nur den Hut ziehen: „Was Klaus für die Hobby-Pokerspieler erreicht hat, kann man mit Worten gar nicht ausdrücken.“ Dietze habe das Pokern aus der Schmuddelecke heraus geholt – von wegen tief hängende, abgedunkelte Lampen, finstere Gestalten mit Zigarren im Mundwinkel, eingehüllt in den Nebel ihrer Ausdünstungen. Stenz: „Klaus musste erhebliche Widerstände überwinden, strengte jede Menge Prozesse bis hin zum Bundesverwaltungsgericht an – und gewann!“ Inzwischen sind alle Urteile rechtskräftig, und Pokern gilt nicht mehr als reines Glücksspiel, wird als „Spiel anderer Art“ gelistet. Heißt: Turniere wie das in Leipzig können nicht mehr verboten werden. „Voraussetzung ist aber, dass die Startgelder für den Spielbetrieb verwendet werden“, betont Dietze.

Italiener, Holländer, Dänen, Tschechen, Österreicher und viele Deutsche – die Europameisterschaften in Rozvadov wurden mit 2550 Spielern aus ganz Europa und darüber hinaus einmal mehr zum Triumph – und das, obwohl es schneite und manche Autobahn gesperrt war. Er habe die Tschechen als ganz besonders liebenswerte Menschen kennengelernt, so Dietze: „Von der Reinemachefrau über die Köche bis hin zu den Mitarbeitern an den Tischen – die Kollegen im King’s Casino sind beseelt von der Vision ihres Chefs, Leon Tsoukernik, an einem Ort, dessen Name vorher noch niemand gehört hat, erfolgreich zu sein.“ Nach den Turnieren ist vor den Turnieren. Der Threnaer Dietze wird auch in knapp einem Jahr wieder zur Deutschen Meisterschaft nach Leipzig sowie zur EM nach Tschechien einladen: „Die Vorbereitungen laufen bereits!“

Von Haig Latchinian

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