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Grimma Nach drei Wochen: Waldbad Naunhof vor der Schließung
Region Grimma Nach drei Wochen: Waldbad Naunhof vor der Schließung
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15:07 15.07.2019
Traurige Botschaft an der Infotafel vorm Waldbad: Vom 22. Juli bis 4. August bleibt die Einrichtung geschlossen. Quelle: Frank Pfeifer
Naunhof

Wer das sichere Planschen im Freibad dem unbeaufsichtigten Schwimmen im See vorzieht, hat dieses Jahr in Naunhof schlechte Karten. Das umzäunte Idyll an der Wiesenstraße öffnete erst gegen Ende der Hitzewelle am 1. Juli. Mit Beginn der Sommerferien trübte sich der Himmel ein, so dass es nur noch eingefleischte Wasserratten zum Waldbad zog. Und nun, da sich das Wetter bessern soll, werden die Tore bald wieder verriegelt. Manche nehmen es gelassen, andere nicht.

Dichte Wolken ziehen über Naunhof, nicht mal zwei Handvoll Gäste liegen auf der Wiese. Ihnen macht weder die wortwörtliche Sommerfrische etwas aus, noch das Dilemma mit den Öffnungszeiten. „Es ist zwar schade, dass das sehr schöne und gepflegte Bad nun schon wieder schließt“, sagt Eckhard Runge (69) aus Fuchshain, der mit seinen drei Enkelsöhnen zu Besuch ist. „Verständnis habe ich aber, denn es mangelt überall an Fachpersonal.“

Schwimmmeister geht in Urlaub

Eine Schwimmmeisterin wurde für längere Zeit krank; ihre zwei Kolleginnen befinden sich im Mutterschutz. Kurzfristig gelang es, mit Jörg Hackenschmidt aus Leipzig einen Ersatz zu finden. Doch der 47-jährige Schwimmmeister tritt nun seinen lang geplanten Urlaub an, weshalb das Bad vom 22. Juli bis 4. August dicht bleibt. Danach haben die Kinder nur noch zwei Ferienwochen.

Badegäste nehmen es gelassen

„Es kann nun mal passieren, dass Schwimmmeister ausfallen“, meint Jens Hoffmann (40) aus Naunhof, einer der wenigen Gäste an diesem Nachmittag. „Es ist zwar unglücklich, wenn das Bad nun bald wieder zu ist, aber das lässt sich nicht ändern.“ Bernd Schröder (50) aus Naunhof, der neben ihm sitzt, fügt an: „Hauptsache, das Bad bleibt uns generell erhalten. Ich nehme an, nächstes Jahr wird die Saison besser.“

DLRG schlägt Aufruf vor

Nicht ganz so leicht nimmt Ute Kaufmann die Sache. Die technische Leiterin der Ortsgruppe Naunhof der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rief die LVZ an und bat, einen Aufruf zu starten, über den sich vielleicht in letzter Minute ein Schwimmmeister finden lässt, der wenigstens die zwei vakanten Wochen bis Anfang August abdeckt. Die Redaktion bot daraufhin der Naunhofer Rathausmannschaft an, sich im Sinne der Bürger über die Presse mit einem solchen Appell an die Öffentlichkeit zu wenden. Null Reaktion.

Bildet Rettungsschwimmer aus: Ute Kaufmann am 1. Juli, als das Waldbad öffnete. Quelle: Thomas Kube

Für Kaufmann ist es unverständlich, dass die Verwaltung nicht alle Kanäle nutzt, die eine Lösung des Problems ermöglichen können. „Warum sind zum Beispiel keine Kooperationen mit anderen Städten drin, um Urlaubsvertretungen zu organisieren“, fragt die 49-Jährige. „Statistisch gesehen, gibt es zwar zu wenige Schwimmmeister. Aber innerhalb des Landkreises sollte es doch machbar sein, sie wenigstens tage- oder stundenweise auszutauschen, wenn in einem anderen Bad gleichzeitig drei anwesend sind.“

Negative Auswirkung auf künftige Personalsituation

Bleibt die Lage, wie sie ist, könnte sie sich nach Kaufmanns Dafürhalten sogar negativ auf später auswirken, denn die DLRG nutzt das Bad nicht zum Spaß. „Wir sind froh und dankbar, dass es uns als Trainingsstätte zur Verfügung gestellt wird“, sagt sie. „Durch die holprige Saison erreichen unsere Mitglieder aber nicht ihre persönlichen Leistungen aus den Vorjahren. Und nur aus guten oder sehr guten Schwimmern können nun mal die Rettungsschwimmer von morgen werden.“

An Rettungsschwimmern mangelt es ebenso weit und breit, nicht jedoch im Waldbad. Der DLRG-Ortsgruppe gelingt es nach wie vor gemeinsam mit der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes, genügend Ausgebildete zur Verfügung zu stellen. „Unsere Jugendlichen verdienen sich auf diese Weise etwas Feriengeld“, sagt Kaufmann.

Schlecht für die Kinder

Traurig findet sie nicht nur, dass die DLRG lediglich noch einmal vom 5. August bis zum Saisonende am 15. September im Bad trainieren kann. „Auch die derzeitigen verkürzten Öffnungszeiten sind alles andere als ideal“, meint sie. „In der Woche ist die Einrichtung vormittags zu, Kindergärten kommen mit ihren Gruppen nicht mehr hin.“

Manche Eltern würden deshalb in den Nachmittagsstunden mit ihren Sprösslingen auf die Seen ausweichen. „So erleben die Kleinen keinen sicheren Ort mit Aufsicht und Prävention vorm Ertrinken“, erklärt Kaufmann. „Was sie in frühen Kinderjahren kennenlernen, geben sie später an ihre eigenen Kinder weiter. Aus Sicht der DLRG eine schlechte Vorbildwirkung.“

DLRG appelliert an alle Schwimmmeister

Ute Kaufmann bittet aus allen genannten Gründen händeringend alle Schwimmmeister, in sich zu gehen. „Wenn jemand irgendeine Möglichkeit sieht, hier auszuhelfen, dann sollte er sich umgehend ans Naunhofer Rathaus wenden“, unterstreicht sie.

Waldbad Naunhof, Wiesenstraße 42, geöffnet bis 21. Juli und vom 5. August bis 15. September, montags 13 bis 19 Uhr, donnerstags und freitags 13 bis 19 Uhr, samstags und sonntags 10 bis 19 Uhr; dienstags und mittwochs geschlossen

Von Frank Pfeifer

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