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Grimma Naunhof: Großer Bahnhof mit kleinem Bäcker
Region Grimma Naunhof: Großer Bahnhof mit kleinem Bäcker
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16:59 16.12.2018
Thomas Jähnichen (li.) und Ulrich Meißner am Modell des Naunhofer Bahnhofs, wo der Zug steht, der am 22. Dezember in voller Größe halten soll. Quelle: Bert Endruszeit
Naunhof

Klein, kleiner, am kleinsten – die Mitglieder der Interessengemeinschaft Eisenbahnfreunde Naunhof haben sich für den kommenden Sonnabend etwas ganz Besonderes einfallen lassen. An diesem Tag begeht die Eisenbahnstrecke von Borsdorf nach Meißen ihr 150. Jubiläum.

„Leider wird die Deutsche Bahn nicht an diesen Jahrestag erinnern, aber Reinfried Polter vom Eisenbahnfreundeskreis Westsachsen Böhlen/Großsteinberg hat einen Festsonderzug organisiert, der gegen 8.40 Uhr in Naunhof halten wird“, verrät Thomas Jähnichen, Vorstand der Naunhofer Eisenbahnfreunde. „Der Naunhofer Bäckermeister Volker Wolf wird den Zug nicht mit einer Schaffnermütze, dafür aber mit einer Bäckermütze und einer Brotzeit begrüßen.“ Leider werde es kein Dampfzug sein, der am 22. Dezember vorfährt, aber immerhin eine Diesellok V 100 mit Reko- und Restaurantwagen.

Modelbahn: Buntes Treiben am Naunhofer Bahnhof. Quelle: Bert Endruszeit

Dieter Hertranft bastelt Miniatur-Bäcker

 Genau diese Begrüßungsszene werden die Naunhofer Modellbahner im Kleinformat nachstellen. Vereinsmitglied Dieter Hertranft hat dafür eine Eisenbahnerfigur einfach in einen Bäckermeister verwandelt. „Früher trug er eine blaue Jacke, und jetzt eine weiße“, sagt er. In mühevoller Kleinarbeit erhielt die Figur noch eine Torte vor die Brust und einen Brotschieber in die Hand – fertig war der Bäckermeister. Natürlich haben die Naunhofer Modellbahner auch genau den Zug im Fundus, der in wenigen Tagen die Stadt erreichen wird.

Bäcker Wolf als Miniatur: Dieter Hertranft baute die filigrane Figur. Quelle: Bert Endruszeit

 Die Freunde der kleinen Bahnen sind eine kleine Truppe, in der jeder seine speziellen Interessen und dazu auch noch den passenden Spitznamen hat. Vorstand Thomas Jähnichen wird „Märklinist“ genannt, schließlich schlägt sein Herz für die historischen Fahrzeuge dieser Marke. Dieter Hertranft ist der „Architekt“, weil er mit viel Geduld Landschaften in Szene setzt. Kein Wunder, dass gerade er sich um die Figur des Bäckermeisters kümmerte. Werner Weithäuser heißt kurz und knapp „Öler“, er ist als ausgebildeter Lokführer ein Kenner des großen rollenden Materials, von der Dampf- über die Diesel- bis zur modernen Elektrolok. „Und er kann darüber immer viel erzählen“, so Jähnichen.

Historisch: So sah der Naunhofer Bahnübergang an der Großsteinberger Straße vor rund 80 Jahren aus. Quelle: Bert Endruszeit

Modellbahnausstellung nochmals offen

Uwe Scholze schließlich ist der „H0er“, da er sich um die Bahnen dieser Spurweite kümmert, während Ulrich Meißner „Bastler“ genannt wird – genau solche Leute werden besonders dringend gebraucht, wenn eindrucksvolle Anlagen gebaut werden sollen. Wilfried Lehmann schließlich ist als „Friemler“ bekannt. Auch wenn das Durchschnittsalter der Mitglieder relativ hoch ist, gibt es doch noch einen jungen Mitstreiter: Fünftklässler Max steht zu den Tagen der offenen Tür regelmäßig am Steuerpult, hält den Zugverkehr in Gang und hat mit „Fan“ auch schon seinen Spitznamen.

Neu dabei: Uwe Scholze kam erst vor rund einem Jahr zum Verein. Quelle: Bert Endruszeit

Stichwort Tag der offenen Tür – auch am 22. Dezember werden die Modellbahnfreunde die Türen ihrer Vereinszimmer von 14 bis 16 Uhr öffnen. Denn gegen 16 Uhr soll der Sonderzug aus Richtung Dresden erneut in Naunhof Station machen. Vor 150 Jahren sah der Bahnhof noch ganz anders aus, daran erinnert heute noch ein alter Stich. „Das war damals nur eine kleine Holzbude, der heutige Bahnhof entstand erst später“, so Jähnichen. Doch das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte.

alter Stich: So sah der Naunhofer Bahnhof vor 150 Jahren aus. Quelle: Bert Endruszeit

Von Bert Endruszeit

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