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Grimma Naunhof genehmigt neues Wohngebiet
Region Grimma Naunhof genehmigt neues Wohngebiet
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18:04 29.05.2019
Projekt: Parallel zu diesem frisch hergerichteten Wohnblock soll ein zweiter Mehrgeschosser entstehen. Auf der Fläche dahinter wäre Platz für 17 Einfamilienhäuser. Quelle: Frank Pfeifer
Naunhof

Ein 1,8 Hektar großes Wohngebiet soll zwischen Melanchthonstraße und Straße Zum Grillensee entstehen. Dort will ein Investor 17 Einfamilienhäuser und ein Mehrfamilienhaus errichten. Im Stadtrat stieß das Ansinnen auf ein geteiltes Echo.

Linke scheitert mit Antrag zur Vertagung des Beschlusses

Gleich nach Aufruf des Tagesordnungspunktes beantragte Michael Eichhorn (Linke), das Thema zu vertagen. „Es besteht die Gefahr, dass wir durch eine Reihe von Einzelbeschlüssen die Stadt noch mehr zersiedeln“, begründete er seinen Vorstoß. An Plätzen für Eigenheime bestehe in Naunhof kein Mangel, zumal gleich nebenan der erste Bauabschnitt der Grünstadt entstehen soll. Außerdem dürfe nicht unbegrenzt auf Zuzug junger Familien gesetzt werden, solange die Plätze in Kindertagesstätten und Schulen in absehbarer Zeit nicht ausreichen.

Naunhofs Infrastruktur stößt an Grenzen

Dass die soziale Infrastruktur ausgebaut werden muss, räumte Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) ein. „Ein Kind pro neu geschaffener Wohnung würde schon reichen, um uns mächtig in Probleme zu bringen“, sagte er. Andererseits bauche die Stadt dringend Mietwohnungen, und der Investor wolle davon 45 in dem Mehrfamilienhaus schaffen, das parallel zu einem schon bestehenden und kürzlich sanierten Block an der Melanchthonstraße platziert werden soll. „Wir als Kommune können ohne Fördermittel nicht solche Wohnungen schaffen“, mahnte Zocher.

Wohin gehst du, Naunhof?

Naunhof wächst und wächst. Ein neues Wohngebiet entstand kürzlich an der Wiesenstraße. Die Grünstadt am Grillensee soll alle bisherigen Dimensionen sprengen. Nun also auch noch eine Bebauung gleich nebenan. Sieht alles auf den ersten Blick hervorragend aus und ist grundsätzlich auch zu begrüßen. Doch eine Frage ist ungeklärt: Quo vadis, Naunhof?

Wohin will Naunhof gehen? Über die gesamte jüngste Legislaturperiode hinweg forderten Stadträte, endlich ein Konzept aufzustellen. Vor allem Abgeordnete von Unabhängiger Wählervereinigung, Bürgerinitiative Naunhof und CDU hakten immer wieder nach. Doch die Verwaltung legte ihnen nie das gewünschte Papier zur Diskussion vor.

Dabei wäre so viel zu klären. In Kindergärten werden die Plätze knapp, der Startschuss für die Erweiterung der Grundschule ist noch nicht gefallen, auch in der Oberschule geht es immer enger zu. Wie viel Zuzug kann Naunhof mit der jetzigen Infrastruktur vertragen?, lautet eine der Fragen. Und weiter: Soll sich die Stadt verdichten oder weiter ausdehnen? Bleiben die Seen so naturnah wie jetzt oder werden Teile – wie auch immer – umgestaltet?

Eine umfassende Konzeption hätte schon längst auf den Tisch gemusst. Jetzt kündigt Bürgermeister Volker Zocher an, damit solle sich der nächste Stadtrat befassen. Er, der bei jeder besten Gelegenheit vorrechnet, wie viele Tage er noch regieren muss, meint damit wohl gleichzeitig, dass erst sein Nachfolger Pläne zu entwickeln hat. So dürften weitere neun Monate Untätigkeit in dieser Sache ins Land ziehen.

Lage im Trinkwasserschutzgebiet gilt als unbedenklich

Laut dem amtierenden Bauamtsleiter Thomas Hertel ist das gesamt Areal gemäß Flächennutzungsplan für die Wohnbebauung vorgesehen, weshalb keine rechtlichen Bedenken bestünden. Es liege zwar im Trinkwasserschutzgebiet, doch das Landratsamt habe eine Befreiung von geltenden Einschränkungen genehmigt. Die Schmutz- und Regenwasserentsorgung sei geklärt.

Keinen Sinn sahen die meisten Abgeordneten in Eichhorns Vorschlag, einen Beschluss zu vertagen; sie lehnten ihn ab. Gerold Meyer (CDU) meinte, das Mehrfamilienhaus würde zum Bestand passen. Michael Schramm (CDU) erklärte: „Wir sagen immer, wir brauchen sozialen Wohnungsbau. Hier haben wir ein Projekt auf dem Tisch und sollten es nicht ablehnen.“

Hermann Kinne (CDU) hielt dagegen: „Ein Investor weiß heutzutage, auf welchen Druckknopf er drücken muss, um eine Zustimmung zu erhalten. Am Ende könnte es heißen, die Lage habe sich geändert und statt des Mietshauses müssen Einfamilienhäuser gebaut werden.“ Das zu verhindern, erwiderte Uwe Kulisch von der Unabhängigen Wählervereinigung, sei Sache des nächsten Stadtrats.

Stadtrat Naunhof votiert für Bebauungsplan

Am Ende votierten die meisten Räte dafür, den Bebauungsplan „Melanchthonstraße“ aufzustellen. Nach der amtlichen Veröffentlichung wird ein Planungskonzept erarbeitet. Erschlossen werden soll das Gebiet über eine neue Straße von der Straße Zum Grillensee her, zur Melanchthonstraße hin ist nur ein Rad- und Fußweg vorgesehen. Die Grundstücke für die 17 Einfamilienhäuser sind mit 800 bis 1000 Quadratmetern nach heutigen Verhältnissen recht groß.

Mit einem Satz stieß Zocher in der Diskussion auf Widerspruch. „Wir haben außen genug Flächen versiegelt; jetzt sollten wir versuchen, die Stadt innen mehr zu verdichten“, sagte er. Mario Schaller von der Bürgerinitiative Naunhof konterte: „Dann wäre Naunhof nicht mehr die grüne Stadt.“ Beide waren sich einig, dass ein Konzept entworfen werden muss, in welche Richtung sich Naunhof entwickeln soll. Das hatten etliche Abgeordnete schon mehrfach während der gesamten Legislaturperiode von der Verwaltung gefordert.

Von Frank Pfeifer

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