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Grimma Naunhof startet auf etwas neue Weise ins kommende Kulturjahr
Region Grimma Naunhof startet auf etwas neue Weise ins kommende Kulturjahr
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15:41 21.02.2018
See in Flammen dieses Jahr am Moritzsee. Ob es eine Neuauflage gibt, steht noch nicht ganz fest. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Naunhof

Auf eine etwas neue Weise soll das kommende Kulturjahr von Naunhof beginnen. Grundsätzlich setzen die Organisatoren aber auf Altbewährtes. Die größte Veränderung steht wohl erst 2019 an, wenn für das Kartoffelfest ein neuer Standort gefunden sein muss. Schon jetzt ergeht ein Appell an die Bevölkerung, sich in die Ideenfindung einzubringen.

Bisher zelebrieren die Naunhofer ihr größtes Fest jeweils an der Grundschule. Doch dort wird der Platz eng, wenn die Bildungsstätte erweitert wird, was dringend notwendig ist. Falls der Bau nicht schon dieses Jahr beginnen sollte, kann im September an jener Stelle wahrscheinlich das letzte Mal gefeiert werden.

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In den kommenden Monaten will Anja Gaitzsch von der KulturWerkStadt deshalb eine Arbeitsgruppe bilden. „An ihr können sich engagierte Bürger und Vereine gern beteiligen“, sagt sie und ruft auf, sich bei ihr im Rathaus zu melden. „Es geht um die Frage, wo wir das Kartoffelfest langfristig platzieren. Außerdem sollten wir darüber diskutieren, wie wir es inhaltlich neu gestalten können.“

Alle Jahre gern gesehen: das Theaterstück im Innenhof der Grundschule beim Kartoffelfest. Doch wie lange wird er noch zur Verfügung stehen? Quelle: Ingrid Hildebrandt

Jetzt steht die 27. Auflage bevor. Da reiche es nicht mehr, nur mal die Künstler auszutauschen, meint Gaitzsch. „Immer wieder höre ich von Besuchern, das Fest sei jedes Jahr das selbe.“ Ihr gehe es nicht darum, es neu zu erfinden, zumal es gut angenommen sei. „Aber ich nehme gerne neue Ideen von jemandem auf, der meinen Tunnelblick durchbricht.“ Nur ein Limit gebe es, das Budget sei begrenzt. Grundsätzlich bemühe sich die KulturWerkStadt, die kommunalen Großveranstaltungen, zu denen auch der Veilchenmarkt und der Adventszauber gehören, so zu gestalten, dass sie nicht finanziell zu Lasten der Kommune gehen, sondern schwarze Zahlen schreiben.

Vielleicht auch deshalb soll es keine Abstriche am Jahresprogramm geben. Gaitzsch zeigt sich erfreut, dass der Stadtrat weiterhin auf die Kultur setzt, denn diese und das Wohnumfeld seien die Faktoren, die Menschen nach Naunhof ziehen. Auch wenn es sich bei der Kultur um eine freiwillige Aufgabe handelt, soll das hohe Niveau beibehalten werden. „Die Verträge sind geschlossen, wir können sie nicht kündigen, ohne Strafen zahlen zu müssen“, erklärt Gaitzsch.

Neu wird der Start ins Jahr sein. Statt Kabarett oder Rathauskonzert beginnt es erstmals mit einem Improvisationstheater. „Das hatten wir noch nie“, so Gaitzsch. „Ein fröhlicher und humorvoller Auftakt, in den die Besucher einbezogen werden. Jede Veranstaltung verläuft anders, sie ist Premiere und Abschlussvorstellung in einem.“

Vier Kabaretts aus Leipzig und Berlin werden gastieren mit Themen, die auch ein jüngeres Publikum ansprechen sollen. Für sie gibt es Anrechtskarten genauso wie für die Rathauskonzerte. Diese wiederum werden mittlerweile im dritten Jahr als Liederabende gestaltet. Die Anzahl verringert sich jedoch von fünf auf vier, um das freiwerdende Geld in zusätzliche Werbung über die Stadtgrenzen hinaus stecken zu können, denn es gilt, mehr Publikum zu akquirieren. „Das Programm der Kirchgemeinde ist unter der neuen Kantorin aber so enorm, dass wir noch ein großes musikalisches Angebot in unserer kleinen Stadt bieten“, versichert Anja Gaitzsch.

Mehr die Jugend mag das Seeyou-Festival am Moritzsee ansprechen, das für den 21. Juli geplant ist. Genau eine Woche zuvor könnte es eine Neuauflage von „See in Flammen“ geben. „Das liegt aber noch in den Sternen, denn der Veranstalter hat bislang nicht fest zugesagt“, räumt die Kulturverantwortliche ein.

Bei der Begrenzung auf zwei große Events am See soll es bleiben, wie das der Stadtrat forderte. „Ich bekomme zwar jedes Jahr mindestens zwei Anfragen von Veranstaltern, die dort neue Reihen etablieren wollen, doch ihnen sage ich ab“, erklärt Gaitzsch. „Im Vordergrund sollen bei den Seen weiterhin der Naturschutz und das Badeerlebnis stehen.“

Ein wichtiges Standbein im Kulturjahr bleiben die Veranstaltungen der Vereine in Stadt und Ortsteilen. Sie bereichern den Kalender so stark, dass kaum ein Wochenende übrig bleibt, an dem nichts los ist. Nur einen Tag mit zwei Veranstaltungen wird es geben. Ansonsten ließen sich laut Gaitzsch in der Terminplanung Doppelungen vermeiden.

Von Frank Pfeifer