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Grimma Naunhof will Sicherheit für Kita Lindhardt
Region Grimma Naunhof will Sicherheit für Kita Lindhardt
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13:03 26.07.2019
Geteilte Eigentumsverhältnisse: Das Grundstück gehört der Stadt Leipzig, das Gebäude mit der Lindhardter Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt. Nun möchte ein Investor beides kaufen. Quelle: Thomas Kube
Naunhof/Lindhardt

 Nach jahrelangen Bemühungen um einen Verkauf des ehemaligen Lindhardter Kinderheims zeichnet sich jetzt ein möglicher Besitzerwechsel ab. Dabei steht die Frage im Raum, ob die in dem Haus betriebene Kita Funtasia erhalten bleiben kann. Die Eigentümer von Grundstück und Immobilie betonen, sie wöllten das. Doch Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) traut dem Frieden nicht ganz.

Geteilte Eigentumsverhältnisse

Das Grundstück gehört der Stadt Leipzig. Sie hat mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Mulde-Collm einen bis Oktober 2098 geltenden Erbbaupachtvertrag abgeschlossen, somit liegt die Gebäudesubstanz in deren Händen. In rund einem Fünftel des stattlichen Hauses betreibt der freie Träger seine Kindertagesstätte – alle Versuche, es besser auszulasten, scheiterten bislang.

Bestbieter steht fest

Leipzig hat indessen ein Bieterverfahren durchgezogen. Nach dem Beschluss des kommunalen Grundstücksverkehrsausschusses nahm die Stadt laut Pressesprecher Thorsten Vollstädt Verhandlungen mit dem Interessenten auf, der das meiste Geld auf den Tisch legen würde. Die Frage danach, um wen es sich handelt, lässt er aus Datenschutzgründen unbeantwortet. Mit dem Verkauf, so informiert er aber zumindest, werde eine Aufhebung des Erbbaurechtsvertrags angestrebt, was eine Mitwirkung der Awo voraussetze.

„Wir können uns vorstellen, den Vertrag aufzulösen“, sagt Awo-Geschäftsführer Daniel Schippan. „Allerdings nur unter zwei Bedingungen. Die gut funktionierende Kita mit einem besonderen naturnahen Konzept muss in unserer Trägerschaft bestehen bleiben, und das gesamte Gebäude muss einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden.“

Leipzig in Kontakt mit Naunhof

So ähnlich drückt sich auch der Leipziger Stadtsprecher Vollstädt aus: „Entscheidend ist vor allem die künftige Nutzung, da die vorhandene Kindereinrichtung sowie die Arbeitsplätze erhalten werden sollen.“ Seien die Verhandlungen mit dem Bieter beendet, würden die zuständigen Leipziger Gremien über den Verkauf entscheiden. „Mit dem Verfahren wird der Weg geebnet, das Gebäude zu sanieren und einer vollumfänglichen Nutzung zuzuführen“, so Vollstädt. „Die Stadt Naunhof wird über den gesamten Zeitraum eng in die Abstimmungen eingebunden.“

Bürgermeister Zocher skeptisch

Bürgermeister Zocher hatte, wie er ausführt, schon ein Gespräch mit dem Bestbieter. „Dieser will allerdings relativ wenig mit den Vorhaben unserer Stadt zu tun haben“, erklärt er. Deshalb treibe ihn die Sorge um, die für die Parthestadt wichtige Kita könnte in Gefahr sein. „Mein Wunsch wäre, dass ein anderer Investor gefunden wird“, äußert Zocher.

Währenddessen will er Fakten schaffen. „Wir haben für dieses Gebiet einen Bebauungsplan beschlossen, aber nicht weitergeführt“, erläutert er. „Das werden wir jetzt tun, um zu erreichen, dass die Kita erhalten bleibt.“ Als Ultima Ratio sei auch vorstellbar, den Stadtrat einzuberufen und das Vorkaufsrecht Naunhofs auszuüben, auch wenn die Grundstückspreise inzwischen stark gestiegen sind.

Lindhardter Ortschaftsrat für Kita-Erweiterung

Welcher Weg auch immer beschritten wird, für den Lindhardter Ortschaftsrat gibt es eine entscheidende Forderung. „Es müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, dass die Kita bleibt und möglichst sogar erweitert wird“, sagt Vorsteher Bernd Pohl. Wenn sich der Investor nicht darauf einlässt, muss man sehen, wie man das gestalten kann.“

Es gehe nicht nur darum, dass die Lindhardter Eltern mit ihren Sprösslingen kurze Wege hätten, sondern die Kita werde für ganz Naunhof benötigt. „Wir haben eben erst eine neue in der Melanchthonstraße gebaut. Und wenn weitere Wohngebiete hinzukommen, brauchen wir noch mehr Platz“, begründete Pohl. Die zurzeit leerstehenden Räume im ehemaligen Kinderheim würden eine Nutzung zulassen. „Ob diese dann mit dem selben oder einem anderen Träger erfolgt, steht auf einem anderen Blatt“, sagt der Ortsvorsteher.

Stadtrat Schramm will städtisches Engagement

Auch Michael Schramm (CDU) als in Lindhardt wohnender Stadtratsabgeordneter plädiert für den Erhalt der Kita. Vorstellen kann er sich, dass die Stadt Naunhof das weitläufige Grundstück erwirbt und dann einen Teil davon für die Errichtung von Einfamilienhäusern zur Verfügung stellt. „Damit könnte der Kauf zumindest teilweise finanziert werden“, meint er.

Um den Bestand der Kita war schon öfter gebangt worden, weil Leipzig schon lange plant, die Immobilie loszuwerden. 2013 brachte Bürgermeister Zocher sogar die Idee ins Spiel, das Freie Gymnasium Naunhof in das Haus zu verlegen. Diese zerschlug sich aber relativ schnell.

Von Frank Pfeifer

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