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Grimma Naunhofer Heim feiert 25-jähriges Bestehen
Region Grimma Naunhofer Heim feiert 25-jähriges Bestehen
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12:12 08.07.2019
Gehörten zu den ersten Gästen, die Heimleiter Stefan Müller (li.) zum 25-jährigen Jubiläum gratulierten: Landrat Henry Graichen (CDU,) Sozialamtsleiterin Karina Kessler und Diakonie-Geschäftsführer Harald Bielig (v. re.). Quelle: Thomas Kube
Naunhof

Als einen „besonderen Ort für alle“ empfindet Superintendent Jochen Kinder das Naunhofer Altenpflegeheim „Charlotte Winkler“. Er hielt am Donnerstag die Predigt zur Jubiläumsfeier des Hauses, das seit nunmehr 25 Jahren besteht. Am 4. Juli 1994 hatte es die Diakonie feierlich eingeweiht.

„Uns fällt es oft schwer, Hilfe anzunehmen. Doch die Heimbewohner haben das gelernt“, sagte Kinder. „Für ein ganzes Leben ist es wichtig, Hilfe anzunehmen und zu geben. Und das findet in diesem Hause statt, was es zu etwas Herausragendem macht.“

Lange Tradition der Pflege in Robert-Blum-Straße

Dass die Pflege und damit auch die Hilfe an diesem Standort schon eine lange Tradition hat, daran erinnerte Heimleiter Stefan Müller. Er spannte einen Bogen vom Bau eines Sanatoriums in der Robert-Blum-Straße Ende des 19. Jahrhunderts über die Errichtung einer Nervenheilstätte und eines Erholungsheims bis zu Umwandlungen in ein Krankenhaus und eine Poliklinik, aus deren Gebäudesubstanz schließlich Teile des heutigen Heims hervorgingen.

Pflege in der Robert-Blum-Straße

1897 eröffnete Rudolf Götze ein Sanatorium in der Robert-Blum-Straße 4, das bis 1907 existierte. Zwei Jahre später richtete die Allgemeine Ortskrankenkasse für Leipzig in dem Fachwerkbau, der heute noch steht, ein Erholungsheim für leicht nervöskranke männliche Kassenmitglieder ein.

1900 erfolgte die Genehmigung für den Bau einer Nervenheilstätte, das Haus bildet den rechten Teil des heutigen Pflegeheims. 2013 beschloss die AOK einen Erweiterungsbau für das Erholungsheim, den heutigen rechten Teil des Pflegeheims. Beide Häuser wurden durch eine Wandelhalle mit Speisesaal verbunden.

Im Zweiten Weltkrieg diente das Heim als Lazarett. Ab 1945 war es ein städtisches Krankenhaus, das 1949 als Außenstelle des Krankenhauses Grimma zur Poliklinik umgewandelt wurde.

Am 1. April 1991 übernahm die Diakonie das Gebäude als Pflegeheim. Schon bald wurden die Bewohner ins Internat des Porzellanwerks Colditz verlegt, um Baufreiheit zu schaffen. Von März 1993 bis Juli 1994 ließ der Freie Träger das linke und rechte Gebäude von Grund auf sanieren. Der Mitteltrakt, der 1974 aufgestockt worden war, wurde abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, so dass sich heute das Heim als durchgängiges Gebäude mit 71 Plätzen darstellt. Größte Investition seitdem war 2016 die Wiederbelebung der hauseigenen Wäscherei.

Tücken des Beginns

Nicht alle Transformationen verliefen reibungslos. Über die letzte wusste der Geschäftsführer der Diakonie Leipziger Land zu berichten. „Obwohl es sich um einen Umbau handelte, kann man getrost von einem Neubau reden“, resümierte Harald Bieling. „Eine Herausforderung war, dass sich der Grundwasserspiegel dicht unter der Oberfläche befand. Die Baukosten wurden erheblich überschritten.“

Gottesdienst zu Beginn der Feier: Superintendent Jochen Kinder hielt die Predigt. Quelle: Thomas Kube

Bewundernswert finde er, Bieling, wie Müller es schafft, zwei Vollzeitstellen als Heimleiter und ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Trebsen in einer Person zu vereinen. Der Angesprochene gab das Lob umgehend weiter: „Weil ich einfach die besten Mitarbeiter habe, die es gibt.“ Sowohl viele jetzige als auch zahlreiche ehemalige und ehrenamtliche begrüßte er in den Besucherreihen.

Landrat würdigt Individualität

„Die Aufgabe der Pflegenden ist sehr verantwortungsvoll, aber am Ende des Tages auch erfüllend, wenn man den zu Pflegenden eine schöne Heimstätte bietet“, formulierte Landrat Henry Graichen (CDU) in seinem Grußwort. Nach seinem Dafürhalten werden in der Naunhofer Einrichtung die christlichen Werte gelebt. Es zeuge von Individualität, wenn beispielsweise nach Absprache neu einziehende Menschen Haustiere mitbringen dürfen.

Das Seniorenheim Naunhof aus der Luft. Quelle: Frank Schmidt

Bürgermeister will noch mal kommen

Von einer fröhlichen Atmosphäre im Heim sprach Bürgermeister Volker Zocher (parteilos). „Das ist nicht überall so“, sagte er und verwies mehrfach darauf, dass er schon seit 30 Jahren in der Kommunalpolitik tätig ist, was lange genug sei. „Diese Zeit geht zu Ende“, betonte er und versprach, in seinen verbleibenden Dienstmonaten noch zu Geburtstagen ins Heim zu kommen.

Mitarbeitervertretung würdigt Leitung

Eine Kerze überreichte die Vorsitzende der Bewohnervertretung, Raimute Richter, an Müller, dem sie bescheinigte, „immer ein offenes Ohr für die Nöte und Belange“ der Menschen zu haben. Musikalische Grüße überbrachte die Diakonie-Kindertagesstätte „Regenbogen“, die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde überreichte einen Sommerflieder. Mit beiden Partnern arbeitet das Heim eng zusammen.

Die Gebäude des heutigen Heims vor dem Ersten Weltkrieg. Der Mitteltrakt, der später aufgestockt worden war, fiel 1993 und wurde durch einen Neubau ersetzt. Quelle: privat

Heim stellt sich der Zukunft

Das Ammelshainer Familienquartett Brückner gestaltete den musikalischen Ausklang, bevor sich die Gäste an dem köstlichen Abendbüfett laben konnten, das die hauseigene Küche gezaubert hatte. „Wir konnten mit diesem Tag Danke sagen, dass wir 25 Jahre so erfolgreich gearbeitet haben“, zog Stefan Müller ein Fazit und bezeugte seine feste Absicht, „ein Haus zu bleiben, in dem nach dem aktuellen pflegewissenschaftlichen Stand und unter diakonischem Verständnis gearbeitet wird.“ Ziel sei es, die Bewohner nicht nur satt und sauber zu kriegen, sondern ihnen einen erfüllten Lebensabend zu bereiten.

Eine Herausforderung bleibe es, die zur Verfügung stehenden Mittel sinnvoll einzusetzen. „Auch in Zukunft wird es großer Bemühungen bedürfen, ausreichend Pflegepersonal und Auszubildende zu finden“, kündigte Müller an. „Wir haben alle Stellen besetzt, doch das ist nicht immer leicht.“

Von Frank Pfeifer

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