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Grimma Naunhofs Bürgermeister Volker Zocher über seine Abwesenheit und dringliche Aufgaben
Region Grimma Naunhofs Bürgermeister Volker Zocher über seine Abwesenheit und dringliche Aufgaben
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00:21 03.02.2018
Volker Zocher Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Naunhof

Nach seiner monatelangen krankheitsbedingten Auszeit hat Naunhofs Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) wieder die Amtsgeschäfte im Rathaus übernommen. Im Interview mit der LVZ spricht er sehr persönlich über sich und die vergangene Zeit, Reflektionen über die Stadt Naunhof und künftige Aufgaben.

Herr Zocher, konnten beziehungsweise haben Sie in der Zeit Ihrer Abwesenheit die Geschehnisse in Ihrer Stadt verfolgen können?

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Nein, das konnte ich nicht. Ich hatte lange eine Art Informationssperre für mich selbst eingerichtet. Erst Ende Dezember 2017, Anfang Januar des neuen Jahres habe ich einiges wahrgenommen.

Dann haben Sie sicher auch den Ruf nach einem Amtsverweser wahrgenommen - wie ist das bei Ihnen angekommen?

Wenn jemand länger ausfällt, und bei mir war es zugegebenermaßen nicht einfach abzusehen, wie lange es dauern würde, ist es immer sinnvoll, einen Amtsverweser einzusetzen. Und ich sage mal so: Es hätte vielleicht der Stadt auch ganz gut getan, weil es dann eine Person ist, die rein am Gesetz orientiert handeln kann. Insofern stehe ich einem Amtsverweser nicht negativ gegenüber.

Ich höre da heraus, dass Sie in der einen oder anderen Sache Anlass zur Kritik haben, weil nicht alles so gelaufen ist, wie Sie es sich gewünscht hätten?

Das würde ich so nicht sagen. Hermann Kinne als mein Stellvertreter hat entsprechend der Gemeindeordnung und damit absolut richtig gehandelt. Und ich hatte es ja in der ersten von mir wieder geleiteten Stadtratssitzung schon gesagt, dass ich den mehrfach geäußerten Unmut nicht nachvollziehen konnte.

Sie beziehen sich hier auf die Befangenheitsdebatte - oder?

Genau, Herr Kinne hat sich genau an die Vorgaben der Kommunalaufsicht gehalten, und wie schon erwähnt, ich

hätte es nicht anders gemacht.

Aber....?

Kein Aber. Ich bedaure eben nur, dass uns die Befangenheitsdebatte wertvolle Zeit gekostet hat, denn wir haben jetzt ein enges Zeitfenster, in dem wir die Vergabeverhandlungen führen müssen, wenn die Kindereinrichtung pünktlich eröffnet werden soll.

Ohne Ihrem Stellvertreter zu nahe treten zu wollen, aber wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass Sie von Herrn Kinne über einen langen Zeitraum vertreten wurden, er aber selbst auch noch hauptberuflich arbeitet. Ist dadurch etwas liegen geblieben?

Die Verwaltung ist ein Selbstläufer und funktioniert reibungslos, das möchte ich ausdrücklich betonen. Ich sehe auch nichts, wo ich korrigierend handeln müsste, dafür ist in meiner Abwesenheit aber auch nichts Außergewöhnliches passiert. Deshalb ist auch rein verwaltungstechnisch nicht liegen geblieben. Herr Kinne ist ja auch mehr der Vertreter nach außen gewesen und innerhalb der Verwaltung ist Amtsleiterin Kathrin Stehr diejenige - so gesehen hat die Verwaltung meiner Meinung nach super funktioniert. Die Haushaltskonsolidierung war erfolgreich, nachdem die Schulden von zwei Millionen Euro runtergefahren wurden, der Akteneinsichtsausschuss arbeitet und dazu gibt es demnächst eine konstituierende Sitzung, der Neubau Kindergarten läuft, die Umgehungsstraße wird intensiv genutzt, was mich außerordentlich freut - ich hätte also jetzt keine Kritikpunkte, weder an die Verwaltung noch an meine Vertretung.

Von Frank Schmidt

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