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Grimma Neue Basis für Naunhofer Taucher
Region Grimma Neue Basis für Naunhofer Taucher
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12:01 05.01.2019
Fertig hergerichtet: Paul Gepperd (li.) und Sven Viereck vor der neuen Taza-Basis am Naunhofer Moritzsee. Quelle: Ralf Saupe
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Naunhof

Modisches Schwarz tragen die Wesen, die künftig häufiger den Fluten des Moritzsees entsteigen werden. Der Naunhofer Taza-Tauchclub nahm am Ufer seine neue Trainings- und Ausbildungsstätte in Betrieb. Hergerichtet hat er sie in Eigenleistung.

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Bislang gehörte Taza zu Ammelshain wie das Wasser zum Tauchen. Doch das dortige ehemalige Lagergebäude der Splittwerke Röcknitz gehört nicht dem Verein, sondern befindet sich im Eigentum des Landestauchsportverbands Sachsen, der es von der Treuhand kaufte und sanierte. In den ersten zwölf Jahren nach Mauerfall war Klaus Bauerfeind in Personalunion dessen Präsident und Vorsitzender des Naunhofer Clubs, der damit seine Heimstatt im selben Haus hatte. Doch die Umstände haben sich geändert.

Klaus Bauerfeind beim Tauchen im Ammelshainer Steinbruch Haselberg. Quelle: Ralf Saupe

Naunhofer Taucher brauchen Ausweichquartier

„Vereine aus Sachsen und ganz Deutschland nutzen den Standort Ammelshain immer intensiver“, erklärt Bauerfeind. „Deshalb kam es zunehmend zu Terminkollisionen. Außerdem bestand die Gefahr der Überlastung des Tauchgewässers, also des Steinbruchs im Naturschutzgebiet Haselberg-Straßenteich.“

In eine ganz andere Welt tauchen die Froschmänner und -frauen des Taza-Clubs ab. Die Unterwasserwelt im Ammelshainer Haselberg-Steinbruch ist dabei weit vielfältiger als in Moritz- und Grillensee.

Als Ausweichquartier fasste der Club die ehemalige Terrassengaststätte am Moritzsee ins Auge. Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) hatte nichts dagegen und schloss mit Taza einen langfristigen Pachtvertrag über das schon eine halbe Ewigkeit leerstehende Haus. „Das war vor drei Jahren“, erklärt Bauerfeind. „Seitdem hat unser 32 Taucher zählender Verein das Gebäude instand gesetzt, so dass wir es als Tauchgerätelager nutzen können. Im Großen und Ganzen sind wir damit jetzt fertig.“ Fehlen würde nur noch ein Kompressor, mit dem die Atemluftflaschen gefüllt werden. Er soll demnächst eintreffen.

Mehr Taucher am Moritzsee zu sehen

Offiziell hat Taza inzwischen die wasserrechtliche Genehmigung fürs Tauchen im Moritzsee und im benachbarten Grillensee erhalten. „Damit ist rechtlich alles in ordentliche Bahnen gelenkt“, so Bauerfeind. „Künftig werden Besucher der Seen unsere Froschmänner und -frauen öfter in diesen Gewässern sehen.“

Süßwassermeduse im Moritzsee. Quelle: Ralf Saupe

Nicht nur aus Spaß am Hobby tauchen sie ab, sie vermerken auch in Listen vorgefundene Tier- und Pflanzenarten. Um Gleichgesinnte sachsenweit zu solch einem Unterwasser-Monitoring zu befähigen, lief 2017 am Moritzsee der erste Lehrgang fürs Naturschutztauchen, ihm soll 2019 ein weiterer folgen.

Kleine Artenvielfalt trotz guten Wassers

„In Ammelshain ist die Vielfalt der Fauna und Flora größer als im Moritz- und im Grillensee, die sich beide diesbezüglich ähneln“, urteilt der Vereinschef. Deren Wasser bezeichnet er zwar als „hervorragend“, durch das intensive Baden und Angeln, aber auch wegen der früheren Bergbaunutzung seien sie jedoch in ihrer biologischen Entwicklung beeinträchtigt.

Edelkrebs im Ammelshainer Steinbruch. Quelle: Ralf Saupe

Für bemerkenswert hält Klaus Bauerfeind, dass im Moritzsee Armleuchteralgen bis in eine Tiefe von zehn bis 15 Metern leben. „Geschuldet ist das dem klaren Wasser, das es der Sonne erlaubt, bis dorthin durchzudringen“, erklärt er. „Ein gutes Zeichen, das von einer insgesamt kräftigen Biologie zeugt.“

Taucher schaffen neue Lebensräume

Um Pflanzen aber auch auf anderen Ebenen mehr Lebensraum zu verschaffen, müssen die Taucher nachhelfen. Sie bringen in fünf bis sieben Metern Tiefe Gitter an, die vor allem Karpfen davon abhalten, Jungtriebe herauszureißen, wenn sie am Boden nach Nahrung suchen. „So können sich Pflanzen ansäen, die ansonsten in diesen Bereichen keine Chance hätten“, erklärt Bauerfeind. Das Abenteuer Tauchen verbindet der Naunhofer Club auf diese Weise mit aktivem Natur- und Umweltschutz.

Von Frank Pfeifer

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