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Grimma Neue Großbaustelle in der Turmstraße Grimma
Region Grimma Neue Großbaustelle in der Turmstraße Grimma
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06:03 25.06.2019
Der Wohnblock Platz der Einheit 8 – 11 der Wohnungsgenossenschaft Grimma ist nun rundum erneuert. Die letzten Arbeiten auch an den Außenanlagen sind beendet. Quelle: Frank Prenzel
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Grimma

Die Wohnungsgenossenschaft Grimma kann das Geschäftsjahr 2018 mit einer positiven Bilanz abhaken. Zur jetzigen Vertreterversammlung sind Vorstand und Aufsichtsrat einmütig entlastet worden. Das Jahr war geprägt von der Fusion mit der Wohnungsbaugenossenschaft Trebsen und dem bislang größten Bauvorhaben des Unternehmens. Dabei wurde der 1987 errichtete Wohnblock Platz der Einheit 8 – 11 komplett umgebaut – für 4,75 Millionen Euro.

Der Wohnblock Platz der Einheit 8 – 11 der Wohnungsgenossenschaft Grimma ist nun rundum erneuert. Die letzten Arbeiten auch an den Außenanlagen sind beendet. Quelle: Frank Prenzel

Durch die Verschmelzung mit der Trebsener Genossenschaft sei die Bilanz nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar, erläutert der Kaufmännische Vorstand René Nauck. Die Bilanzsumme 2018 liegt bei 54,6 Millionen Euro, zum Jahresüberschuss von rund 370 000 Euro haben laut Nauck beide Partner beigetragen. Das Geld fließt zunächst in die Rücklage und wird wieder in den Bestand gesteckt. Eine Ausschüttung an die Genossenschaftsmitglieder ist nicht vorgesehen.

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Wohnungsgenossenschaft wächst auf 1707 Mitglieder

Trebsen brachte 126 Mitglieder und ebenso viele Wohnungen in die Hochzeit ein, so dass die Genossenschaft jetzt 1600 Wohnungen bewirtschaftet. Sie wuchs zum Jahresende auf 1707 Mitglieder an. Neben 250 neuen Mitgliedern, darunter die Mieter in Trebsen und Nerchau, wurden 83 Kündigungen registriert.

Nauck spricht von einer „stabilen und soliden Vermietungssituation“. Mit Beginn des neuen Jahres liegt die Leerstandsquote bei sechs Prozent. Das sei besser als der Durchschnitt im Landkreis Leipzig (9,7 Prozent) und im Verband sächsischer Wohnungsgenossenschaften (8,2 Prozent), verdeutlicht Nauck. Durch den Trebsener Bestand sei die Kaltmiete im vorigen Jahr sogar um 2,3 Prozent gesunken auf jetzt durchschnittlich 4,74 Euro je Quadratmeter. Die teuerste Wohnlage der Genossenschaft ist momentan am Platz der Einheit erreicht, wo der Quadratmeter 6,95 Euro Kaltmiete kostet. „Auch bei den Betriebskosten liegen wir besser als die Durchschnittswerte“, freut sich Nauck.

Kritik am neuen Modell zur Müllgebühr-Abrechnung

Kritik übte der Vorstand vor den Vertretern erneut an der geänderten Abrechnung für die Abfallgebühr. Laut Kreistagsbeschluss sind ab diesem Jahr die Grundstückseigentümer und nicht mehr das Abfallwirtschaftsamt dafür zuständig. „Das neue System ist weder gerechter noch bürgerfreundlicher“, schimpft Nauck. Weil seiner Genossenschaft die Personen bezogenen Daten fehlten, müsse sie die Müllgebühr auf die Wohnfläche umlegen (nach Quadratmeter). Das hat zur Folge, dass zum Beispiel eine in einer Drei-Raum-Wohnung lebende Person nun genauso viel Geld für die Müllbeseitigung zahlen muss, wie eine dreiköpfige Familie in einer gleich großen Wohnung. Der Landkreis hatte den Müll pro Haushalt und damit pro Kopf abgerechnet.

Genauso hadern Nauck und seine Leute mit der Einführung der Biotonne ab 2020. „Wir halten sie in unseren großen Wohnanlagen für völlig unangebracht“, bekräftigt er. Die Biotonne „wird uns vor Probleme stellen“ und führe auch noch zu steigenden Müllgebühren.

Im vorigen Jahr 6,15 Millionen Euro investiert

Das Wohnungsunternehmen investierte im vorigen Jahr 6,15 Millionen Euro in seinen Bestand. „Für unsere Genossenschaft ist das eine außergewöhnliche Größenordnung“, sagt Nauck. Das Gros des Geldes schluckte der Platz der Einheit 8 – 11, ein 40 Wohnungen zählender Neubaublock, der entkernt und umgebaut wurde, Fahrstühle und Balkons erhielt sowie barrierefreies Wohnen erlaubt. Seit kurzem sind auch alle Außenanlagen fertig und momentan nur noch vier Wohnungen frei.

Die Wohnungsgenossenschaft Grimma hat begonnen, ihre Häuser in der Turmstraße aufzuwerten. 1,3 Millionen Euro werden investiert. Quelle: Frank Prenzel

In diesem Jahr will die Genossenschaft 3,2 Millionen Euro investieren. Den Schwerpunkt mit 1,3 Millionen bildet dabei die Grimmaer Turmstraße. Die insgesamt 34 Wohnungen in den sechs Vier-Familien- und zehn Reihenhäusern erhalten Balkons, 26 Pkw-Stellplätze entstehen, Wege und Außenanlagen werden gestaltet. „Wir sind bereits mitten im Baugeschehen“, sagt der Technische Vorstand Marco Rosenberger. Die Genossenschaft möchte das Vorhaben 2019 im Wesentlichen abschließen und geht davon aus, dass die Stadt Grimma im nächsten Jahr die Straße sanieren wird.

Von Frank Prenzel