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Grimma Neue Kindertagesstätte in Naunhof eröffnet
Region Grimma Neue Kindertagesstätte in Naunhof eröffnet
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10:51 02.09.2018
Offizielle Eröffnung: Christian Kamprad (r.) vom Trägerverein, der Landtagsabgeordnete Svend-Gunnar Kirmes (l.) und Kinder schnitten das Band am Eingang durch. Quelle: Frank Pfeifer
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Naunhof

„Das wird ein Kindergarten.“ Mit diesem Satz brachte Christian Kamprad am Sonnabendvormittag seine rund 200 Besucher zum Schmunzeln, schließlich war die Eröffnung einer neuen Kita der Grund, warum sie in die Naunhofer Melanchthonstraße gekommen waren. Der Vorsitzende des Vereins Kinderland, der die Einrichtung fortan betreibt, hatte seine Worte aber sorgfältig gewählt, sie sollten eine Botschaft sein.

Kinder zum Blühen bringen

Analog zu Blumen im Garten, so Kamprad weiter, sollen in das Haus die Mädchen und Jungen hinein gegeben werden, um sie zu hegen, zu pflegen, zu versorgen. „Wie Pflanzen wollen wir jedes einzelne Kind zum Blühen bringen“, kündigte er an. Und das auf eine besondere Weise.

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Rund 200 Besucher kamen zur Eröffnung der Kita. Kinder probierten schon mal die Spielgeräte aus.

„Eine Gruppenunterscheidung wird es bei uns nicht geben“, erläuterte die Kita-Leiterin, Sozialpädagogin Doreen Kolbe-Unger. „Wir trennen lediglich den Krippen- und den Kindergartenbereich.“ Und selbst da werden die Grenzen fließend sein, denn wenn die Kleinsten schon mal rüber zu den Größeren schauen wollen, können sie das ab ungefähr zweieinhalb Jahren tun, auch wenn das Krippenalter offiziell erst mit drei Jahren endet.

Kindertagesstätte mit anspruchsvollem Konzept

Die Steppkes können also viel mehr zwischen Angeboten wählen, als das in traditionellen Kindertagesstätten der Fall ist. „Wir legen viel Wert auf freies Spielen“, erklärt Kolbe-Unger. Nicht einmal der Mittagsschlaf sei für die Drei- bis Sechsjährigen mehr bindend. Es gebe eine Ruhezeit, in der sie sich hinlegen können, aber nicht müssen.

„Das klingt nach Laissez faire, ist es aber nicht, denn die eigentliche Arbeit der Erzieher wird schwieriger“, betonte Kamprad. „Die Kinder sollen nicht sich selbst überlassen, sondern in ihren Aktivitäten unterstützt werden. Ein sehr anspruchsvolles Konzept.“

Verdienst des Naunhofer Stadtrats

Dass die Einrichtung in Rekordzeit errichtet werden konnte, ist laut Kamprad in erster Linie ein Verdienst des Naunhofer Stadtrats. „Er sagte sich rechtzeitig, dass es mehr Kinder als Plätze gibt, und handelte“, hob er hervor. Das Borsdorfer Planungsbüro Strauß habe seinen Entwurf zügig umgesetzt. Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) und seine Verwaltung hätten das Vorhaben positiv begleitet. „Wir versprechen, mit Leben zu erfüllen, was wir übernommen haben“, sagte Kamprad. Zocher wünschte alles Gute für den Betrieb.

Gerade mal ein Dreivierteljahr war vom ersten Spatenstich Ende Oktober vergangenen Jahres bis zur Fertigstellung am 3. August vergangen. „Danach erfolgten alle Abnahmen, die Betriebserlaubnis wurde erteilt“, informierte Architekt Christian Strauß. Der Naunhofer Trägerverein, der schon unweit die Kita „Seepferdchen“ betreibt, räumte erste Schränke ein. Das zunächst vierköpfige Team – drei Frauen und ein Mann – wollen aber mit den Kindern noch viele Kartons gemeinsam auspacken, denn diese sollen mitbestimmen, wie ihre Räume aussehen. Zwölf Knirpse werden am Montag erwartet, Woche um Woche sollen es mehr werden.

Naunhof braucht noch mehr Plätze in Kindertagesstätten

Insgesamt wird das Haus 30 Krippen- und 42 Kindergartenkinder aufnehmen können. Dass die voraussichtlichen Baukosten von 1 932 813 Euro zum Großteil Bund und Land trugen, hob der Landtagsabgeordnete Svend-Gunnar Kirmes (CDU) hervor, der zugleich lobte: „Naunhof ist ein gutes Beispiel, was wir in Sachsen erreichen können.“

Noch wird ein Name für die Einrichtung gesucht. Kinder konnten malend Vorschläge unterbreiten, Erwachsene per Stimmzettel – in zwei Monaten soll das Ergebnis feststehen. Bereits jetzt ist klar, dass die neue Kita den Bedarf an Plätzen auf Dauer nicht deckt. Das Grundstück gibt es her, sie zügig zu erweitern. Entsteht das neue Wohngebiet Grünstadt für rund 900 Einwohner, macht sich voraussichtlich ein weiterer Kita-Standort erforderlich.

Von Frank Pfeifer

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