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Grimma Neuer Stadtverkehr in Grimma vor dem Start
Region Grimma Neuer Stadtverkehr in Grimma vor dem Start
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10:29 16.04.2019
Zur Jungfernfahrt für den neuen Stadtverkehr in Grimma gab Regional-Bus-Leipzig Geschäftsführer Andreas Kultscher Informationen. Neben ihm nahm Landrat Henry Graichen Platz. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Mit einer einstündigen Jungfernfahrt für geladene Prominenz und einem offenen Informationsangebot im Rathaussaal wurde am Montagnachmittag ein neues Zeitalter für den Grimmaer Stadtverkehr eingeläutet. Ab Karfreitag fahren die Busse auf beiden Stadtlinien öfter und in engerem Takt und steuern darüber hinaus 25 Haltestellen mehr an als bisher. An den Sonn- und Feiertagen, die bislang außen vor blieben, sind die Busse auf der 8,5 Kilometer langen Grimma-A-Linie und der sechs Kilometer umfassenden Grimma-B-Linie ab Ostern ebenfalls unterwegs. Der Stadtverkehr bedient neu ausgerichtete Strecken und hält nun beispielsweise auch an der Muldentalhalle und auf dem Volkshausplatz, direkt vorm Krankenhaus und an allen wichtigen Einrichtungen der Stadt – inklusive der Supermärkte. Wichtig waren den Planern die Umsteigemöglichkeiten – etwa zu den Regionalbuslinien und der Bahn.

So sollen die Einwohner zunehmend animiert werden, das Auto stehen zu lassen und lieber den Stadtbus zu nutzen. Vom 19. April bis 31. Juli werden sie dafür mit einem besonderen Bonbon gelockt. Dann haben die Fahrgäste an den Samstagen, Sonntagen und Feiertagen freie Fahrt im Stadtverkehr. Also schon an allen Ostertagen können sie umsonst einsteigen.

Für den Busfahrer ein Heimspiel in Grimma

Um zur Jungfernfahrt alle Gäste transportieren zu können, fuhr die Regionalbus Leipzig GmbH mit einem Gelenkbus vor, der in den Straßen der Muldestadt sonst nicht zum Einsatz kommt. Busfahrer Axel Geißler (56) hatte als Grimmaer praktisch ein Heimspiel, als er weite Strecken der beiden Linien abfuhr und sein Chef Andreas Kultscher die Neuerungen erläuterte. Landrat Henry Graichen (CDU) hatte eingangs über die ersten Erfolge von „Muldental in Fahrt“ informiert. Das erweiterte Angebot und die verbesserte Taktung hätten zu etwa 15 Prozent mehr Fahrgästen in den Bussen geführt. Mit einem bürgerfreundlichen ÖPNV wolle der Landkreis die Attraktivität der ländlichen Gebiete steigern.

Axel Geißler steuerte den Bus. Quelle: Thomas Kube

Der neu ausgerichtete Stadtverkehr an der Mulde ist Teil des ÖPNV-Projekts „Muldental in Fahrt“. Wochentags und samstags verkehren die Stadtbusse nun von frühmorgens bis spätabends im Halbstundentakt. Für Nachtschwärmer sind die Busse samstags sogar bis Mitternacht unterwegs. An Sonn- und Feiertagen halten die Fahrer einmal in der Stunde an der Bordsteinkante (von 8 bis 21 Uhr). Laut Kultscher haben es jetzt drei Viertel der Kernstadt-Grimmaer nicht weiter als 300 Meter bis zur nächsten Haltestelle.

So führen ab 19. April 2019 die neuen Buslinien durch Grimma. Quelle: Regionalbus Leipzig

Ziel ist ein jährliches Plus an Fahrgästen von zehn Prozent

Im vorigen Jahr beförderte der Stadtverkehr insgesamt 208 000 Fahrgäste, mit dem neuen Angebot erhoffen sich die Projektpartner ein jährliches Plus von zehn Prozent. Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) rief die Einwohner auf, die Veränderungen im Stadtverkehr als Chance zu begreifen. Mit an Bord war der Geschäftsführer des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes, Steffen Lehmann, der von einem „tollen Tag“ sprach. Sachsen schaue auf die Region, hier werde der erste Versuch gestartet, „die Mobilitätswende auf die Straße zu bringen“.

Im Rathaussaal Grimma konnten sich Bürger informieren. Quelle: Thomas Kube

Auf der B-Linie kommen künftig zwei sogenannte Sprinter zum Einsatz. Die Kleinbusse passen durch den Eisenbahntunnel nahe der Schwimmhalle. Einwohner aus Grimma-West können durch diese neue Linienführung erstmals ohne Umsteigen zum nahe gelegenen Prima Einkaufspark und zum Bahnhof gelangen. Auf der A-Linie, die Waldbardau im Süden und Hohnstädt im Norden erschließt, verkehren drei größere Busse. Sie steuert auch erstmalig das GGI-Gebiet mit Jobcenter, Muldentalhalle, Pflegeheim und anderen Einrichtungen an. Auch die Waldbardauer seien jetzt wieder besser angebunden, nachdem die Überland-Linie 610 eine andere Führung erhalten hatte, sagte Kultscher.

Das Verkehrsunternehmen kam bislang in Grimma mit sieben Busfahrern aus, ab Ostern sitzen auf den zwei Linien zwölf Mitarbeiter hinterm Lenkrad.

Monatsticket für Senioren für 19,90 Euro

Mit den Fahrpreisen will Regionalbus die Grimmaer ebenfalls zum Einsteigen bewegen. „Wir lichten den Tarifdschungel“, so Geschäftsführer Kultscher. Zudem bleiben die Preise gleich oder werden sogar gesenkt. Eine Einzelfahrt für Erwachsene kostet 1,60 Euro, doch schon mit der Tageskarte für 3,10 Euro kommt der Fahrgast günstiger als beim Kauf von zwei Einzelfahrten. „Wir versprechen uns davon, dass die Leute länger in der Stadt verweilen“, sagte Kultscher mit Blick auf einen entspannten Einkauf oder den Besuch im Café. Die Abo-Preise fallen laut Kultscher. Und für Senioren ab 65 Jahre wird ein Abo-Aktiv-Ticket eingeführt. Sie können dann für monatlich 19,90 Euro den Stadtbus rund um die Uhr benutzen.

Von Frank Prenzel

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