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Grimma Neues Lichtkonzept für Grimmas Frauenkirche
Region Grimma Neues Lichtkonzept für Grimmas Frauenkirche
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11:54 15.04.2019
Die Frauenkirche in Grimma erhält ein neues Lichtkonzept. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Zum Osterfest läuten die Glocken feierliche Stunden in der Grimmaer Frauenkirche ein. Dann wird es wieder eng im jahrhundertealten Gotteshaus, nehmen Chorsänger im Altarraum Aufstellung und Orchestermusiker vor ihnen im Querschiff Platz. Karfreitag wird ab 15 Uhr zur Sterbestunde Christi die Glashütter Passion aufgeführt. Zum Gottesdienst am Ostersonntag treten ab 10.15 Uhr die Kurrende und Kantorei der Frauenkirche auf. Und Ostermontag sind ab 17 Uhr der Motettenchor Leipzig und das Dresdner Barockorchester zu Gast und bringen von Dietrich Buxtehude „Heut triumphieret Gottes Sohn“ zu Gehör.

Zu wenig Licht auf den Notenblättern

Gewaltige Werke. Doch Sänger wie Instrumentalisten werden dann einmal mehr mit einem alten Problem konfrontiert: Die Fenster und Lampen in der Frauenkirche werfen zu wenig Licht auf die Notenblätter. Die Kirchgemeinde ist fest gewillt, das zu ändern und hat sich bereits vor zwei Jahren für ein neues Lichtkonzept entschieden. Sie will damit mehrere Misstände aus der Welt schaffen, nach Pfingsten sollen die Lichttechniker anrücken. Allerdings klafft bei der Finanzierung noch eine Lücke. Es fehlen 6000 Euro, für die die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Spender sucht.

Laut Pfarrer Torsten Merkel stehen bei den Aufführungen bis zu 80 Mitwirkende im Altarraum auf Podesten und erfüllen den Kirchenraum mit ihren Gesang. Davor greifen bis zu 25 Musiker in die Instrumente. Doch von hinten fehlt seit Jahr und Tag das Licht für die Notenblätter. Zwei Strahler an den Seiten sind auf den Altar gerichtet und verbessern die Situation nicht.

Blick in die Frauenkirche. Quelle: Thomas Kube

Mit dem vom Leipziger Büro Anke Augsburg Licht geplanten Konzept, dessen Entwurf in der Kirchgemeinde vor der Umsetzung diskutiert wurde, sollen die Lichtverhältnisse im Grimmaer Wahrzeichen von Grund auf verbessert werden. Mehr noch. Die Gemeinde setzt dabei auf moderne LED-Technik und möchte so manchen Euro sparen, der jetzt für die Stromfresser draufgeht. „Wir wollen den Kirchenraum mit Licht und Schatten besser zur Geltung bringen“, nennt Pfarrer Merkel ein weiteres Anliegen. Die Atmosphäre in der Kirche sei „ganz wichtig“. Zudem soll mit der Ausleuchtung der Fluchtwege die Sicherheit erhöht werden.

Hilfe auch für sehbehinderte Menschen

Der Pfarrer weist noch auf einen weiteren positiven Aspekt hin. Im Jahr 2015 erhielt die Frauenkirche barrierefreien Zugang. Die neue Helligkeit komme nun auch sehbehinderten Menschen entgegen, sagt er.

Alles in allem kostet das Lichtkonzept, das mit der Denkmalschutzbehörde des Landkreises abgestimmt ist, rund 29.000 Euro. Erst 23.000 Euro sind durch Spenden und einen Zuschuss der Landeskirche beisammen.

Grimmas Frauenkirche. Quelle: Thomas Kube

Acht neue Lichtquellen werden in der Kirche platziert, die vorhandenen ertüchtigt. So wird einer der beiden Kronleuchter aus den Querschiffen über dem Altar angebracht und dient dann auch als Lichtgeber für die Sängerschar. Die Strahler der Altarbeleuchtung werden erneuert und erweitert, so dass laut Merkel für die Aufführenden indirektes, nicht blendendes Licht entsteht. „Wir wollen die Reflexion der weißen Wände nutzen.“ Für die Musiker werden zudem vier nicht sichtbare Strahler angebracht, erläutert der Pfarrer. Eine Lausitzer Firma fertige sie nach Maß an. Zwei neue Lichtleisten sollen zudem die Querschiffe und deren 1890 geschaffene Fensterbilder besser zur Geltung bringen. Momentan werden sie von Halogenstrahlern erhellt.

Dimmbare Leuchten in den Seitenschiffen

Schließlich erhalten beide Seitenschiffe, die als Fluchtweg dienen, dimmbare Leuchten. Damit können auch die Ausstellungen, die hier platziert sind, künftig ins recht Licht gerückt werden. Zu Ostern etwa wird eine Ausstellung zur Jesu-Mutter Maria eröffnet. Jener Frau, deren Namen die Frauenkirche einst trug und die als Figur im Gotteshaus zu sehen ist. Bei der Ausstellung gehe es um den Namen Maria, verrät Merkel und freut sich auf viele Besucher zum Fest.

Wer für die Licht-Investition spenden möchte, soll sich bitte unter Telefon 03437/9415656 ans Pfarramt wenden.

Von Frank Prenzel

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