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Grimma Oberschule Trebsen stößt an räumliche Grenzen
Region Grimma Oberschule Trebsen stößt an räumliche Grenzen
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14:33 20.02.2019
Ausgereiztes Platzangebot in der Oberschule Trebsen: Schüler einer fünften Klasse im Englisch-Unterricht. Quelle: Frank Schmidt
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Trebsen

An ihre Kapazitätsgrenzen gerät die Oberschule Trebsen. Nicht das einzige Problem, mit dem sich ihr Leiter Detlef Hörig befassen muss. Im Stadtrat wies er jüngst auf nötige Investitionen hin und sprach über Konflikte innerhalb der Lehrerschaft.

„In den vergangenen Jahren haben wir uns zahlenmäßig stark weiterentwickelt und eine stabile Dreizügigkeit in allen Klassenstufen erreicht“, zieht Hörig Bilanz. „In jeder Klasse sitzen 25 bis 27 Schüler, die Obergrenze liegt bei 28.“ Acht Schüler aus Wurzen und Grimma, die in Trebsen unterrichtet werden wollten, habe die Bildungsstätte 2018 umlenken müssen. Sie könne nicht mehr aufnehmen, da sie an ihre räumlichen Grenzen stoße, die keine vier Parallelklassen hergeben.

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Räumliche Grenzen auch in Sporthalle

An Platz mangelt es nach Hörigs Worten auch in der Turnhalle. „Wir können nicht entsprechend der Vorgabe drei Wochenstunden Sport anbieten, sondern nur zwei“, bedauert er. „Wir bräuchten mindestens eine Zwei-Felder-Halle, doch dafür sehe ich keinen Lösungsansatz.“

Froh ist der Pädagoge jedoch, dass die Stadtverwaltung Planungen angeschoben hat, um die maroden Nebengebäude der Schule durch ein neues Gebäude zu ersetzen. Laut Bauamtsleiterin Marita Haupt tun sich hier jedoch Schwierigkeiten auf. Einer der Nachbarn habe sich gegen die ins Auge gefasste Grenzbebauung ausgesprochen.

Reparaturen jetzt auch im Neubau

Reparaturen, so Hörig, stehen jetzt nicht mehr nur im historischen Schulgebäude an, sondern zunehmend auch im modernen Haus, das 2003/’04 entstand. Gegenwärtig sei die Entlüftungsanlage in den Toiletten defekt und müsse ausgewechselt werden.

Reparaturen jetzt auch schon im Neubau: Hausmeister Mike Albrecht an der Lüftungsklappe einer Toilette. Quelle: Frank Schmidt

Insgesamt wäre der Möblierungszustand gut. Vier Klassenräume seien allerdings mit neuen Stühlen ausgestattet worden, an denen Mängel auftraten, weshalb sie ausgetauscht werden mussten. Auch der Ersatz lasse schon Schäden erkennen.

Lehrbuchbestand verbessert

Mehrfach kritisierte Hörig in der Vergangenheit den Lehrbuchbestand. Dieser hat sich seinen Angaben zufolge nach und nach verbessert. Immer noch wären aber neun Jahre alte, abgegriffene Bücher im Einsatz. Diesbezüglich wünscht sich der Schulleiter weitere Investitionen durch die Stadt.

Gleiches gilt für ihn hinsichtlich der Ausstattung der Computer-Kabinette. In beiden stünden fünf Jahre alte Rechner, weshalb sich der Stadtrat überlegen sollte, schon mal in einem die Technik zu erneuern, ehe dann alle Geräte auf einen Schlag ausgetauscht werden müssten.

Sehr gute digitale Technik

Sehr gut ausgestattet sieht Hörig die Schule mit digitaler Präsentationstechnik. „Wir haben in drei Zimmern interaktive Tafeln und in zwei Zimmern fest installierte Beamer“, zählt er auf. „Dazu kommen jeweils vier mobile Beamer und Fernsehgeräte.“ Der angekündigte Anschluss ans Glasfasernetz sei zukunftsorientiert und werte die Schule weiter auf.

Konflikte in Lehrerkollegium

Start eines Stratosphärenballons, Partnerschaft mit einer lettischen Schule – manch neue Projekte hat die Bildungsstätte ihren Seiteneinsteigern zu verdanken. Sechs der 35 Lehrer gehören zu dieser Kategorie. „Sie haben eine hohe fachliche Ausbildung, sind aber kein vollständiger Ersatz für umfänglich ausgebildete Pädagogen“, erklärt Hörig. „Manche älteren Kollegen entwickeln nicht sofort ein Verständnis für sie, auch einige Eltern sind unzufrieden.“ Ein Lehrer vor den Schülern sei aber besser als kein Lehrer vor den Schülern.

Verschärft wird die Situation, weil Sachsen seit dem 1. Januar junge Kollegen verbeamtet“, schildert Hörig. „Alle zehn, die das betrifft, möchten dies. Die Älteren fühlen sich ihnen gegenüber zurückgesetzt. Sie können zwar jetzt eine Höhergruppierung erfahren, die Zulagen fallen aber nicht in der gleichen Größenordnung aus wie bei Verbeamtungen. Das führt zu Unruhe.“

Unruhe um Schülerbusse legt sich

Die anfängliche Unruhe hinsichtlich des Projekts „Muldental in Fahrt“ habe sich hingegen gelegt. „Das Konstrukt ist nicht schülerkonzentriert“, urteilt Detlef Hörig. „Mich wundert’s, dass es keinen Protest gibt. Anscheinend haben sich Eltern und Schüler mit den längeren Wartezeiten auf die Busse abgefunden.“

Von Frank Pfeifer