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Grimma Oldtimer-Treffen in Ammelshain mit Wasserwerfern und lila Trabis
Region Grimma Oldtimer-Treffen in Ammelshain mit Wasserwerfern und lila Trabis
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13:46 11.08.2019
Martialischer Auftritt in friedlicher Absicht: Karsten Fiedler kam mit einem geschichtsträchtigen Wasserwerfer IFA G5, von dem es nur noch fünf Stück gibt, von Dresden zum Oldtimer-Treffen nach Ammelshain gerollt. Quelle: Roger Dietze
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Naunhof/Ammelshain

 Das Attribut „martialischster Auftritt“ konnte beim diesjährigen Ammelshainer Oldtimer-Treffen Karsten Fiedler niemand ansatzweise streitig machen. Mit einem in den 50er Jahren knapp dreißig Mal gebauten Wasserwerfer IFA G5 fuhr der Dresdener am Freitagabend zur zehnten Auflage der größten Oldtimer-Sause auf den Sportplatz des Naunhofer Ortsteils.

 „Der war auch 1961 beim Mauerbau im Einsatz“, wusste der 41-jährige Kfz-Mechaniker zu berichten. Wie auch davon, dass sich ein weiteres noch der Restaurierung harrendes Fahrzeug dieses Typs im Bestand seiner Interessengemeinschaft befindet. „Die übrigen drei noch erhaltenen Wasserwerfer aus DDR-Produktion befinden sich alle in Museen“, so Fiedler.

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Plastik-Bomber ist noch nicht reif fürs Museum

Alles andere als ein Museumsstück ist demgegenüber der Trabant von Brigitte und Wolfgang Zoche aus Pausitz. „Er ist sommers wie winters im Einsatz, in seinem Kofferraum bekomme ich einige Bierkisten unter“, meint der 74-jährige Wolfgang augenzwinkernd, der das 33 Jahre alte Fahrzeug sein eigen nennt, das mehrere Besonderheiten aufweist.

Zehntes Oldtimer-Treffen in Ammelshain: Wolfgang Zoche aus Pausitz fährt seinen Trabant ohne zwischenzeitliche Abmeldung seit 1986 und nennt deshalb ein Kennzeichen mit Seltenheitswert sein Eigen. Quelle: Roger Dietze

„Unser Trabi wurde mit der Wiedervereinigung automatisch umgemeldet und trägt somit ein Kennzeichen mit Seltenheitswert“, sagt der Rand-Bennewitzer, der seinen geliebten „Plastik-Bomber“ auch nach der Hochwasser-Katastrophe von 2002 nicht im Stich ließ. „Er stand zwei Wochen unter Wasser, mit tatkräftiger Hilfe des Autocenters Lübschütz konnten wir ihn aber wieder flott machen“, so der rüstige Rentner, der seinen Zweitakter seiner ausgefallenen Farbgebung wegen liebevoll „lila Kuh“ nennt.

Einmal mehr kunterbunt kam auch das Programm der Jubiläumsausgabe des Ammelshainer Oldtimer-Treffens daher. Neben einem bunten Mix von mehr oder weniger betagten zwei-, drei-, vier- und mehrrädrigen Old- und Youngtimern kamen die Gäste bei einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm auf ihre Kosten. Das reichte von Bühnenunterhaltung mit der Oldie Live Band und dem Comedian Bierhahn Blumi über Kinderangebote mit Schminkstand und einem Karussell bis hin zum dritten Schaupflügen, Rundfahrten im Ikarus-Bus sowie einem Schlauchboot-Gaudi samt Fischerstechen auf dem Dorfteich.

Organisatoren erfreut über großen Zuspruch

Bereits am Freitagabend waren auf dem Ammelshainer Sportplatz 116 Old- und Youngtimer vorgefahren, an den beiden darauffolgenden Tagen steigerte sich diese Zahl noch einmal deutlich. Sehr zur Freude von Dirk Jankowski aus dem Organisationsteam der beim Dorfleben-Verein angesiedelten Oldtimerfreunde Ammelshain.

Zehntes Oldtimer-Treffen in Ammelshain. Quelle: Roger Dietze

Der Ammelshainer hatte gemeinsam mit seinem Schwiegervater Horst Kadyk, einem ebenso begeisterten Schrauber wie er selbst, das Oldtimer-Treffen 2010 ins Leben gerufen. Während sich die Anfänge mit 64 historischen Fahrzeugen diesbezüglich noch auf bescheidenem Niveau bewegten, strahlt die Veranstaltung mittlerweile weit über die Kreisgrenze hinaus aus.

Zum wiederholten Mal war Rainer Lippe aus Mölkau mit seinem auch schon vom Fernsehen ins Bild gesetzten quietschend gelben Barkas nach Ammelshain gerollt. „Ich fahre im Sommer fast an jedem Wochenende zu irgend einem Oldtimer-Treffen, bei denen man unendlich viele Geschichten rund um die Mobilität in der DDR erzählt bekommt“, sagt der 49-Jährige.

Von Roger Dietze

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