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Grimma Oldtimerfans aus Beucha wiederholen „Rennen in die Freiheit“
Region Grimma Oldtimerfans aus Beucha wiederholen „Rennen in die Freiheit“
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11:13 08.09.2019
Mit Wartburg und Lada stellen sich Beuchaer Oldtimerfans in Budapest auf und erinnern an den Weg in die Freiheit, den Ungarn vor 30 Jahren ebnete. Quelle: Gerrit Crummenerl
Leipzig/Budapest/Wien

Es ist eine bemerkenswerte und geschichtsträchtige Reise, die Gerrit Crummenerl zusammen mit seinen rund 60 Begleitern an diesem Wochenende zurückgelegt hat. In Erinnerung an die Grenzöffnung zwischen Ungarn und Österreich im Jahr 1989 hat der Beuchaer eine Oldtimer-Tour organisiert. „Für viele Teilnehmer war das eine sehr emotionale Reise. Da kamen die ganzen alten Erinnerungen wieder hoch. Bei den Veranstaltungen in Budapest haben einige weinen müssen“, berichtet der 47-Jährige.

Am Grenzübergang nach Österreich stauen sich die Oldtimer, mit denen die Beuchaer den Weg in die Freiheit vor 30 Jahren nachvollziehen. Quelle: Gerrit Crummenerl

60 Teilnehmer reisten aus ganz Deutschland nach Budapest

Die Reisegruppe der etwas anderen Art hatte sich am Donnerstagabend in Budapest getroffen. Dafür waren Teilnehmer aus ganz Deutschland angereist. Die meisten von ihnen sind ehemalige DDR-Bürger, die das „Rennen in die Freiheit“ selbst miterlebt hatten. Aber nicht jeder der knapp 60 Reisenden hat eine persönliche Geschichte zur Grenzöffnung. „Einige Teilnehmer sind noch keine 30 Jahre alt und waren damals noch nicht geboren. Sie wollten die Tour mitfahren und die Geschichte ihrer Eltern erleben“, erläutert der Autohändler.

Doch bevor die Oldtimer-Freunde am Sonnabend von Budapest über Zánka und die Gedenkstätte des Paneuropäischen Picknicks in Sopron nach Wien fuhren, hatten sie am Donnerstag bereits eine erste Odyssee vor sich. Bei sommerlichen 27 Grad reisten sie in insgesamt fast 30 Autos an. Dabei waren nicht nur Wartburg, Trabi und Co. sondern auch so mancher Oldtimer aus dem Westen. Cummenerl selbst fuhr im Volvo. „Das Traumauto des Ostens“, wie er es betitelt.

Die geschichtsträchtige Tour der Beuchaer weckt großes Medieninteresse. Quelle: Gerrit Crummenerl

Lange Fahrten strapazierten die Oldtimer und Fahrer

„Die Autos sind alle in die Jahre gekommen. Bei den Temperaturen mehrere Hundert Kilometer zu fahren – ich habe mir Sorgen gemacht, dass nicht alle ankommen würden.“ Doch neben der sichtlichen Erschöpfung einiger Teilnehmer sei die Anreise gut verlaufen und ohne größere Komplikationen über die Bühne gegangen. Und das obwohl viele Fahrer Touren von über 1000 Kilometer vor sich hatten.

Den Freitag verbrachten die „Flüchtenden“ dann gemeinsam in Budapest, wo es neben einer Stadtrundfahrt und einem Besuch beim Botschafter Volkmar Wenzel auch mehrere Reden der Kooperationspartner vor Ort gab. So sprachen Vertreter der ungarischen Maltheser über die Wende und die zahlreichen geflüchteten Ostdeutschen sowie ein Redakteur des Presbiter Journal.

Überquerung der ungarisch-österreichischen Grenze mit Sekt gefeiert

Am Sonnabend begann dann die lange Fahrt Richtung Wien mit mehreren Zwischenstopps in Tihany, Zánka, Sopron und natürlich am Grenzübergang Klingenbach, der für Crummenerl das symbolische Ziel und Highlight der Strecke war. Durch Ungarn hatte eine Polizeieskorte den Oldtimer-Konvoi begleitet – an der Grenze direkt hat die nächste Behörde auf die deutschen Flüchtlinge gewartet. „Das Fahren im Konvoi war eine Herausforderung. Im Stadtverkehr in Budapest sollte ich vorausfahren, und war plötzlich allein“, so der Beuchaer Ostauto-Spezialist und lacht. Mit einem klaren Ziel vor Augen hatte sich die lange Fahrt aber letztlich für alle Beteiligten gelohnt und mit einem Glas Sekt wurde am Grenzübergang nach Österreich das erfolgreiche „Rennen in die Freiheit“ zelebriert.

Von Tilman Kortenhaus

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