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Grimma Perspektiven für schwer Vermittelbare
Region Grimma Perspektiven für schwer Vermittelbare
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00:18 21.08.2018
Das Jugendberufshilfeprojekt WaldWerkStatt+ der Diakonie Leipziger Land feierte sein zehnjähriges Bestehen mit einem kleinen Empfang und Schauvorführungen. Hier demonstrieren Fachanleiter Ulf Keil (r.) und Werkstatteilnehmer Riccardo Kaul den richtigen Umgang mit der Kettensäge. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Andacht, kleine Reden, Zeit zum Austausch an Stationen rund ums Holz: Das Jugendberufshilfe-Projekt WaldWerkStatt+ feierte am Freitag sein zehnjähriges Bestehen. Träger ist die Diakonie Leipziger Land, die gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfonds, dem Jobcenter und dem Jugendamt des Kreises als Geldgeber fungiert.

Ein Grund zum Feiern

„Es ist eine große Leistung, so ein Projekt am Laufen zu halten und stetig weiter zu entwickeln.“ Das sei ein Grund zum Feiern, sagt Projektleiterin Nicole Möller. Seit 2008 versuchen Sozialpädagogen und Fachanleiter, schwer vermittelbaren Jugendlichen auf den Lebensweg zu helfen. „In zwei Drittel der Fälle finden wir eine sinnvolle Perspektive“, konstatiert die 39-Jährige.

Projekt bietet Chancen

Die Projektidee nahm ihren Anfang im Kinder- und Jugendhaus „Come In“, das die Diakonie in Grimma betreibt. Hier verbrachten ihre Freizeit auch etliche Jugendliche, die gar keinen oder nur einen Hauptschulabschluss in der Tasche hatten. Auf dem damals schwierigen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt blieben sie chancenlos. Wie kann man verhindern, dass sie in ein Loch fallen? Aus dieser Frage heraus entwickelte sich die WaldWerkStatt. Das Berufshilfe-Projekt startete vor zehn Jahren mit zwölf Teilnehmern, mittlerweile hat es eine jeweils 18-monatige Laufzeit mit bis zu 24 Beteiligten. Denn 2013 kam das Plus hinzu, als auf Empfehlung von Jobcenter und Jugendamt ein hauswirtschaftlicher Bereich für jungen Frauen etabliert wurde. Sie helfen in Einrichtungen der Diakonie.

Hilfe fürs Grün

Die jungen Männer indes müssen sich im Wald beweisen. Hier werden sie mit einfachen Aufgaben betraut, die für Forstunternehmen unwirtschaftlich sind, erläutert die Projektleiterin. So ist zum Beispiel der Jungwuchs zu pflegen. Möller: „Wir arbeiten da eng mit dem Kirchenforst zusammen“, in dessen Landkreis-Wäldern die Teilnehmer unterwegs sind. Auch wenn Kitas oder Pflegeheime der Diakonie eine Hilfe rund ums Grün brauchen, sind die Teilnehmer zu Stelle. „Wir sind ein gemeinnütziges Projekt.“

Arbeit mit den jungen Leuten

Derzeit kümmern sich zwei Sozialpädagogen und zwei als Forstwirt und Gärtnermeister ausgebildete Fachanleiter um die Teilnehmer, deren Lebensgeschichten von gesellschaftlichen Problemen und privaten Schicksalen erzählen. Manche seien in Heimen und Jugendhilfeeinrichtungen aufgewachsen, manche schon im Elternhaus mit Drogen und Alkohol konfrontiert worden und selbst abhängig, weiß Möller zu berichten. Viele hätten zu Hause oder in der Schule Erfahrungen mit Gewalt gemacht, ein geregeltes Arbeitsleben aus der eigenen Familie würden sie nicht kennen. Ihnen fehlten stabile Bindungen.

Begleitung und Schutz der Jugendlichen

„Unsere Aufgabe ist es, sie zu begleiten und zu unterstützen“, bekräftigt Möller, die im Lossatal zu Hause ist. Oberstes Ziel sei es, die Jugendlichen in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt zu führen. „Da müssen aber viele Rädchen ineinander greifen“, betont die Projektleiterin.

Während das Jobcenter zunächst nur 18- bis 27-Jährige in die WaldWerkStatt+ vermittelte, können in Absprache mit dem Landesamt für Schule und Bildung seit vorigem Jahr auch Berufsschulverweigerer, die noch nicht 18 sind, aufgenommen werden. Das seien junge Leute, die oft durchs Raster rutschen, weiß Möller. Zur Zeit arbeiten fünf von ihnen im Projekt, das in der Grimmaer Bahnhofstraße seinen Sitz und eine kleine Werkstatt hat.

Lernen auf der Schulbank

Neben der praktischen Arbeit sitzen die Teilnehmer auch auf der Schulbank. Die jungen Männer etwa lernen die Grundlagen der Forstwirtschaft, beschäftigen sich mit der Baumkunde, machen einen Kurs für Kettensägen. In einer Art Stützunterricht vermitteln externe Dozenten Deutsch- und Mathekenntnisse. „Hier geht es auch darum, eine Schulstunde konzentriert zu bewältigen“, erläutert Möller. Die vierte Komponente ist die Sozialkompetenz. Neben dem regelmäßigen Training mit den Sozialpädagogen wird dabei auch der künftige Weg der Teilnehmer besprochen. „Es wird regelmäßig überlegt“, sagt Möller, „wo es mit jeden hingehen kann.“

Von Frank Prenzel

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