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Grimma Polizei verweigert Ermittlungen zu Hundeattacke
Region Grimma Polizei verweigert Ermittlungen zu Hundeattacke
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12:20 31.05.2019
Blutrausch: Der fremde Hund mit der kleinen Nora im Maul. Quelle: Anke Bernhard
Otterwisch/Großbuch

Es sollte ein entspannter Spaziergang werden und wurde zum Albtraum für Anke Bernhard aus Belgershain. Auf dem Feldweg von Großbuch zur Verbindungsstraße zwischen Otterwisch und Lauterbach kam ihr Dienstagmittag ein großer Hund entgegen gerannt, der sich umgehend in ihren Dackel-Mischling verbiss. Die Polizei, die sie anrief und die ihr zunächst half, verweigert jetzt die Ermittlungen, was sie fassungslos macht.

Als sich der fremde Vierbeiner näherte, entleinte die 52-Jährige ihre Nora, damit sie bei der Begegnung nicht eingeschränkt sein sollte. Doch die Kleine hatte keine Chance. „Wie im Blutrausch verbiss sich der andere Hund in sie“, schildert die Halterin. „Er wollte sie offenbar zerfleischen, und ich hatte Angst, dass mir hinterher das gleiche Schicksal widerfährt.“

Bitter: Anke Bernhard musste zusehen, wie ihr Liebling nahezu zerfleischt wurde. Helfen konnte sie ihm in diesem Moment nicht. Quelle: Anke Bernhard

Fremder Hund nicht herrenlos

Minutenlang schrie Anke Bernhard um Hilfe in der Hoffnung, der Besitzer würde kommen. Für sie war klar, dass es sich nicht um ein herrenloses Tier handelte, denn es wirkte gepflegt und trug ein verbotenes Schockhalsband, das per Fernbedienung elektrische Stöße auslöst, um Einfluss auf das Verhalten zu nehmen. „Der Besitzer muss also wissen, dass sein Hund nicht gehorcht oder sogar gefährlich ist“, mutmaßt die Belgershainerin.

Hohe Behandlungskosten

Sie ging zur Straße und wartete auf die von ihr alarmierte Polizei, in der Zwischenzeit verschwand der große Hund. Die Beamten brachten Anke Bernhard mit ihrem schwer verletzten Liebling zu ihrem Auto. Nora musste zweimal in der Tierklinik Panitzsch operiert werden. „Wenn Komplikationen ausbleiben, sollte sie durchkommen“, hofft Frauchen und rechnet mit 2000 Euro Ausgaben.

Unterschiedliche Aussagen der Polizei

Am nächsten Tag wollte die Geschädigte im Polizeirevier Grimma Anzeige erstatten. „Dort sagte man mir, Hund gegen Hund sei Sache gegen Sache. Die Polizei wird nicht ermitteln, ich könnte zivilrechtlich gegen den Besitzer klagen, wenn ich ihn kennen würde“, berichtet Anke Bernhard. „Das war wie eine Klatsche ins Gesicht.“

Polizeisprecherin Birgit Höhn bestätigt, dass es sich offiziell um eine Sachbeschädigung handelt. „Doch auch da wird ermittelt“, sagt sie. „ Ich rate der Halterin, nochmals zum Revier zu gehen und auf eine Anzeige zu bestehen.“

Von Frank Pfeifer

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