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Grimma Powwow in Grimma mit Abschied von Bison-Herde
Region Grimma Powwow in Grimma mit Abschied von Bison-Herde
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15:51 05.06.2019
Mehr als nur ein Ritual: Im Takt der traditionellen Trommeln schlägt auch das Herz der Indianerfreunde. Quelle: Frank Schmidt
Grimma

Der Spirit von Jörg Diecke lebt weiter. Auch in diesem Jahr gibt es das traditionelle Powwow auf der Bisonfarm in Neuneunitz – inzwischen das 18. Indianertreffen dieser Art. Obwohl sich im Laufe der Jahre Routine eingestellt hat, sehen sich die sieben Mitglieder im Verein der „Freunde der Crow-Agency Grimma“ jedoch vor einer Herausforderung. Denn erstmals wird das weit über die Grenzen der Region bekannte und beliebte Fest ohne seinen Gründer, Jörg Diecke, stattfinden. Der „Muldentaler Chefindianer“, wie er liebevoll genannt wurde, war im November 2018 im Alter von 63 Jahren verstorben. Er galt als Urvater des Grimma-Powwow und engagierte sich viele Jahre als Vereinschef. Ihm hat die Region eine wertvolle Erfahrung zu verdanken, nämlich Respekt und Akzeptanz gegenüber anderen Völkern.

Wie Blutsbrüder - Gojko Mitic (r.) undf Jörg Diecke. Quelle: Frank Schmidt

Erinnerung an den Gründer des Grimmaer Powwow

„Deshalb möchten wir das erste Powwow ohne Joe in Gedenken an ihn veranstalten“, kündigt Maria Scholz an. Sie ist in die großen Fußstapfen des Häuptlings getreten und hat den Vereinsvorsitz übernommen. „In seinem Sinne wollen wir wieder schöne Stunden auf dem Gelände der Bisonfarm verbringen“, schaut die neue Vereinschefin nach vorn. Gleichwohl noch Wolken die Bisonfarm verdunkeln, denn schon bald wird es dort keine Tiere mehr geben. Was nicht gleichbedeutend sei, dass die Bisons zur Schlachtbank geführt werden. „Die Herde ist ja schon bis auf fünf Tiere reduziert worden. Aber Ende Juni werden die restlichen Tiere in eine andere Farm abgegeben“, kündigt Scholz an.

Der Termin ist mit Bedacht gewählt worden, denn so wird es zum Powwow während der Pfingsttage letztmalig Fütterungen der imposanten Bisons geben. Wie es dann weitergeht, auch mit dem Powwow, ist Scholz zufolge noch unklar. „Das ist für uns eine Standortfrage. Wir hoffen und wünschen sehr, das Powwow auch dann noch durchführen zu können, wenn es für die Bisonfarm einen neuen Pächter gibt.“

Großes Indianerzelt und Tanzwettbewerb

Doch das ist Zukunftsmusik und nicht zu vergleichen mit den indianischen Klängen, die zu den modernen Tänzen der Ureinwohner Nordamerikas zu hören sein werden. Auch indianische Geschichten sollen erzählt und Handwerk demonstriert werden.

Einen Einblick in das Leben nordamerikanischer Indianer erhalten die Besucher am Pfingstsamstag ab 14 Uhr und am Pfingstsonntag ab elf Uhr jeweils im großen Indianerzelt. Am ersten Tag geht es entspannt zu, wenn Tänze aufgeführt werden. Das Besondere daran ist, dass sich das Publikum gerne beteiligen kann. Und bei einem ungezwungenen Tanzwettbewerb, bei dem es mehr um die Optik statt um Stilistik geht, entscheiden die Besucher, welcher der Tänze mehr oder weniger gut gefällt. Am Sonntag indes gibt es richtige Tanzwettbewerbe der teilnehmenden Indianerfreunde aus nah und fern, die von einer fachkundigen Jury bewertet werden. Am Rande des Powwows präsentiert sich wieder indianisches Handwerk mit verschiedenen Waren. Auch eine Pflanzenbörse gehört in diesem Jahr dazu.

Von Frank Schmidt

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