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Grimma Programm für Otterwischer Festwoche steht
Region Grimma Programm für Otterwischer Festwoche steht
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19:05 01.07.2019
Gedenktaler: Siegfried Müller präsentiert die Medaille, die auf der Vorderseite das Gemeindewappen zeigt. Besucher des Mittelaltermarkts können sie selber prägen. Quelle: Frank Pfeifer
Otterwisch

 „Auch wenn wir noch eine Menge Details regeln müssen, so ist doch schon alles Grundsätzliche organisiert.“ Nicole Bagi vom Vorbereitungsteam muss das wissen, schließlich ist sie für das Programm der Festwoche zur 750-Jahr-Feier von Otterwisch Anfang September verantwortlich. Höhepunkt wird ein großer Umzug sein.

Festumzug als Höhepunkt

Für diesen wiederum hält Dana Schreiner die Fäden in der Hand. Sie rät schon mal, den 8. September im Terminkalender zu notieren. „Ich freue mich, dass sich so viele Einheimische einbringen und damit darauf verzichten, selbst zuzuschauen“, sagt die 37-Jährige. „Von daher hoffen wir, dass zahlreiche Gäste von auswärts kommen, die unseren Festumzug sehen wollen.“

15 Bilder im Festumzug

Nach ihren Worten wird er sich tatsächlich sehen lassen können. 13 Uhr soll sich der Lindwurm mit 15 Bildern aus Otterwisch und Großbuch am Bahnhof in Bewegung setzen – mit dem Ziel Sportplatz.

„Wir zeigen historische Begebenheiten wie die erste Besiedlung, die letzte Hinrichtung und die Völkerschlacht“, macht Schreiner neugierig. „Eine Pferdekutsche repräsentiert das Schlossleben.“

Bitte wenden: Auf der Rückseite der Medaille, die Siegfried Müller hält, ist das Otterwischer Barockschloss abgebildet. Quelle: Frank Pfeifer

Gesundheitswesen, Schule, Kindergarten, das Dorfgeschehen prägende Vereine, ansässige Firmen und Landwirtschaftsbetriebe – all das wird im Umzug thematisiert. „Nicht zuletzt geht es um die Kneipen, die es mal gab und heute noch gibt“, berichtet Dana Schreiner.

Bürgermeister eröffnet Festwoche

Eröffnet wird die Festwoche bereits am Montag davor in der Otterwischer Kirche. Bürgermeister Matthias Kauerauf spricht über die Historie des Dorfes, es schließt sich ein Vortrag über die Geschichte der Wettiner an. Von diesem Tag an ist im alten Steakhouse Oklahoma auch eine Ausstellung über das Dorf von der Frühsteinzeit bis zur Gegenwart zu besichtigen, die Siegfried Müller gerade vorbereitet. „Otterwisch ist viel älter, als wir es feiern“, sagt er. „Es gibt schon Artefakte aus der Zeit von ungefähr 600 vor Christus.“

Suche nach historischen Exponaten

Exponate hat er vom Kreismuseum Grimma und einigen Bürgern erhalten, was ihn außerordentlich freut. Trotzdem sucht er weiterhin aussagekräftiges Material jeglicher Form, besonders aus den Bereichen Handel und Handwerk. „Wir versichern damit sorgsam umzugehen“, sagt der 71-Jährige.

Eine Legende kehrt zurück

Wanderung nach Großbuch zur Besichtigung der dortigen Heimatstube, Sporttag, Kabarett, ein White Dinner, zu dem jeder Essen und Getränke mitbringt, Ballonfahrten, Vereinspräsentation, Tanz sowie Gottesdienst zählen zu den weiteren Programmpunkte der Festwoche. Am 6. September kehrt eine Legende zurück. 15 Jahre nach der Premiere und nach einer vierjährigen Pause gibt es in einer Revival Party wieder den „Sound Of Sunshine“, also das Musikfestival mit mehreren Discjockeys. Karten bieten seit dem 1. Juli das Backwarengeschäft und der Getränkemarkt an, über den Online-Verkauf informiert die Facebook-Seite der Veranstaltung.

Otterwisch ist arm, aber auf Zack

Otterwisch sei arm, betont der Bürgermeister der kleinen Landgemeinde geflissentlich. Doch dass sich seine Einwohner diesem Schicksal einfach so ergeben, muss Matthias Kauerauf nicht fürchten. Die mager gefüllte öffentliche Kasse beflügelt sie geradezu, selbst aktiv zu werden, um eine 750-Jahrfeier hinzukriegen, die positiv in Erinnerung bleibt.

Rund 80 Prozent des Finanzbedarfs haben die Organisatoren schon beisammen. Und sie lassen sich den Optimismus nicht nehmen, auch die restlichen Moneten auftreiben zu können. Bleibt ihnen zu wünschen, dass sie das schaffen. Müsste die Kommune am Ende nicht zuschießen, blieben ihr die wenigen zur Verfügung stehenden Mittel für notwendige Investitionen erhalten.

Beachtenswert auch das Programm, das Einwohner in ihrer Freizeit für eine ganze Festwoche bis hin zum großen Umzug organisiert haben. Jeden Tag wird es mehrere Angebote für verschiedene Interessengruppen geben. Und diese werden nicht nur vorbereitet, sondern dann auch personell abgesichert.

Es sind also Menschen am Werke, die ordentlich die Ärmel hochkrempeln und sich mit enormer Mühe für ihr Dorf einsetzen, ohne eine Gegenleistung zu erfragen. Schon jetzt gilt es einmal, ihnen aus ganzem Herzen Danke zu sagen. Möge ihre Arbeit weiter unterstützt werden, damit alle hinterher sagen können: Otterwisch ist zwar arm, aber auf Zack.

Ein Mittelaltermarkt soll am Festwochenende das Publikumsinteresse auf sich ziehen. Siegfried Müller kündigt neben Planwagen-Schänke, Wildschwein-Braterei und Met-Stand unter anderem Gaukler, Spielleute und Schaukämpfe von Rittern an. Insgesamt seien 50 Akteure beteiligt. Außerdem können Besucher mit eigener Hand Jubiläums-Medaillen erschaffen.

Jubiläums-Gedenktaler zum Selberprägen

Den Gedenktaler brachte die Firma Simm aus Remmingen in Baden-Württtemberg in Zusammenarbeit mit dem Festkomitee heraus. Die Vorderseite zeigt das Gemeindewappen, auf der Rückseite ist das Barockschloss abgebildet. Das Unternehmen stellt in Otterwisch einen drei Meter hohen und 500 Kilogramm schweren Fallhammer auf, mit dem vom 14. bis 16. Jahrhundert Münzen hergestellt worden sind. Ein Gewicht von 42 Kilogramm fällt nach unten auf den Metallrohling. „Wer es anzuheben vermag, kann seine eigene Medaille prägen“, verkündet Stefan Reimann (52).

Allerdings handelt es sich hierbei nur um die preiswerteren Nickel-Kupfer-Legierungen. Kostbarere Medaillen gibt es auch, sie wurden jedoch limitiert und müssen vorbestellt werden; Listen liegen im Gemeindeamt aus. 300 Stück fertigte Simm aus Silber an, 30 Stück aus Gold.

Weitere Spenden benötigt

Der Verkauf trägt dazu bei, die Festwoche zu bezahlen. „Mit der Finanzierung sind wir auf einem guten Weg“, versichert Reimann. In vielfältiger Weise akquirierten die Organisatoren inzwischen Geldbeträge, sie hoffen aber auf weitere Spenden. „Rund 80 Prozent der Kosten sind gedeckt“, bilanziert Reimann. „Unser Ziel bleibt es, möglichst alles eigenständig zu stemmen.“

Von Frank Pfeifer

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