Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Rappenberg wird neues Baugebiet in Grimma
Region Grimma Rappenberg wird neues Baugebiet in Grimma
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 03.04.2019
Die städtische GWB wird in Grimma am Brauereiweg am Rappenberg in einem ersten Schritt eine 2,2 Hektar große Fläche für Eigenheime erschließen. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

22 Baugrundstücke entstehen in einem ersten Schritt am Brauereiweg in Grimma. Der Stadtrat hat jetzt den Entwurf des BebauungsplanesWohngebiet Rappenberg – erster Bauabschnitt“ gebilligt und zur Anhörung frei gegeben. Die Erschließung und Vermarktung liegt in den Händen der Grimmaer Wohnungs- und Baugesellschaft (GWB). Die Kommune hatte ihrer Tochtergesellschaft die 2,2 Hektar Baugrund Mitte vorigen Jahres übertragen.

„Wir wollen aus Fehlern der Vergangenheit lernen und die Leute frei bauen lassen“, sagte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos), als er im Stadtrat die Beschlussvorlage aufrief. Es solle so wenig wie möglich Einschränkungen geben.

Kein Platz auf der Anliegerstraße für Autos

Das brachte auch die amtierende Chefin des Stadtentwicklungsamtes, Simone Kluge, zum Ausdruck. Geplant sei ein modernes und begrüntes Wohngebiet, in dem es „nur wenige Festsetzungen“ gibt. Möglich seien Einzel- und Doppelhäuser mit maximal zwei Geschossen. Weil die Anliegerstraße zum Abstellen von Fahrzeugen zu eng sein wird, haben die künftigen Häuslebauer auf ihren Grundstücken aber je zwei Stellplätze zu schaffen. Für den im beschleunigten Verfahren aufgestellten B-Plan war kein Umweltbericht nötig. Es ist aber festgelegt, wie für die Versiegelung von Flächen der grüne Ausgleich vorzunehmen ist.

Große Nachfrage nach Baugrundstücken

Die Nachfrage ist groß. Es gebe etwa doppelt so viele Interessenten wie momentan Bauplätze, sagte GWB-Geschäftsführerin Katrin Hentschel. Nicht alle wollten im ersten Jahr bauen, ist ihr um die geplante Erweiterung des Wohngebietes nicht bange.

Es gebe etwa doppelt so viele Interessenten wie momentan Bauplätze, sagte GWB-Geschäftsführerin Katrin Hentschel. Quelle: Thomas Kube

Hentschel spricht auch von einer guten sozialen Durchmischung. Noch kinderlose Paare, Familien mit kleinen und großen Kindern und auch ältere Ehepaare meldeten ihren Bauwunsch an. Mit den Bauwilligen habe sie persönlich gesprochen. „Wir konnten aus Sicht der Interessenten viele Aspekte in die Planung einfließen lassen“. Die Grundstücke sind nun auf Größen von 780 bis 1280 Quadratmeter konzipiert.

Verkehrsanbindung ist nicht günstig

„Verwaltung und Stadtrat liegen hundertprozentig richtig, wenn sie dieses Baugebiet angehen“, sagte Klaus-Dieter Tschiche (SPD). Seiner Ansicht nach ist aber die Verkehrsanbindung „nicht sehr günstig“. Er bat darüber nachzudenken, „einen ausgebauten Brauereiweg anzukoppeln“.

Laut Beschluss ist zur Erschließung die Errichtung einer L-förmigen Wohnstraße vom Brauereiweg zum Kiefernweg vorgesehen. Tschiche hinterfragte auch die Kapazitäten von Kita, Grundschule und Hort in Hohnstädt. Die seien jetzt schon randvoll. Hans-Jörg Dossin (Bürger für Grimma) wiederum wollte wissen, ob noch Ausweich-Parkplätze vorgesehen sind.

Hans-Jörg Dossin (Bürger für Grimma) will wissen, ob noch Ausweich-Parkplätze vorgesehen sind. Quelle: Frank Schmidt, An der Aue 6, 046

Masterplan für Wohngebiet liegt im Mai vor

Amtschefin Kluge erklärte, dass für das gesamte künftige Wohngebiet ein Masterplan erarbeitet und im Mai dem Stadtrat vorgelegt wird. In ihm würden auch die Straßenbeziehungen betrachtet. In der Verwaltung sei man der Meinung, ergänzte Rathauschef Berger, die Nordstraße nicht als Zufahrt auszubauen. Sie solle zur Sackgasse werden.

Gespräche werden seinen Worten zufolge schon hinsichtlich der Kinder-Unterbringung geführt. So habe man mit dem Träger der Hohnstädter Kita „Arche Noah“ Kontakt aufgenommen. Amtsleiterin Jana Kutscher wies darauf hin, dass mit der Änderung des Grundschulbezirkes schon ab nächstem Schuljahr die Hohnstädter Bildungsstätte entlastet wird.

Grimma kaufte zehn Hektar von der BVVG

Grimma hatte der Bodenverwertungs- und verwaltungsgesellschaft (BVVG) zehn Hektar Land auf dem Rappenberg abgekauft. Nun soll das Land nach und nach für neue Eigenheime erschlossen werden. Eine Gewinnabführungsklausel auf die Flächen, die nicht zum ersten Bauabschnitt gehören, bremst die Stadt jedoch etwas aus. „Wir dürfen nichts vorher tun, was als Wertsteigerung der Grundstücke angesehen werden kann“, erklärte Berger.

Steffen Grimm (CDU) erinnerte, dass die Stadt einstmals Familien einen Zuschuss beim Grundstückskauf mit auf den Weg gab. Ihm liegen erschwingliche Preise am Herzen. Bei der Preisgestaltung müsse man sicher das Sozialverträgliche im Auge behalten, antwortete der Rathauschef. „Die Zeiten haben sich aber geändert.“ Vorrangig sei es eine Entscheidung der GWB.

Von Frank Prenzel

Kurz vor seinem 90. Geburtstag fragt sich der Ur-Nerchauer Wolfgang Sieber: Weißt du noch, damals in deiner Jugend? Ein launiger Streifzug durch Nerchau, eine abenteuerliche Reise an 13 Orte der eigenen Kindheit.

03.04.2019

Die Muldenschiffe verkehren nun wieder von Mittwoch bis Sonntag zwischen Grimma und Höfgen. Die „Gattersburg“ wurde dazu im Winter generalüberholt. Ein Sorgenkind ist allerdings die Seilfähre.

03.04.2019

100 Jahre nach Entstehung des Weimarer Bauhauses entwickelte das Alte Kranwerk Naunhof dessen Prinzip weiter. Es schuf funktionalistische Wohngebäude, die mehr können, als nur herumzustehen.

02.04.2019