Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Rittergut Trebsen bekommt Mammutzahn für Sammlung geschenkt
Region Grimma Rittergut Trebsen bekommt Mammutzahn für Sammlung geschenkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:29 10.12.2019
Was für ein Brocken! Uwe Bielefeld mit dem 50 000 Jahre alten Mammutzahn, den sein Verein als Geschenk erhielt. Quelle: Thomas Kube
Trebsen

„Für uns ist jetzt schon Weihnachten“, sagt Uwe Bielefeld. Zahlreiche Schenkungen erhielt der Förderverein Rittergut Trebsen, dem er vorsitzt, in den vergangenen vier Wochen. Mit ihnen sollen die Ausstellungen des Hauses erweitert werden.

Im Animationsfilm „Ice Age“ wirkt Manni fast ein wenig possierlich. Wie groß so ein zotteliges Mammut wirklich war, kann erahnen, wer den Backenzahn eines solchen Urviechs sieht. Bielefeld hält ihn neben sein Gebiss und würde ihn nicht mal in den Mund gestopft bekommen.

Zahn 50 000 Jahre alt

„2005 wurde er in Tornitz gefunden“, erklärt er. Dort, wo die Saale in die Elbe mündet, trat er im Kies zu Tage, der sich zur Weichseleiszeit abgelagert hat und nun abgebaut wurde. Sein Alter: um die 50 000 Jahre.

Leitgeschiebe der Eiszeit

Der Leipziger Armin Rudolph vermachte den Zahn dem Rittergut. Von ihm stammt auch ein Bernsteinfund vom Tagebau Goitsche in Bitterfeld. Leitgeschiebe, das während der Eiszeit von Norwegen nach Rehbach im Südwesten von Leipzig gelangte, überließ Heinz Hieke aus Knauthain dem Rittergutsverein.

Bernstein, gefunden im Tagebau Goitsche. Quelle: Thomas Kube

„Wir sind stolz darauf, solche exklusiven Exponate erhalten zu haben“, sagt Bielefeld und kündigt an, damit die Geoerlebniswerkstatt im ehemaligen Kuhstall aufwerten zu wollen. Schon jetzt sind dort hunderte Mineralien in einer Ausstellung zu sehen, die mit Trebsener Oberschülern gestaltet wurde. Diese sollen ebenso mitwirken, wenn es darum geht, mit den jetzigen Neuheiten eine eigene Abteilung zu schaffen, die sich um Tiere und Pflanzen der Erdgeschichte dreht und auch zahlreiche Fossilien enthält.

Uwe Bielefeld mit Leitgeschiebe, das während der Eiszeit von Norwegen nach Leipzig gelangte. Quelle: Thomas Kube

Rohstoff-Kompetenzzentrum wird aufgebaut

Eine dritte Schenkung stammt von Klaus-Michael Rohrwacher aus Leipzig. Sein Steinmetzbetrieb, der dieses Jahr schloss, weil sich kein Nachfolger fand, trennte sich von Natursteinplatten, die ihm als Muster dienten. „Diese werden unsere Sammlung sächsischer Natursteine bereichern, die wir im Rahmen des Rohstoff-Kompetenzzentrums angelegt haben, um der breiten Öffentlichkeit Bodenschätze unseres Freistaats präsentieren zu können“, erklärt Bielefeld.

Natursteinplatten vom Steinmetzbetrieb Rohrwacher. Quelle: Thomas Kube

Eine Ausstellung dazu und eine Werkstatt richtet der Verein gegenwärtig im ehemaligen Ochsenstall ein, kommendes Jahr sollen sie eröffnet werden. Eine Förderung erhält er vom Sächsischen Oberbergamt in Freiberg. „Mit dem Kompetenzzentrum möchten wir die Entwicklung unserer Region im Geopark Porphyrland dokumentieren“, erläutert Uwe Bielefeld. „Anschauungsmaterialien sind allemal besser als jedes Lehrbuch. Bei uns können Schüler Gestein in die Hand nehmen und es selbst bestimmen.“

Lesen Sie auch:

Von Frank Pfeifer

Laura ist 20. Sie ist Autistin und hat in Grubnitz bei Wurzen einen Job gefunden. Dass auch Menschen mit Handicaps durchaus zu besonderen Leistungen fähig sein können – darauf macht die bundesweite Aktionswoche der Menschen mit Behinderung aufmerksam.

10.12.2019

Sachsens designierte Kenia-Koalition hat mit dem platten Land jenseits der Metropolen Dresden, Leipzig und Chemnitz viel vor: Sie möchte in Dörfern und kleineren Städten für gleichwertige Lebensbedingungen sorgen. Ein neues Ministerium für den ländlichen Raum soll die Vorhaben ankurbeln. LVZ-Reporter Haig Latchinian hörte sich in Wurzen unter jungen und jung gebliebenen Leuten um: Wofür sollte ein künftiger Provinz-Minister unbedingt sorgen?

09.12.2019

Der Kunstförderverein Schaddelmühle hatte sich mit dem Projekt „Gestalten – wir woll’n was bewegen“ an einer Ausschreibung des Landkreises Leipzig beworben. Jetzt wurden die Kunstwerke am Giebel des Dorfes der Jugend Grimma angebracht.

09.12.2019