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Grimma Sächsische Bläserphilharmonie zeigt neues Stück „Supervulkan“
Region Grimma Sächsische Bläserphilharmonie zeigt neues Stück „Supervulkan“
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14:19 09.09.2019
Das neue Stück „Der Supervulkan“ wird vorgestellt (von links): Falk Hartig (Kulturamt Markkleeberg), Johannes Ecke (Bürgermeister Mügeln), Komponist Matthias Preisinger, Autor Wolfgang Gerber, Geschäftsführerin Gabriele Hegner, Gerhard Gey (Geopark). Quelle: Bläserphilharmonie
Bad Lausick/Mügeln/Markkleeberg

Auf steiniges Terrain begibt sich die Sächsische Bläserphilharmonie mit ihrem neuen, auf Heranwachsende zwischen zwölf und 14 zugeschnittenen Stück: „Der Supervulkan“ erzählt 300 Millionen Jahre Erdgeschichte komprimiert in einer runden Dreiviertelstunde – mit Musik, Textpassagen, klanglichen und szenischen Bildern. In Zusammenarbeit mit dem Geopark Porhyrland kommt Fundamentales, bisher so nicht Gestaltetes auf die Konzertbühne. Das Konzept wurde jetzt im Probensaal des Orchesters in Bad Lausick vorgestellt.

Matthias Preisinger schrieb sein zweites Stück für die Sächsische Bläserphilharmonie. Quelle: privat

Anknüpfen an den Erfolg von „Florentine“

Komponist ist erneut Matthias Preisinger, der bereits „Apfelblüte Florentine und ihre weite Reise“ schrieb. Mit ihr ist das Ensemble, eines der beiden Orchester des Kulturraums Leipziger Raum, seit 2016 erfolgreich unterwegs. „Der Supervulkan“ erlebt auf der Leipziger Musikmesse „Musicpark“ am 2. November seine Vor-Premiere. Die Uraufführungen finden für Nordsachsen am 9. November in Mügeln und für den Landkreis Leipzig am 10. November in Markkleeberg statt.

Vulkan-Geschichte ist vielen gar nicht bekannt

Was das Stück erzählt, sei unerhört. Kaum einer wisse doch, „wir leben im Einsturztrichter eines riesigen Vulkans. Er war wahrscheinlich der größte Supervulkan in Europa“, sagte Wolfgang Gerber, Gymnasiallehrer und Schulbuch-Autor. Annett Krüger, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leipziger Institut für Geografie, und er lieferten die Fakten, auf der Preisingers Komposition basiert. In fünf Akten hole man Entwicklungsstufen, an die heute Hohburger Berge und Rochlitzer Berg, Quarzporphyr und Granit, aber auch Kohle und Kaolin erinnern, in das Bewusstsein. „Ich denke, wir haben für diesen großen Stoff gute Metaphern gefunden, bildlich wie musikalisch.“

Die Sächsische Bläserphilharmonie mit ihrem Chefdirigenten Thomas Clamor bei einer Aufführung des Stücks „Florentines Reise“ beim Blütenfest in Dürrweitzschen. Quelle: Roger Dietze

Eruptiver Sound lädt ein zu Entdeckungen

Davon zeigte sich Matthias Preisinger überzeugt, fand er doch ein weites Feld für Akzente, die elektronische Rhythmen und Pop-Elemente ebenso aufgreifen wie Filmmusik-Sequenzen – all das verschmilzt in einem ungewöhnlichen Sound, „der das junge Publikum einlädt zu vielfältigen Entdeckungen“.

Für die verschiedenen Erdzeitalter, die in rascher Folge durchquert werden, hat der in Berlin lebende Tonsetzer und Musiker kleine Orchesterstücke geschrieben. Verwoben werden die durch kurze Texte, die – von Aufführung zu Aufführung wechselnd – die Leipziger Schauspielerinnen Jennifer Demmel oder Christine Steuber sprechen. Für großformatige Bild-Hintergründe sorgt die Leipziger Illustratorin und Grafikdesignerin Uta Bettzieche.

Schub auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe

„Zeitzeugen der Erdgeschichte erlebbar machen, ist Anliegen unseres Geoparks“, sagte Geopark-Präsident Gerhard Gey. Das diene nicht nur dem Selbstverständnis der Menschen hier; damit baue man auch eine wichtige Brücke zum Tourismus. Für das Porphyrland gehe es in diesem Jahr um die nationale Geopark-Zertifizierung, Etappe auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe: „Da wird uns dieses Projekt sehr helfen.“ Zum Stück gibt es ein ausführliches Beiheft; Arbeitsblätter für die Behandlung des Themas im Unterricht sind in Planung.

Die Hintergrund-Bilder zum "Supervulkan" liefert die Illustratorin Uta Bettzieche. Quelle: Bläserphilharmonie

Bund fördert exzellentes Orchester

„Ein musikalisches Kinder-Stück über Steine? Ehrlich, zu Beginn konnte ich mir das gar nicht richtig vorstellen“, räumte Gabriele Hegner, Geschäftsführerin des Trägers von Sächsischer Bläserphilharmonie und Deutscher Bläserakademie in Bad Lausick, ein. Längst aber könne sie es – und freue sich auf die ersten Aufführungen. Den „Supervulkan“ zu erarbeiten, habe das Bundes-Förderprogramm Exzellente Orchesterlandschaft Sachsen möglich gemacht, in das das Ensemble 2018/19 aufgenommen wurde. Das sächsische Oberbergamt leistet ebenfalls Unterstützung.

„Ich freue mich, dass das Orchester mit dem neuen Stück auch wieder in die kleinen Städte geht“, sagte Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wähler). Mügeln, Stadt des Kaolins und mit erst Ende August eröffnetem Geoportal, profitiere dabei wiederholt, denn auch zur im Obstland angesiedelten „Florentine“ gebe es einen unmittelbar lokalen Bezug.

In Mügeln ist „Der Supervulkan“ am 9. November, 15 Uhr, in der Turnhalle der Grundschule in Altmügeln zu sehen. Die Markkleeberger Aufführung findet tags darauf, 17 Uhr, im Großen Lindensaal statt. Der Vorverkauf der Karten beginnt in den nächsten Tagen.

Von Ekkehard Schulreich

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