Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Schicke Karossen beim Oldtimer-Treffen in Grimma
Region Grimma Schicke Karossen beim Oldtimer-Treffen in Grimma
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:06 23.06.2019
Werner (links) und „Leiche“ im Chevrolet Impala nach Art der Olsenbande. Quelle: Bert Endruszeit
Anzeige
Grimma

Das ist doch das Auto der Olsenbande! – Dieser Ausruf war am Sonnabend am Grimmaer Gewerbepark Oberwerder des öfteren zu hören. Denn den schwarzen Chevrolet Impala von 1959 kannten viele Besucher aus der beliebten Filmreihe mit Egon, Benny und Kjeld. Das von der Spedition Peter Brumlich und „Vogels Ballhaus“ organisierte Oldtimertreffen zog zahlreiche Teilnehmer und Gäste in seinen Bann.

Grimma: Teurer Bierkasten im Kofferraum

„Bis auf die Heckscheibe entspricht der Wagen genau dem aus der Olsenbande“, verriet Besitzer Werner, der das Auto mit seinem Kumpel mit Spitznamen Leiche herangefahren hatte. Das Auto stand ewig in einer Halle. Zwei Jahre schraubten und bauten die beiden Trebsener jeden Freitag und Sonnabend daran, nun ist das „Filmauto“ wieder ein Schmuckstück. Dabei wurde an jedes Detail gedacht.

Anzeige
Von Buick bis Bus, von Dacia bis Cadillac: Besucher des Grimmaer Oldtimer-Treffens bekamen viel zu sehen.

„Im Kofferraum befindet sich mein wohl teuerster Bierkasten“, so Werner. Denn in einem Film der Olsenbande sitzt einer der Hauptdarsteller auf einer Kiste Tuborg-Bier. „Genau so eine Holzkiste musste ich haben. Schließlich fand ich eine für 90 Euro im Internet.“ Wenn man so ein Auto restauriert habe, dann hat man nichts falsches gemacht. „Die Leute kaufen wie verrückt Oldtimer, gerade aus Filmen bekannte Autos werden oft richtig teuer.“

Oldtimer sind Wertanlage für Sammler

Mit alten Autos habe man gewissermaßen ein rollendes Sparbuch, sagte Jürgen Versümer. Er rollte ganz gemächlich mit einem Cadillac Eldorado, Baujahr 1976, aufs Gelände - mit freiem Blick nach oben. „Angesichts von Niedrigzinsen hat man mit so einer Geldanlage auch noch richtig viel Spaß“, so der 61-jährige Grimmaer.

Sein Auto verfügt über stolze 8,2 Liter Hubraum. „Das war seinerzeit der größte serienmäßig in einem Pkw verbaute Motor.“ Immerhin 20 Jahre stand das Fahrzeug in den USA in einem Showroom eines Autohändlers, dann habe ihn ein Bekannter nach Europa geholt. „So ein Wagen ist genau richtig zum Spazierenfahren, der ist bequem wie ein Wohnzimmer. Der ist so leise, damit kann man den Leuten fast in die Waden fahren.“

Unauffälliger Ford von Frank Pastille hat es in sich

Unauffälligkeit ist nicht so sehr das Ding von Frank Pastille: Der Grimmaer präsentierte einen Ford Köln von 1967, der es buchstäblich in sich hatte. Von außen sah das Auto so richtig abgewetzt aus, im Inneren verbargen sich einige Überraschungen. „Wir können per Fernbedienung einen Brand oder einen geplatzten Kühler simulieren, das Radio anschalten oder einen Motorschaden vortäuschen. Letzteres funktioniert mit einem Kochtopf, einem Scheibenwischermotor und einer Fahrradkette.

Das klackt dann, als wäre ein Ventil abgerissen“, erklärt Pastille. Eine Menge Spaß könne man mit so einem Wagen schon haben. „Gerne sitze ich auf einer Bank, das Auto ein paar Meter weg. Wenn Spaziergänger vorbeikommen, dann schalte ich per Fernbedienung das Radio an oder mache die Kofferraumklappe auf. Das sind dann schöne Schreckmomente.“

Von Bert Endruszeit