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Grimma Schlammlawine in Grimma und volle Keller in Frohburg
Region Grimma Schlammlawine in Grimma und volle Keller in Frohburg
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15:24 12.06.2019
Die Regenmassen in der Nacht zum Mittwoch führten zu einer Schlammlawine im Grimmaer Ortsteil Wagelwitz. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Cannewitz, der Wasserwehr sowie ein örtliches Bauunternehmen rückten mit Bewohnern dem Schlamm zu Leibe. Quelle: Sören Müller
Landkreis Leipzig

Die Gewitterfront, die am späten Dienstagabend über Sachsen hinweg zog, hat vor allem in den östlichen Landgebieten der Stadt Grimma und in der Frohburger Region für sintflutartigen Regen und einige Schäden gesorgt. Über dem Frohburger Ortsteil Fankenhein gingen binnen einer Stunde Starkregen 46 Liter Niederschlag pro Quadratemer nieder.

Wagelwitzer Grundstücke durch Schlammmassen abgeschnitten

Am meisten betroffen war das Dorf Wagelwitz nahe Mutzschen. Hier ergoss sich von umliegenden Feldern eine Schlammlawine in den südlichen Ortsteil. Nach Angaben des Leiters der Freiwilligen Feuerwehr Cannewitz, Jens Mehnert, waren Teile des Dorfes und der Straße mit einer 20 Zentimeter hohen Schlamm- und Geröllschicht bedeckt und etwa ein halbes Dutzend Grundstücke abgeschnitten.

Felder im Muldental kurz vor der Ernte

Laut Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) ging die Regen- und Hagelfront etwa ab 22.30 Uhr über Grimma nieder. Mit unterschiedlichen Ergebnissen. Im Raum Großbothen brachte das Gewitter rund 14 Liter Wasser auf den Quadratmeter mit, während es rund um Mutzschen bis zu 45 Liter waren. Abhängig von der Feldbestellung konnte der Boden diese Wassermassen nicht mehr aufnehmen, so Berger. Das Getreide etwa stehe kurz vor der Ernte, der Boden sei lange nicht bearbeitet worden und damit „relativ verdichtet“. Das habe das Problem verstärkt.

Fuhrunternehmer rückt in Grimma mit Radlader an

In Wagelwitz ergoss sich das mit Erde und Steinen gemischte Wasser in den Bereich von Serkaer und Gastewitzer Straße bis hin zur Straße An der Linde. „Zum Glück haben wir in Wagelwitz eine Wasserwehr“, so Berger. Die kam ebenso zum Einsatz wie die Cannwitzer Feuerwehr, die gegen 23.30 Uhr mit zwei Fahrzeugen und elf Kameraden ausrückte. Zu Hilfe eilte auch das Wagelwitzer Fuhrunternehmen von Peter Herrmann. Laut Wehr- und Einsatzleiter Mehnert stellte der Unternehmer einen Radlader und einen Laster zur Verfügung. Gemeinsam mit den Bewohnern rückten alle Einsatzkräfte den Schlammmassen schon in der Nacht zu Leibe. Oberbürgermeister Berger, der sich am Mittwoch vor Ort ein Bild machte, lobte die Leute, „die sich umgehend selbst halfen“. Seiner Information zufolge waren auch zwei Bauhof-Mitarbeiter dabei.

Brücke über Mutzschener Wasser besteht Feuertaufe

Die letzten Herbst fertiggestellte neue Brücke über das Mutzschener Wasser in Wagelwitz bestand ihre Feuertaufe. Der Durchfluss ist jetzt größer, so dass an dem Bach und an der Querung keine Probleme auftraten. „Das hat richtig Punkte gebracht, durch das Mutzschener Wasser entstand kein Schaden“, freut sich Berger über die Investition. Allerdings gab es Probleme mit einem Rückhaltebecken oberhalb von Wagelwitz. Hier funktionierte laut Berger – eventuell durch Treibgut – die Drosselklappe nicht, so dass das Wasser nicht gestaut wurde, sondern durchfloss. Das verschärfte die Lage. „Wir haben die Klappe jetzt erst mal manuell eingestellt, weil weitere Gewitter erwartet werden“, sagte Berger Mittwochnachmittag.

Laut Wehrleiter Mehnert kamen die Grundstücke durch die Schutzvorrichtungen der Bewohner glimpflich davon. Eine Garage und eine Stube wurden wohl in Mitleidenschaft gezogen. Auch ein Stück der alten Straße soll weggespült worden sein. Für die Kameraden war der Einsatz um 2 Uhr beendet.

Mehrere Gehöfte im Umkreis von Grimma überschwemmt

Nach Angaben von Oberbürgermeister Berger gab es auch in anderen Ortsteilen Vorfälle. In Zaschwitz soll es zwei und in Papsdorf ein Gehöft erwischt haben. Hier sei Wasser von den Feldern in die Gehöfte gelaufen, so der Rathauschef. Auch in Motterwitz habe es Probleme gegeben. Weitere Schäden, etwa an Banketten, versuchte die Stadt Grimma am Mittwoch aufzunehmen.

Feuerwehr Frankenhain pumpt Keller aus

Die Frankenhainer Feuerwehr war viermal im Einsatz, um im Dorf Keller auszupumpen. Quelle: Feuerwehr Frankenhain

Um der Wassermassen Herr zu werden, mussten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Frankenhain in der Nacht zu vier Einsätzen ausrücken. „Wir mussten voll gelaufene Keller auspumpen und einige Häuser vor dem drohenden Wassereinbruch schützen“, sagt Wehrleiter Christopher Martin. Zahlreiche Anwohner hätten sich selbst geholfen und so die Ehrenamtlichen entlastet. Die Einsätze wurden teilweise durch die Frohburger Befehlsstelle koordiniert, da weitere Einsätze nicht ausgeschlossen werden konnten. Unterstützt wurden die Frankenhainer in einem Fall durch die Feuerwehr Tautenhain.

Die Flößberger Wehr rückte in die benachbarte Kurstadt aus, um die Kräfte dort zu verstärken. „Bis früh um zwei haben wir Keller ausgepumpt“, sagte der Bad Lausicker Stadtwehrleiter Tim Barczynski. Ein Schwerpunkt sei das Neubaugebiet gewesen.

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