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Grimma Schnelles Internet für Trebsener Randgebiete
Region Grimma Schnelles Internet für Trebsener Randgebiete
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00:26 12.05.2018
Datenautobahn zum Computer: Auch die Randgebiete Trebsens sollen nun schnelles Internet erhalten.
Datenautobahn zum Computer: Auch die Randgebiete Trebsens sollen nun schnelles Internet erhalten. Quelle: dpa-Bildfunk
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Trebsen

Die Kernstadt, Seelingstädt und Neichen haben es schon oder bekommen es noch von der Telekom, Altenhain soll es bald durch die Firma Drahtlos DSL erhalten: schnelles Internet. Allerdings bleiben Randgebiete unterversorgt, die keine Firma mit der Datenautobahn verbindet, weil sich das für sie nicht rentiert. Auch diese sollen nun Anschluss erhalten. Der Stadtrat ebnete dafür den Weg.

Stadt will nach Zuwendungsbescheid Nägeln mit Köpfen machen

Im Ergebnis jahrelanger Vorarbeiten, in denen die Stadt zwei Studien erstellen lassen musste, liegt ihr ein Zuwendungsbescheid vor. Demnach erhält sie für die Ingenieurleistung zum Breitbandausbau Zuschüsse von 90 Prozent, die vielleicht auf 100 Prozent aufgestockt werden. Bürgermeister Stefan Müller (CDU) will diese Gelegenheit beim Schopfe packen und sofort Nägel mit Köpfen machen. „Wir könnten zwar auf die Fördermittel verzichten. Das würde aber bedeuten, eine neue Studie zu erstellen, und das ganze Spiel begänne von vorn“, mahnte er.

Von diesen Worten ließen sich einige Abgeordnete nicht sofort überzeugen. Ihrer Meinung nach wird mit dem sogenannten Vectoring (VDSL) veraltete Technik verbaut. Diese sieht vor, bis zu Kabelverteilern Glasfaserkabel zu ziehen und die Signale von dort über die vorhandenen Telefon-Kupferkabel in die Haushalte weiterzuleiten. „50 bis 100 Megabit pro Sekunde betragen hierbei die Datengeschwindigkeiten, das reicht in zwei Jahren nicht mehr aus“, kritisierte Volker Knauth vom Ortschaftsrat Altenhain. „VDSL wird bald nicht mehr gefördert.“

Knauth: VDSL wird bald nicht mehr gefördert

Dass die Telekom und die Grimmaer Firma Drahtlos DSL auch in ihren Ausbaugebieten hauptsächlich aufs Vetoring setzen, entgegnete Bürgermeister Müller. Die Randgebiete würden also nicht schlechter gestellt. „Auch ich weiß, dass VDSL nicht das Nonplusultra ist. Aber wir könnten den unterversorgten Haushalten erst einmal einen wesentlich besseren Breitbandanschluss bieten, als sie ihn jetzt haben“, sagte er. Birgit Bendix-Bade (Gemeinsame Zukunft) dazu: „Viele Altenhainer wollen, dass es endlich losgeht. Sie kommen mit einem Megabit nicht aus der Sülze.“ Steffen Slowik (CDU): „50 Megabit reichen vorerst aus.

Mehrheitlich verständigte sich der Rat darauf, einem Ingenieurbüro aus Lauchhammer den Auftrag zu erteilen, den Breitbandausbau in den Randgebieten von Trebsen, Altenhain und Seelingstädt zu planen und bis zur Fertigstellung zu betreuen. Vorher soll das Büro, so forderte Slowik, jedoch prüfen, ob sich mit den gewährten Fördermitteln lieber gleich Glasfaserkabel verlegen ließen. „Wir dürfen die bessere Technologie nicht von vornherein ausschließen“, mahnte der Abgeordnete.

Müller: Wir werden uns nicht gegen diese Technik wehren

„Wir werden uns nicht gegen diese Technik wehren“, versprach der Bürgermeister, der gleichzeitig zu bedenken gab: „In der großen Politik ist der Sinneswandel erfolgt und Glasfaser soll bis in jedes Haus zu 100 Prozent gefördert werden. Aber die Gesetzesgrundlagen folgen den Willensbekundungen immer erst später.“

Von Frank Pfeifer